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Dienstag, 19. Mai 2015

Winterbilanz 14/15


An der „kalten Sophie“ kam der Winter für ein paar Stunden zurück ins Saanenland und deckte uns mit seiner weissen Pracht zu. Obwohl mitten im Frühling war dies keine Seltenheit. Schliesslich leben wir in einer Bergdestination und mit Wetterkapriolen muss man immer rechnen. Trotzdem fasse ich den Schneefall der letzten Woche als ein deutliches Zeichen auf, um mit der Winterbilanz den Winter 14/15 definitiv abzuschliessen.

Schneegetobe im Mai
Von November 2014 bis Ende April 2015 verzeichnete die Destination Gstaad Saanenland in der Hotellerie ein Minus an Logiernächten von rund 1.5 Prozent gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode. Waren Dezember, Januar und Februar noch starke Monate, tauchte der März regelrecht unter (-22.5 % gegenüber dem Vorjahr). Einerseits kann sicher der Euroknick dafür verantwortlich gemacht werden – gerade aus den europäischen Kernmärkten fehlten die Gäste massiv –, andererseits muss man auch berücksichtigen, dass die Schulferien diesen Winter gänzlich in den Februar fielen. Der April konnte dank Ostern und den dadurch länger geöffneten Hotels noch einiges vom zuvor eingefahrenen Minus kompensieren.

Interessant zu beobachten ist es, wie die durch den Euroknick betroffenen Märkte im vergangenen Winter abgeschnitten haben. Von November 2014 bis Ende April 2015 blieben die Hauptmärkte einigermassen stabil. Schweiz (- 1.4 %), Deutschland (- 1.9 %) und Frankreich (- 1.1 %) liegen unter den von Schweiz Tourismus prognostizierten Minuswerten (je nach Markt wurde ein Minus von bis zu 17 % vorausgesagt). Einzig die Gäste aus dem Markt „BeNeLux“ weisen ein stärkeres Minus von 6.8 % auf, während Gäste aus Grossbritannien erfreulicherweise sogar um 11.2 % zulegten.

Blickt man über die klassischen europäischen Grenzen hinaus, waren die Währungsturbulenzen in Russland für das Saanenland, insbesondere für die Fünfsterne-Hotellerie, schwerwiegender. Letzten Winter ging die Anzahl russischer Gäste um 31.1 % zurück. Dieser Rückgang konnte diesen Winter durch die von der Destination bearbeiteten weiteren Fernmärkten nicht aufgefangen werden. 

Logiernächtestatistik November - April, Tourismusjahr 14/15
Wie üblich können in der aktuellen Tourismusstatistik nur verlässliche Angaben über die Logiernächte in der Hotellerie gemacht werden. Die getätigten Umsätze oder die Übernachtungen in der Parahotellerie werden von dieser Statistik nicht erfasst. Diese Werte erfassen wir aufgrund von repräsentativen Umfragen und aus den Zahlen der von uns vermieteten Ferienwohnungen. Laut der Umfrage sind die Umsätze in der Hotellerie stabil geblieben. Rund 60 % der befragten Betriebe beurteilten die Umsatzentwicklung etwa gleich wie im Vorjahr, 13 % sogar ein bisschen besser und 26 % leicht schlechter als im Vorjahr. Die Umsätze der von Gstaad Saanenland Tourismus vermieteten Ferienwohnungen gingen um rund 10% zurück. Dies ist mehrheitlich darauf zurückzuführen, dass im Monat Dezember die Wohnungen vermehrt von den Eigentümern genutzt wurden und im Monat März die kurzfristigen Buchungen quasi ausgeblieben sind. Die Bergbahnen Destination Gstaad AG handelte sich aufgrund des sehr späten Winteranfangs bereits zu Beginn der Saison einen starken Umsatzrückgang ein, welcher in den darauffolgenden Monaten nicht mehr aufgeholt werden konnte. Erfreulich ist aber, dass gegenüber dem Vorjahr mehr Saisonabonnemente verkauft werden konnten.

Aus der repräsentativen Winterumfrage bei der Hotellerie
Auch diesen Winter gilt es ein gemischtes Fazit zu ziehen. Ab Januar 2015 waren die Voraussetzungen für Winterurlaub sicher besser als im Vorjahr. Leider wurden aber die währungspolitischen Hürden erhöht. Dies hatte zweifelsohne kurzfristige Auswirkungen auf die Zahlen. Mittelfristig betrachtet, werden aber genau diese Herausforderungen noch stärker ins Gewicht fallen. Die Destination muss dabei trotzdem an ihrem Kurs festhalten und auf Qualität und Produkteinnovation setzen. Sie darf sich nicht einem Preiskampf aussetzen. Definiert sich eine Destination im alpinen Raum nur noch über eine Tiefpreisstrategie, so hat sie von vornherein verloren.

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