Willkommen zu den Tagebuch-Einblicken in eine der renommiertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz.
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Mittwoch, 15. März 2017

Showdown im Wildhorn


Gestern Abend fand im sehr gut gefüllten Saal des legendären Wildhorns in Lauenen die 24. ordentliche Hauptversammlung von Gstaad Saanenland Tourismus (GST) statt. Es war bereits meine 7. Hauptversammlung als MrGstaad. Eine reife Leistung in einer Branche, welche zuweilen dem Fussball-Business sehr nahe kommt. Dort sitzen bekanntlich die Trainer auf einem wackligen Stuhl. Im Fussball geht es um die Tore, die fallen müssen. Im Tourismus um die Logiernächte, für die der Tourismusdirektor besorgt sein muss. Schaut man auf die letztjährige Logiernächtestatistik, so müsste mein Stuhl jetzt mittelschwer wackeln. Die Destination schliesst das Tourismusjahr 15/16 mit einem Minus von 3.3 % (Hotellerie, Ferienwohnungen und Gruppenunterkünfte inkl.) gegenüber dem Vorjahr ab. In meinem Blogbeitrag vom November 2016 habe ich bereits über die Gründe berichtet. Deshalb wackle ich mit meinem Stuhl auch nicht aus Unsicherheit oder Angst, sondern aus Freude am Job, an meinem super Team und an der Dynamik, welche in der Tourismusbranche generell festzustellen ist.

Gut gefüllt, rustikal, aber sehr gemütlich – der Wildhorn-Saal

Die Logiernächteentwicklung war aber nicht das einzige Thema über welches gestern diskutiert wurde. Traditionsgemäss folgte ein bunter Rückblick über die operative Geschäftstätigkeit von GST sowie die Erläuterungen zur Jahresrechnung. Es fällt mir dabei nicht leicht, einzelne Highlights aus dem vergangenen Geschäftsjahr herauszupicken. Wurde doch in sämtlichen Projekten und ordentlichen Tätigkeiten eine hervorragende Arbeit von unseren Mitarbeitenden und Partnern geleistet. Nachfolgend eine nicht abschliessende Aufzählung von Highlights, über welche ich auch schon auf diesem Blogkanal berichtet habe:
Unsere Jahresrechnung präsentierte sich am Ende des Geschäftsjahres ausgeglichen. Nachfolgend das Wichtigste in Kürze:


  • die Kurtaxenerträge nahmen im gleichen Masse ab, wie die Logiernächt
  • bei den Gemeindebeiträgen entstand die grosse Lücke, weil der für insgesamt vier Jahre beantragte Marketing-Push fürs Tourismusjahr 15/16 nicht mehr verlängert wurde
  • Trotzdem konnten wir die Ausgaben im Marketing zugunsten der Destination auf dem gleich hohen Niveau halten wie im Vorjahr. Dies war dank internen Sparmassnahmen, der Unterstützung der Gemeinde Saanen sowie durch die Auflösung von Rückstellungen möglich
  • Der Verlust nahm gegenüber dem Vorjahr leicht ab
  • Durch die Auflösung von Rückstellungen hat sich auch der Cash Flow positiv entwickelt. Er liegt deutlich über den vom Vorstand GST festgelegten Durchschnitt von 250‘000.--. Dieser Richtwert garantiert, dass unsere laufende Investitionstätigkeit abgesichert ist
Mit Applaus wurde Carlo Bommes neu in den Vorstand GST gewählt. Die entsprechende Medienmitteilung lesen Sie bitte hier. Er ersetzt damit Jürg Schwenter, welcher aus Gründen der Amtszeitbegrenzung ehrenvoll aus dem Vorstand verabschiedet wurde. Mit Carlo Bommes konnten wir einen erfolgreichen Unternehmer für dieses Ehrenamt gewinnen. Er bringt einerseits die Optik des Gastes mit und andererseits konnte er den Vorstand mit seiner profunden Event-Erfahrung überzeugen.

Neu und abtretend, Carlo Bommes und Jürg Schwenter – Danke!

Für zahlreiche Voten und reichlich Gesprächsstoff sorgte dann die Information über die zukünftige Ausrichtung von GST sowie die dazugehörige Statutenänderung. Es ging beim Zweckartikel 3 der GST-Statuten um die Integration des Begriffes „Standortförderung“. An diesem Begriff störte sich insbesondere der Verwaltungsrat der BDG AG. Es sei nicht Aufgabe einer Tourismusorganisation, jetzt auch noch die Standortförderung an sich zu reissen, meinte Heinz Brand, Verwaltungsratspräsident der BDG AG. Dies war aber in unseren Erläuterungen und auch in den Vorgesprächen mit den polit. Parteien nie das Thema. Eine Standortförderung einer Region muss von der strategischen Führung her in der Hoheit der Behörden bleiben. Dies wurde auch während der Versammlung vom GST-Präsidenten und meiner Wenigkeit mehrfach betont. Auch der Gemeindepräsident von Saanen, Toni von Grünigen, bestätigte dies in aller Deutlichkeit. In der Umsetzung jedoch, kann GST wertvolle und nützliche Unterstützung bieten. Aus diesem Grund ist die logische Konsequenz die Anpassung unserer Statuten. Heinz Brand blieb hartnäckig und empfahl der Versammlung, die Statutenänderung abzulehnen. Er begründete seine Empfehlung unter anderem mit einem unqualifizierten „Stammtisch-Rundumschlag“, bei welchem jegliches Mass an Sachlichkeit abhandengekommen ist. Versuchte er doch, den Aufbau eines weiteren, geldfressenden und unnützen Verwaltungsapparates mit der Statutenergänzung in einen Zusammenhang zu bringen. Diese Fehlinterpretation unserer künftigen Ausrichtung war für die Versammlung in aller Deutlichkeit erkennbar. Deshalb lief seine Empfehlung dann auch ins Leere. Die Statutenänderung wurde somit mit einem grossen Mehr an JA-Stimmen, bei nur wenigen NEIN-Stimmen sowie ein paar Enthaltungen angenommen. Damit ist der Weg offen für eine nötige Weiterentwicklung von GST. Noch diesen März werde ich in einem weiteren Blogbeitrag über die Rollenschärfung von GST informieren. Bleiben Sie dran, liebe Leserinnen und Leser.

Nach rekordverdächtigen zweieinhalb Stunden Versammlungsdauer war es dann soweit. Das vorzügliche und verdiente Apéro riche wartete auf uns und sorgte gleichzeitig auch dafür, dass genug Energie für weiterführende Gespräche getankt werden konnte. Diese Gespräche wurden aber (zum Glück) nicht mehr protokolliert. Prost!

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