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Donnerstag, 24. Juli 2014

Golfsport im Saanenland

Es ist schon eine Weile her, als ich mein Studium mit einem Nebenjob auf einem Golfplatz mitfinanzierte. Ich amtete als sogenannter „Course Marshall“ und überwachte den Spielbetrieb. Eine angenehme Nebenerscheinung dieses Jobs war es, dass ich mich ohne Einschränkungen mit dem Golfspiel vergnügen konnte und dabei noch Geld verdiente. Der Golfvirus hatte mich damals gepackt und ich absolvierte zig Runden, stets in Demut und Respekt vor dem kleinen weissen Ball. Golf zählt mitunter zu einer der schwierigsten Sportarten der Welt.

Der Ball wird angesprochen
Im Berufsleben angelangt, konnte ich mir dann den Golfsport leider nicht mehr leisten. Nicht aus finanziellen, sondern aus zeitlichen Gründen. Es ist deshalb schon rund 8 Jahre her, seit ich meine letzte Runde gespielt habe. Kürzlich habe ich aber wieder mal zu den „Eisen“ (anderes Wort für Golfschläger) gegriffen. Ich tat dies im einzigen hoteleigenen Golfsimulator in Europa mit halbrunder Leinwand, der die Spieler mitten ins Geschehen versetzt. Dieser steht im Grand Hotel Park in Gstaad. Ich war positiv überrascht, wie real sich ein Spiel im Golfsimulator gestaltet. Total wetterunabhängig – was angesichts des bislang wenig überzeugenden Juliverlaufs doch sehr angenehm erscheint – kann man dort sein Können auf den verschiedensten Plätzen der Welt ausprobieren. Stets unter den achtsamen Augen eines Golflehrers (wenn man es dann wünscht, ist aber sicherlich sehr zu empfehlen). Natürlich dürfen auch die technischen Helfer nicht fehlen, welche jede Bewegung aufzeichnen, vermessen und analysieren. Die Golfstunde hat mir sichtlich Spass gemacht und ich überlege mir, irgendwann wieder regelmässig zu trainieren. Wobei ich sagen muss, dass bei mir der Radsport zurzeit Priorität hat und dieser ist ja bekanntlich auch ein zeitintensives Hobby.

Beim Schwung stets den Ball im Auge behalten
 Der Golfsport spielt sich aber primär in der Natur ab und zwar bei jedem Wetter, so lange der Platz bespielbar bleibt. Wer im Saanenland golfen will, der findet oberhalb von Saanenmöser einen traumhaft angelegten 18-Loch Golfplatz. Umgeben von einem Naturschutzgebiet mit Flachmoor von nationaler Bedeutung bietet er jedem Golfer einen absoluten Spielgenuss. An dieser Stelle muss ich ehrlicherweise hinzufügen, dass ich persönlich diesen Platz aus den oben erwähnten Gründen noch nicht gespielt habe. Ich kenne ihn nur durch Begehungen und vom „Hörensagen“. Aber bei Letzterem ist ein bisschen Vorsicht geboten. Golfer sind wie Jäger oder Angler, wenn sie am Stammtisch sitzen. Der Fisch oder die Jagdtrophäe nimmt bei jedem Glas Wein oder Bier an Grösse ein bisschen zu. Ähnlich verhält es sich mit dem Gespielten auf der Golfrunde. Aus einem 180 Meter-Abschlag wird so schnell mal ein 250 Meter-Drive (schmunzel). Dies ist mir übrigens während meiner Golf-Aktivzeit auch schon einige Male passiert und ist völlig menschlich. Ein Besuch des Golfplatzes lohnt sich auch für Nicht-Golfer. Dies einerseits wegen dem Panorama-Blick und andererseits wegen dem kulinarischen Erlebnis. Das mit 14 Gault & Millau-Punkten dekorierte Club-Restaurant ist nämlich auch öffentlich zugänglich und wird vom Gstaader Gastrokönig Robert Speth betrieben. Man kann den Golfplatz wandernd, radfahrend und selbstverständlich auch mit dem Auto erreichen. Und wenn man sich mal eisenschwingend versuchen möchte, dann stehen kompetente Golflehrer parat und führen einem mittels Schnupperstunde in die faszinierende Golfwelt ein. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie den folgenden Warnruf in ihrer Golfkarriere möglichst wenig brauchen müssen. Man schreit ihn mit voller Lautstärke auf den Platz, wenn sich ein Golfplatz in der Flugbahn leicht verirrt und dabei Kurs auf andere Mitspieler nimmt. „Fore!!!“

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