Willkommen zu den Tagebuch-Einblicken in eine der renommiertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz.
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Donnerstag, 25. August 2016

…die führende alpine Genussdestination…


Gespannte Zuschauer

Saanen, gestern Abend, 18.15 h. Es war ein herrlicher Sommerabend. Vor perfekter Kulisse im schönen Dorf Saanen lud der Verein Gstaad 2020plus zum öffentlichen „Denkfass“ über die neue touristische Destinationsstrategie ein. Vertreter der Medien, der politischen Gemeinden sowie sämtlicher relevanten Interessengruppen waren da, aber auch viele interessierte Privatpersonen. Nach einer musikalischen Eröffnung durfte ich als Präsident von Gstaad 2020plus die Begrüssung vornehmen.

„Eine Strategie ist dann gut, wenn sie auf einem Bierdeckel Platz hat.“ Mit diesem Satz übergab ich das Wort an meinen Präsidenten, David Matti, welcher dann anschliessend den rund zweijährigen Prozess über den Werdegang der neuen touristischen Destinationsstrategie schilderte. Danach folgte das „Bierdeckel-Podium“, geleitet vom Hotelier und Gemeinderatskandidaten Thomas Frei. Schlusspunkt des offiziellen Programms bildete die feierliche Unterzeichnung der Strategie-Urkunde durch alle vertretenen Anspruchsgruppen.  

Das illuster besetzte Podium in Aktion

Selbstverständlich stecken hinter diesem Bierdeckel noch einige Punkte mehr. Die entwickelte Strategie umfasst etwas mehr als 30 Seiten. Trotzdem oder gerade deswegen war es unser Anspruch, dass die wesentlichen Aussagen so einfach wie möglich dargestellt und kommuniziert werden müssen. Gerne führe ich diese nachfolgend noch ein bisschen aus.

Der Bierdeckel oder Glasuntersatz

Vision: Gstaad Saanenland möchte hier klar zu den Klassenbesten werden. Wir stehen für höchste Qualität und sind im Alpenbogen am klarsten positioniert. Unsere Maximen sind dabei Genuss und alpine Echtheit, welche sich in verschiedenen Facetten innerhalb der Destination ausprägen.

Mission: Durch sinnvolle und effiziente Zusammenarbeit bilden wir wertschöpfungsstarke Kooperationen mit internen und externen Partnern. Wir erstellen dadurch marktgerechte Produkte und Angebote, welche die Destination für unsere Gäste individuell erlebbar machen.

Werte: Im Zentrum steht die alpine Echtheit. Dieser Wert verdeutlicht die natürlich und historisch gewachsene Tourismusdestination. Dazu gehören Eckpfeiler wie das Landschaftsbild, das Ortsbild, eine intakte Landwirtschaft, oder gelebte Werte und Traditionen. An diesem Gesamtpaket muss festgehalten werden und dabei aber aufpassen, dass nicht die nachhaltige Weiterentwicklung vernachlässigt wird. Eine grosse Herausforderung. Der Gast und seine Bedürfnisse werden in den Mittelpunkt gestellt. Die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung dabei respektiert. Diskretion und Privacy im Umgang mit unseren Gästen tragen dazu bei, dass man die Zeit im Saanenland naturnah, aktiv und erholungsuchend geniessen kann.

Marke: Die Wort- und Bildmarke Gstaad und ihr Slogan „Come up, slow down“ geniessen weltweit hohes Ansehen. Von diesem Prestigewert wollen und sollen zahlreiche Geschäftsideen profitieren. Aber nur wenn die Kriterien zum Gebrauch der Marke eingehalten werden, kann der Wert der Marke erhalten werden. Auch darauf schaut die neue touristische Destinationsstrategie verstärkt.

Produktlinien: Hier findet der Transformationsprozess zu einem modernen Tourismusmarketing am deutlichsten statt. Das Produkte-Marketing für die Destination erhält ein klar geschärftes Profil. Mit vier strategisch relevanten Produktfeldern soll künftig die Destination in den Zielmärkten vermarktet werden. Das Bergerlebnis „weiss“ beschreibt die Wintersaison. Erlebnisse wie Skifahren, Winterwandern, Langlaufen oder Skitouren gehören hier dazu und sollen zusammen mit den Leistungsträgern weiterentwickelt und professionell vermarktet werden. Dabei sollen aber auch Innovationen wie Fatbiken Platz im Destinationsangebot haben. Das Bergerlebnis „grün“ beschreibt die schneelose Zeit wo der Fokus auf die Entwicklung einer Ganzjahresdestination gelegt wird. Produktgruppen wie Land- bzw. Alpwirtschaft, Genuss, Mountainbike, Rennrad oder Wandern sollen hier nachhaltig erfolgreich gemanagt werden. „Lifestyle/Reputation“ greift die Produktwelt der Events, der Kultur sowie der hochstehenden Hotellerie und Gastronomie auf. Sie steht damit auf den historischen Säulen der Tourismusentwicklung im Saanenland. Dieses Erbe muss gepflegt werden. So sollen bspw. neue, strategiekonforme Events den Tourismus befruchten, insbesondere auch während der Nebensaison.  Die Produktlinie „Touring“ greift einen grossen Trend in der Reiseindustrie auf. Der Gast möchte ein Land, eine Region individuell bereisen. Bereits Schweiz Tourismus hat mit der „Grand Tour of Switzerland“ ein Produkt geschaffen, welches diesen Trend konkret verfolgt. Die Destination Gstaad Saanenland ist denn auch eine der Hauptattraktionen dieser Grand Tour of Switzerland. Weiter soll die Goldenpass-Linie ausgebaut werden, was wiederum bedeutet, dass das Erlebnis „Zugfahren“ noch stärker mit der Destination zusammenspielen muss und wird.

Erlebnisdimensionen: Sie dienen dazu, dem Gast eine Orientierungshilfe zu bieten. Unsere Willkommenskultur soll  jederzeit sicherstellen, dass unsere Gäste persönlich, individuell, nach dem „à la carte“-Ansatz begleitet werden sollen. Wir sind nicht Masse, wir stehen für Qualität und persönliche Ansprache. Wir bieten Plattformen und Netzwerke, wo sich Einheimische und Gäste ungezwungen, getreu nach dem Slogan „come up, slow down“ begegnen und austauschen können.

Nach der feierlichen Unterzeichnung

„Eine Strategie ist nur so gut, wie die Köpfe, die sie dann umsetzen“. Auch dieser Satz ist matchentscheidend und es wird sich künftig weisen, ob wir wirklich alle so gut sind, wie wir immer meinen. Gefordert ist nicht nur der GST, oder unsere neue Gstaad Marketing GmbH, sondern sämtliche Leistungsträger und Anspruchsgruppen im Saanenland. Die neue Strategie bringt nicht automatisch eine Verbesserung, sie ist kein Selbstläufer. Jeder muss den Bierdeckel selber aus dem Schrank holen, den Tisch damit decken und den Gast bewirten. Und wenn dem Gast das Bier nicht schmeckt, dann ist erneut Kreativität und Innovationsgeist gefragt. „Gute Destinationen sind Umsetzungs- und nicht Ankündigungsweltmeister!“ Mit diesem treffenden Zitat von Daniel Fischer, unser externer Begleiter im Prozess, schliesse ich diesen Blogbeitrag und wünsche allen Beteiligten bei der Umsetzung viel Freude und Erfolg!



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