Willkommen zu den Tagebuch-Einblicken in eine der renommiertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz.
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Dienstag, 2. Dezember 2014

40 Mio. Einwohner, zurzeit -15 Grad

Kennen Sie Heilongjiang? Die Provinz im Nordosten Chinas erstreckt sich über eine Fläche von rund 460‘000 Quadratkilometer. Sie zählt rund 40 Mio. Einwohner. Heilongjiang grenzt im Norden und Osten an Russland, im Süden an die Provinz Jilin und im Westen an die Innere Mongolei. Ihre Hauptstadt ist Harbin, welche durch das jährlich stattfindende Eisfestival mittlerweile in der ganzen Welt bekannt ist.

Das spektakuläre Eisfestival in Harbin
Dank einer Kooperation mit der Fachhochschule Nordwestschweiz waren übers Wochenende 16 hochrangige Funktionäre, Politiker und Unternehmer zu Gast im Saanenland. Die Fachhochschule Nordwestschweiz (insbesondere die Hochschule für Wirtschaft) pflegt seit 20 Jahren ausgedehnte Kontakte zu China. Sie unterstützt Partner aus der Wirtschaft in verschiedenster Art und Weise und hat u.a. ein KMU-Center in Harbin eröffnet, welches unterdessen sehr erfolgreich läuft und bereits mehreren schweizerischen KMU den Einstieg nach China erlaubt hat. Weiter werden sog. „Dual Degree- und Austauschprogramme“ für Studenten durchgeführt. 

Gespannt wartet die Delegation auf die Übersetzung des Dolmetschers
Daneben werden seit vielen Jahren sog. "Short-Term-Programme" für Unternehmer und CEO’s aus dieser Provinz organisiert. Die chinesischen Kader und Unternehmer lernen die Schweiz und unsere Wirtschaft und Gesellschaft kennen und schätzen. Ein solches „Short-Term-Programm“ fand kürzlich wieder statt. Innert wenigen Tagen bereiste die Delegation die halbe Schweiz. Über Genf (WTO, Uhrenindustrie) ging es weiter ins Tessin nach Locarno (Foxtown). Weitere Etappen waren Olten/Solothurn (Fachhochschule), Zürich (Swiss Global Enterprise), Bern (Bundeshaus), Gstaad (Tourismus) und Basel (Zoll). Alle Etappenorte waren mit Präsentationen, Führungen und Diskussionsrunden bestückt. Getreu nach unserem Claim „Gstaad – come up, slow down“ waren die drei Tage (zwei Übernachtungen) in Gstaad Erholung pur. Nebst der obligaten Kutschenfahrt zum Lauenensee standen noch eine Molkereibesichtigung sowie eine Einführung in die historisch gewachsene Tourismusentwicklung des Saanenlandes auf dem Programm. Die Delegation nutzte zudem die Zeit, um die gewonnenen Eindrücke zu verarbeiten und zu protokollieren. Sie dienen in ihrer Provinz als Entscheidungshilfe, wenn es um deren Zukunftsgestaltung geht. Der wohl grösste Unterschied in dieser Gestaltung zwischen Gstaad und Heilongjiang liegt darin, dass bei uns sehr vieles aufgrund der privaten Wirtschaftsfreiheit über mehrere Jahrzehnte entstanden ist. In der chinesischen Provinz passiert alles „top down“ und in einer rasanten Geschwindigkeit. Die Frage bleibt offen, welcher Ansatz über eine langjährige Sicht zum höheren Erfolg führt.

MrGstaad scheint jedes Wort des Dolmetschers zu verstehen
Selbstverständlich hat Gstaad Saanenland Tourismus mit grosser Freude Unterstützung bei der Programmgestaltung und bei der Betreuung der Gäste vor Ort geleistet. Dies hat zwei ganz einfache und logische Gründe. Erstens, weil wir unsere Gäste lieben und zweitens, weil wir im Chinesischen Markt ein sehr grosses Wachstumspotential sehen. Vor rund drei Jahren hat Gstaad Saanenland Tourismus angefangen, Marketingmittel in China zu investieren. Wir zielen dabei bereits jetzt schon nicht auf die Masse, sondern auf den Individualreisenden. Dieser Zielgruppe wird für die nächsten Jahre ein immenses Wachstum vorausgesagt. Unsere Zahlen liefern erste Hinweise dazu, dass diese Voraussage auch zutreffen wird. Übernachteten im Tourismusjahr 2009/10 rund 440 Chinesen in unserer Destination, so waren es 2013/14 bereits 1‘416 Übernachtungen. Die Arbeit trägt Früchte. Kooperationen wie bspw. solche Austausch-Programme, haben dabei eine wichtige Multiplikatoren Funktion.

Zum Glück hatte MrGstaad unterstützung von Mirjam Wolf
(Leitung Sales beim GST), sie spricht fliessend Chinesisch
Jüngst konnte man dazu im Ressort „Fokus“ der htr ein Interview mit Reto Gurtner, CEO der Weissen Arena in Laax lesen. Er liefert Wissen nach China und erhofft sich im Gegenzug Gäste. Dazu ist er eine Kooperation mit der malaysischen Genting-Gruppe eingegangen, welche u.a. in das chinesische Skigebiet „secret garden“ nordwestlich von Peking investiert hat. Die Kooperation ist langfristig ausgelegt. Der Aufbau eines Marktes dauert eine halbe Generation, sagt er. Zudem müsse man in der Marktbearbeitung bei der gesellschaftlichen Spitze anfangen, um dort das Image zu bilden, Testimonials zu schaffen. Danach kämen dann all die „Wannabes“ im Schlepptau. Recht hat er, finde ich. Wir von Gstaad Saanenland Tourismus sind auf jeden Fall sehr gespannt, wo sich die Gästezahlen aus China in rund sieben Jahren bewegen werden.

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