Willkommen zu den Tagebuch-Einblicken in eine der renommiertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz.
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Donnerstag, 17. November 2016

Neues Tourismusjahr – neues Glück!


Kaum zu glauben, wir befinden uns bereits schon wieder in einem neuen Geschäftsjahr. Das Tourismusjahr 16/17 hat am 1. November 2016 begonnen und wenn ich aus meinem Bürofenster rausschaue, dann sehe ich Schnee. Ein gutes Zeichen. Unser Marketing Team, der in diesem Jahr neu gegründeten Gstaad Marketing GmbH, hat den ersten Schneefall zum Anlass genommen, um mit unseren Gstaader Topmodels den Wintereinbruch gebührend zu feiern. Doch schauen Sie selbst.



Das neue Tourismusjahr ist auch stets ein Grund, um auf das Alte zurückzuschauen. Die Logiernächte-Zahlen für das gesamte Tourismusjahr 15/16 liegen inzwischen vor. Es handelt sich um das drittbeste Jahr, verglichen mit den letzten sechs Jahren. Die Destination (inkl. Zweisimmen) liegt – bezogen auf die Hotelübernachtungen rund 4.5 % im Minus gegenüber dem Vorjahr. Auf den ersten Blick eine happige Einbusse. Doch ich kann Ihnen versichern, dass wir vor einem Jahr mit einem höheren Minus budgetiert haben. Nein, unsere Märkte sind nicht gänzlich zusammengebrochen. Trotzdem mussten auch dieses Jahr erneut starke Rückgänge bei unseren Europäischen Kernmärkten verzeichnet werden. Allen voran unsere Gäste aus der Schweiz mieden die Hotels, gefolgt von Rückgängen aus Deutschland, Frankreich und BeNeLux. Hier gilt es insbesondere die Entwicklung des wichtigen Schweizer Heimmarktes im Auge zu behalten. Kurzfristige Preisdumping-Aktionen sind aber fehl am Platz. Mit der neuen touristischen Destinationsstrategie, wo man den Fokus stark auf die Produkteentwicklung und auf die Positionierung setzt, können mittel- bis langfristig positive Korrekturen herbeigeführt werden. Erfreulich ist die Zunahme von Gästen aus UK. Es scheint, als hätte der Brexit kurzfristig noch keinen grossen Impact gehabt. Gespannt sind wir aber auf die Entwicklung im laufenden, neuen Tourismusjahr.
Europäische Schlüsselmärkte im Vergleich (Hotellerie) mit dem Vorjahr

Für das Minus von 4.5 % gibt es auch noch einen anderen wichtigen Grund. Das grösste Hotel der Destination – das ehemalige Hotel Steigenberger – blieb während der ganzen – für uns so wichtigen Sommersaison – wegen Umbauarbeiten geschlossen. Dadurch fehlen einige Logiernächte, da nur ein kleiner Teil der Gäste auf andere Hotels im Saanenland ausgewichen ist. Das renovierte Hotel eröffnet diesen Dezember unter dem neuen Namen „Huus“ und unter neuer Führung. Wir freuen uns auf ein wiedererstarktes Flaggschiff in unserer Destination und wünschen dem gesamten Team schon jetzt viel Erfolg, Freude und einen Riesenportion Glück!

Der Ferienwohnungsmarkt ist im Vergleich zu den Hotelübernachtungen mehr als stabil geblieben. Wir vermieten rund 230 Objekte im mittleren Preissegment. Unsere Buchungszentrale verzeichnete über den Sommer ein Umsatzplus von rund 10 Prozent. Interessanterweise haben Buchungen aus Deutschland, Frankreich und auch aus den Benelux-Staaten deutlich zugenommen. Deutschland plus 35 %, Frankreich plus 13 % und Benelux plus 2,5 %. Wir interpretieren diese Entwicklung dahingehend, dass die Gäste die Schweiz und die Ferienregion Gstaad weiterhin als Reiseziel anstreben, jedoch in die Parahotellerie bzw. auf günstigere Unterkünfte ausweichen.

Hinsichtlich unserer bearbeiteten Fernmärkte gibt es ein differenziertes Bild. Gäste aus Asien waren im vergangenen Jahr stark rückläufig. Hauptursache dafür die akute Terrorgefahr in Europa. Dafür nahmen erneut die Gästezahlen aus den Golfstaaten zu. Sowohl in der Hotellerie, als auch in der Parahotellerie. Ebenfalls erfreulich ist die Zunahme von Gästen aus den USA und Kanada. Ob diese wohl schon nach Erstwohnsitzen in den Schweizer Bergen geschaut haben, um sich dann bei einer definitiven Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika definitiv ins Ausland abzusetzen? Dieser leicht politisch gefärbte Kommentar konnte ich mir einfach nicht verkneifen (grins).

Unser Geschäftsbericht für das vergangene Tourismusjahr wird traditionsgemäss Mitte Februar des darauffolgenden Geschäftsjahr veröffentlicht. Bis dahin passieren letzte Auswertungen, Abgrenzungen und Analysen. Doch wir wollen bewusst nicht zu weit zurückschauen. Vorwärtsschauen und zwar zuversichtlich ist eindeutig die bessere Strategie. Einige Gründe geben mit Recht Anlass dazu. Ein wichtiger Leistungsträger, unsere Bergbahnen, stehen mitten in einer betrieblichen Restrukturierung, welche sich positiv auf die Qualität des Angebots auswirken wird. Das bereits erwähnte Huus wird mit geballter Kraft in den Markt drängen. Zahlreiche touristische Prognosen bestätigen, dass die Talsohle für die Europäischen Kernmärkte mittlerweile erreicht sei und deshalb wieder mit zaghaften Zuwachsraten gerechnet werden dürfte. Unsere Ferienwohnungsbilanz für diesen Sommer bestätigt dies. Last but not least ist ein früher Winteranfang wichtig für die gesamte Branche. Beschert uns diesen Winter die Sonne noch zahlreiche herrliche Winterwochenenden, sind Zuwachsraten garantiert. Die letzten drei Winter haben uns diesbezüglich nämlich ziemlich im Stich gelassen. Ich wünsche dem gesamten Alpenbogen von Herzen eine erfolgreiche Saison!

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