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Mittwoch, 30. November 2016

Der Präsident gibt sich die Ehre

David Matti wurde in diesem Frühjahr an der Hauptversammlung von Gstaad Saanenland Tourismus (GST) zum neuen Präsidenten gewählt. Der Familienvater und passionierte Jäger ist im Saanenland aufgewachsen und kehrte nach seinen Lehr- und Wanderjahren auch wieder dorthin zurück. In Saanen betreiben er und seine Frau eine Anwaltskanzlei.
David Matti ist quasi der Chef von MrGstaad und stellt deshalb normalerweise die Fragen. Heute ist es mal umgekehrt. 

MrGstaad: David, seit März 2016 bist Du der neue Präsident von Gstaad Saanenland Tourismus. Wie bist Du dazu gekommen und welche Erfahrungen bringst Du für dieses Amt mit?

David Matti: Ich war über mehrere Jahre Mitglied der Geschäftsprüfungskommission GST sowie im Vorstand GST. In dieser Funktion habe ich die „Materie Tourismus“ umfassend kennen lernen dürfen und mich darauf entschieden, das Präsidentenamt per Anfang dieses Jahres zu übernehmen.  

MrGstaad: Du bist hier aufgewachsen. Wie hat sich hier die Tourismuslandschaft in den letzten Jahrzehnten verändert? Was waren die bisherigen Meilensteine der Tourismusentwicklung im Saanenland?

David Matti: Über all die Jahre hat sich der Tourismus gewaltig verändert und stark entwickelt. Mit den neuen Medien und der erhöhten internationalen Mobilität und Transparenz sind einerseits die touristischen Märkte vielfältiger geworden, aber andererseits ist auch die Erwartungshaltung unserer Gäste stark gestiegen. Es reicht heute nicht mehr, einfach nur eine schöne Landschaft zu bewerben und zu verkaufen. Vielmehr muss das gesamte Reiseerlebnis von A bis Z inszeniert sein und dies zu einem Preis, welcher international wettbewerbsfähig ist. In diesem Sinne waren die bereits in den 90er Jahren angepassten Strukturen (Zusammenschluss Kurvereine zu Gstaad Saanenland Tourismus) sowie die jüngst umgesetzten Schritte (neue touristische Destinationsstrategie und Marketing-Gesellschaft) sicherlich die prägendsten Meilensteine.

MrGstaad: Kommen wir auf diese jüngsten Entwicklungen zu sprechen. In den ersten Monaten Deiner Amtszeit wurden wegweisende Schritte eingeleitet. So wurde einerseits die Gstaad Marketing GmbH gegründet und andererseits eine neue touristische Destinationsstrategie verabschiedet. Was erhoffst Du dir von diesen Schritten?

David Matti: Wie gesagt gehe ich davon aus, dass wir eine Effizienzsteigerung erfahren und damit an mehr Schlagkraft am Markt gewinnen. Die zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Mittel müssen stets so zielgerichtet wie möglich eingesetzt werden. Ausgaben nach dem Giesskannenprinzip müssen tabu sein. Die beiden von Dir genannten Projekte, welche nun in die „Anwendungsphase“ gelangen, zielen genau in diese Richtung. 

Der Präsident und sein Direktor, auf gleicher Augenhöhe

MrGstaad: Droht der GST nach Auslagerung des Destinationsmarketings nicht an Bedeutung zu verlieren?

David Matti: Ganz im Gegenteil. Einerseits bleibt die touristische Verantwortung weiterhin bei GST. GST ist zusammen mit der BDG (Bergbahnen Destination Gstaad AG), dem Hotelierverein und dem Gewerbeverein Eigentümer der Marketing-Gesellschaft und wird über die strategische Ebene via unserem Direktor (MrGstaad) ganz klar den nötigen Einfluss in die Marketing-Gesellschaft nehmen. Die Marketing-Tätigkeiten werden dadurch weiterhin massgebend durch GST beeinflusst. Tourismus beinhaltet aber andererseits nicht nur „Gäste holen“ sondern auch „Gäste halten“. Gerade in diesem letztgenannten Bereich wird GST nun seine Tätigkeiten intensivieren, zumal da noch einiges an Entwicklungspotenzial besteht. Genannt sind da vorab Bereiche wie Infrastrukturen, Services, Gästebetreuung und Standortförderung. 

MrGstaad: Ist Standortförderung eigentlich nicht Sache der Gemeinden?

David Matti: Grundsätzlich stimmt das. Es ist allerdings problemlos möglich, diese Aufgaben ganz oder teilweise mittels Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung, in welcher die Tätigkeiten klar umschrieben und geregelt sind, an eine Drittorganisation wie GST zu übertragen. In anderen Tourismusdestinationen wird dies bereits seit längerer Zeit so umgesetzt. Wir werden dahingehend in nächster Zeit auf die Gemeinden zugehen und mit ihnen die möglichen Handlungsfelder definieren. Ziel muss sein, die Attraktivität unseres Standortes nicht nur touristisch sondern auch als Wirtschaftsstandort und Arbeitsplatz zu steigern. Wenn nicht direkt, dann zumindest indirekt, wird dies auch dem Tourismus und damit der wichtigsten „Lebensader“ unserer Volkswirtschaft zugutekommen. 

MrGstaad: Wo steht die Destination in 10 Jahren, kurz vor Ende Deiner Amtszeit?

David Matti: Das ist in der heutigen schnelllebigen Zeit schwierig zu sagen. Zentral ist, dass wir – trotz stetiger Weiterentwicklungen – zu unseren Werten wie „Tradition“, „Nachhaltigkeit“ und „alpine Echtheit“ Sorge tragen und auf allen Ebenen qualitativ hochwertige Leistungen erbringen. So sind wir sicherlich gut gerüstet für die Zukunft und können die auf uns zukommenden Herausforderungen mit Zuversicht und voller Kraft, aber dennoch mit einer Prise „Gelassenheit“, angehen.

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