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Donnerstag, 17. April 2014

Winterbilanz 2013/14

Ostern steht kurz bevor, die Temperaturen sind frühlingshaft mild und die Hänge an den umliegenden Bergen im Saanenland sind grün und doch kann in unserer Destination noch immer Wintersport betrieben werden. Auf dem Glacier 3000 herrschen perfekte Bedingungen fürs Frühlingsskifahren. In dieser Übergangsphase zur Sommersaison ist es an der Zeit, eine Bilanz über die erste Hälfte des Tourismusjahres 13/14 zu ziehen. Die offizielle Medienmitteilung dazu finden Sie hier.

Von November 2013 bis Ende März 2014 verzeichnete die Destination Gstaad Saanenland in der Hotellerie ein Minus an Logiernächten von rund vier Prozent. Dies im Vergleich mit der gleichen Zeitperiode im Vorjahr. In Logiernächten ausgedrückt heisst dies, dass gegenüber dem Vorjahr rund 7‘500 Logiernächte weniger verbucht wurden. Wie immer gibt es bei dieser Statistik Gewinner und Verlierer. Als Gewinner gehen die Hotels der Fünfsterne- und Dreisternekategorie hervor. Sie schlossen die Wintersaison nämlich deutlich über dem Vorjahr ab. Interessant dabei ist, dass der vorgängig heraufbeschworene Verdrängungskampf unter den Fünfsternehotels nach der Eröffnung des The Alpina Gstaad nicht eingetroffen ist. Die Kategorie der Dreisternehotels profitierte vor allem vom neuen Spitzhorn, welches neu in die Statistik kam. In der Viersternekategorie sowie in der Kategorie der übrigen Betriebe war das Ergebnis deutlich tiefer als im Vorjahr. Dies rührt zum Teil daher, dass einige Betriebe wegen Renovation länger geschlossen waren, oder sogar während der ganzen Wintersaison nicht in Betrieb waren. Bestes Beispiel dafür ist die Jugendherberge, welche diesen Juni mit einem Neubau wiedereröffnet wird. Es sind jedoch nicht nur längere Schliessungszeiten sowie allenfalls mässiges Winterwetter für den Rückgang in diesen beiden Kategorien verantwortlich. Es kann durchaus auch vermutet werden, dass vor allem die Drei- und Fünfsternehotels mit einer interessanten Preis- und Angebotsgestaltung den Gast überzeugen. Dies war wohl mitunter auch ein Grund, welcher die übrigen Kategorien diesen Winter in Bedrängnis gebracht hat.

Übernachtungen in der Parahotellerie werden seit einigen Jahren nicht mehr vom Bundesamt für Statistik erfasst. Heisst also, dass die Logiernächteentwicklung in der Hotellerie die einzig messbare Kenngrösse ist, welche Saison für Saison herbeigezogen wird, um über den Gesundheitsstand der Tourismuswirtschaft in der Schweiz Auskunft zu geben.

Für die Destination Gstaad Saanenland heisst dies nun, dass rund 2/3 aller erzielten Logiernächte nicht in die besagte Statistik fallen. Im Saanenland werden nämlich lediglich 1/3 der Logiernächte in der Hotellerie erzielt. Der Rest fällt auf die Parahotellerie. Die Gäste tragen einen nicht zu unterschätzenden Beitrag an die touristische Wertschöpfung in der Region bei. Sie kaufen ein, fahren Ski, nutzen die übrigen touristische Infrastrukturen und essen in den zahlreichen Restaurants der Region. Die Umsätze, die GST in der Vermittlung von Ferienwohnungen verbuchte, sind im Vergleich zum Vorjahr um 5.1. % gestiegen. Es erstaunt demnach nicht, dass eine repräsentative Umfrage bei den Detailhändlern ergeben hat, dass mehr als 60 % mit der vergangenen Saison zufrieden waren. 30 % gaben sogar an, zwischen 2 und 10 % höhere Umsätze erzielt zu haben. Die von den Bergbahnen erzielten Umsätze lagen dann aber wiederum hinter dem Vorjahr, was dem allgemeinen Trend in der Schweizer Seilbahnbranche entspricht. Der milde Winter sorgte dafür, dass vor allem viel weniger Tagesgäste als im Vorjahr dem Schneesport frönten.

Sie sehen liebe Leser, ein Minus von rund 4 % in der Hotellerie gilt es differenziert zu betrachten und in den Gesamtkontext einer Destination zu stellen. Ich ziehe deshalb ein durchzogenes Fazit über die letzte Wintersaison und hoffe, dass die Destination auf einen starken Sommer zählen kann. Unsere Topevents sind ein Garant dafür, dass die Sommersaison in der Regel weniger volatil auf gewisse Einflüsse reagiert, als der Winter.

In diesem Sinne läuten wir den Frühling ein und machen uns auf die Suche nach dem Osternest. Vielleicht finden wir ja darin das Ei des Kolumbus für die Schweizer Tourismuswirtschaft? Frohe Ostern!

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