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Freitag, 18. Dezember 2015

Ein fulminanter Start ins neue Tourismusjahr

Dieser Beitrag ist speziell den Statistikern unter den Tourismusexperten gewidmet. Kürzlich erschien die erste Logiernächtestatistik des Tourismusjahres 15/16. Die Destination Gstaad Saanenland ist im November 2015 mit einem Plus von 1.4 % gegenüber dem Vorjahr in die neue Berechnungsperiode gestartet. Soweit so gut. Jetzt ist natürlich der November nicht unbedingt der aussagekräftigste Monat in einem Tourismusjahr. Trotzdem bietet er aber Inhalte, von denen Statistiker und Tourismusexperten nur so träumen oder sich aber abgrundtief davor fürchten. So stellt man zum Beispiel erfreut fest, dass die zuvor arg gebeutelten Märkte Deutschland und BeNeLux wie ein Phönix aus der Asche zurückgekommen sind. Mit 27.2 bzw. 93.2 % Zuwachs gegenüber dem Vorjahr sind sie die absoluten Spitzenreiter aus den europäischen Kernmärkten. Gäste aus Nordamerika können mit einem Zuwachs von 92.1 % gut mithalten. Der wiedererstarkte Dollar lässt grüssen. Dem gegenüber ist es natürlich bitter, wenn der Schweizer Gast weg bleibt. Mit einem Minus von 5.4 % schlägt er eine grosse Kerbe in die Statistik. In absoluten Zahlen fehlen im November nämlich 379 Gäste aus dem wichtigen Heimmarkt. Der mit Abstand grösste absolute Wert. Leider ein negativer. Dieses Minus wird aber von unseren Wachstumsmärkten überflügelt. Brasilien (+ 575 %) oder Russland (+ 820 %) bringen die Leistungsträger in der Destination zum Strahlen. Förmlich zum Explodieren bringt uns aber der Zustrom aus Südostasien. Unglaublich fulminante 26‘000 % (!!!) Zuwachs im November 2015 gegenüber dem Vorjahr. Das ist ein Rekordwert, welcher erst einmal geschlagen werden muss. Liebe Kollegen aus anderen Destinationen, hattet ihr jemals eine solche Prozentsteigerung? In relativen Zahlen sprechen wir von 2 Gästen im Vorjahr und von 522 Gästen im aktuellen Jahr.

Der Beweis

Eine Zunahme von 1.4 % für das ganze Tourismusjahr 15/16 würde ich hier und heute sofort unterschreiben. Nicht weil ich mit wenig zufrieden bin, sondern vielmehr weil die touristische Situation im Schweizer Alpenraum weiterhin unsicher ist. Der Franken ist nach wie vor stark. Das Reiseverhalten wird immer kurzfristiger und multioptionaler und so richtig Winterstimmung kam leider auch noch nicht auf. Unsere Buchungsprognosen für die laufende Wintersaison provozieren deshalb auch noch keine Freudensprünge. In der Hotellerie ist man im Saanenland für die Feiertage zwar gut unterwegs. Bei den von uns vermieteten Ferienwohnungen gibt es aber erstmals seit Jahren wieder freie Kapazitäten. Im Januar hat es dann für beide Beherbergungsformen noch viele freie Betten, während der Februar leicht über dem Vorjahr liegt. Der März hingegen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr weit unter dem Vorjahresniveau. Kommt noch erschwerend dazu, dass ab April 2016 das Hotel Steigenberger – das grösste Hotel in der Destination – wegen Umbau geschlossen bleibt. Im Dezember 2016 wird es dann unter neuem Namen und neuer Führung wieder eröffnet. Somit hat MrGstaad ab April Monat für Monat eine plausible Erklärung parat warum die Statistik mit Negativ-Werten aufwartet. Man muss also kein Pessimist sein, um zu wissen, dass das Tourismusjahr 15/16 – bezogen auf die Logiernächte – eines der schwächeren der letzten fünf Jahre sein wird.

Statistiken und Prognosen sind das Eine, die Vorfreude und das Engagement für das Tourismusjahr 15/16 das Andere. Ich kann Sie beruhigen, liebe Leser, Letzteres überwiegt beim Team von Gstaad Saanenland Tourismus. Die Wintersaison kann starten, wir sind bereit.

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