Willkommen zu den Tagebuch-Einblicken in eine der renommiertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz.
Herzlichen Dank für Ihre Kommentare zu gelesenen Artikeln.


Mittwoch, 31. August 2016

Im Gespräch mit...


Andreas Wandfluh, dem Geschäftsführer der Gstaad Marketing GmbH.

Letzte Woche wurde sie von den beteiligten Anspruchsgruppen feierlich unterzeichnet, die neue touristische Destinationsstrategie. Einerseits soll diese Strategie die Leitplanken für alle Anspruchsgruppen und Leistungsträger vorgeben, andererseits wird sie auch die Vorlage für die unternehmerische Tätigkeit der neuen Destinationsmarketing-Gesellschaft sein. Andreas Wandfluh wusste dies bereits schon vor seiner Anstellung, hat aber trotzdem zugesagt. Ein gutes Zeichen. Das nachfolgende Kaffeegespräch auf der Terrasse vom Haus des Gastes an der Promenade 41 in Gstaad beleuchtet zwei, drei Grundsatzfragen rund um die neue Marketing-Organisation.

MrGstaad: letzte Woche wurde in Saanen die touristische Destinationsstrategie verabschiedet. Wie hast Du den Abend erlebt?

Andreas Wandfluh: Die Destinationsstrategie wurde in würdigem Rahmen von den wichtigen Leistungsträgern der Destination unterschrieben. Der positive Grundtenor unter den involvierten Parteien der Strategie und auch der neu gegründeten Marketinggesellschaft gegenüber erfreute mich enorm. Die betroffenen Personen sind sich gemäss zahlreichen persönlichen Gesprächen bewusst, dass mit der touristischen Destinationsstrategie ein Rahmen gelegt wurde, um GEMEINSAM die Destination weiterzubringen.

MrGstaad: Mit der touristischen Destinationsstrategie wurden auch sogleich die Leitplanken für die Gstaad Marketing GmbH festgelegt. Schränkt dies deine unternehmerische Freiheit nicht zu sehr ein?

Andreas Wandfluh: Nein im Gegenteil, die touristische Destinationsstrategie hilft mir, das Marketing stimmig für die Leistungsträger und die Werte der Region voranzutreiben. Wenn dies mit Marktentwicklungen bzw. unternehmerischer Effektivität und Effizienz im Konflikt steht, sehe ich mich in der Pflicht, die Strategie kritisch zu hinterfragen und mit meinen Chefs zu besprechen.

MrGstaad: À propos Chef, wer ist eigentlich dein Chef?

Andreas Wandfluh: Mit Matthias In-Albon und Martin Bachofner verfüge ich über zwei Chefs, die mich in meiner Funktion begleiten, mit ihrer Erfahrung und ihrem Know-how unterstützen aber natürlich auch „challengen“.

Ein guter Espresso und gute Antworten

MrGstaad: Du hast deine Tätigkeit am 1.7.2016 aufgenommen. Die neue Gesellschaft wird aber erst am 1.11.2016 operativ tätig. Was hast Du bis jetzt eigentlich gemacht?

Andreas Wandfluh: Meine aktuell grösste Aufgabe besteht in der personellen und strukturellen Aufstellung der neuen Marketinggesellschaft. Im laufenden Jahr fanden zahlreiche personelle Rochaden im Marketing des GST und der BDG statt. So gehörten und gehören die Zusammenstellung meines Teams, die Definition der Aufbauorganisation (Organigramm), das Aufgleisen der Übernahme von Tätigkeitsfeldern aus BDG und GST Marketing sowie die Kommunikation mit verschiedenen Anspruchsgruppen zu meinen grössten Aufgaben.

MrGstaad: Wo wird die neue Gesellschaft Akzente setzen? Was wird sich im Destinationsmarketing ändern?

Andreas Wandfluh: Wir werden einen verstärkten Fokus auf das Produktmanagement legen. Die Neu- und Weiterentwicklung des Angebots touristischer Produkte ist zentrale Aufgabe des Marketing-Unternehmens. Insbesondere bei den Bergerlebnissen besteht durch die Integration der BDG Potenzial. Weiter ist unser Ziel, dank der gemeinsamen Strategie als Destination ganzheitlicher am Markt aufzutreten und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Leistungsträgern im Bereich Marketing zu fördern.

MrGstaad: Hat dies nicht der GST bis jetzt auch gemacht?

Andreas Wandfluh: Gstaad ist bereits jetzt eine ausgezeichnet positionierte Marke und der GST verfügte über ein gut funktionierendes Marketing-Team. Von daher ist die Ausgangslage für die neue Gesellschaft erfreulich. Die Bündelung der Mittel gemeinsam mit der BDG gibt dem neuen Unternehmen mehr Handlungsspielraum, was aufgrund der anspruchsvollen Entwicklungen im Tourismus auch dringend notwendig ist.

MrGstaad: Alter Wein in neuen Schläuchen ist man versucht zu sagen. Warum hat man die Gesellschaft überhaupt gegründet?

Andreas Wandfluh: Weil ein Zusammenrücken wichtiger Player im heutigen Marktumfeld unumgänglich ist und mit der Gesellschaft gewichtige Synergien geschaffen werden können. Dies vereinfacht das einheitliche, fokussierte Auftreten auf dem Markt und bringt einen verbesserten Einsatz von finanziellen und personellen Ressourcen.

MrGstaad: Wie rechtfertigen sich allfällige höhere Finanzierungsbeiträge seitens der öffentlichen Hand (ein entsprechender Antrag kommt voraussichtlich im Dezember 2016 vors Volk)?

Andreas Wandfluh: Wie bereits angetönt bleibt die Lage auch in den kommenden Jahren im Tourismus und in den vom Tourismus beeinflussten Branchen anspruchsvoll. Mit dem zeitlich begrenzten Marketingpush konnte der GST nachweislich aufzeigen, dass ein erhöhter Mitteleinsatz direkte positive Auswirkungen auf die Wertschöpfung in der Region hat. Die Destinationsstrategie fordert richtigerweise Weiterentwicklungen im Produktbereich und in der Marktbearbeitung. Um diese Ziele nachhaltig zu erreichen, ist die Schaffung eines angemessenen finanziellen Rahmens von grosser Bedeutung.

Lieber Andreas, herzlichen Dank für das Gespräch. Der Kaffee schmeckte ausgezeichnet und deine Antworten waren informativ und prägnant. Weiter so und viel Freude und Erfolg in deiner Tätigkeit für die (führende) Genussdestination im Alpenbogen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen


Herzlichen Dank für Ihre Kommentare zu gelesenen Artikeln!