Willkommen zu den Tagebuch-Einblicken in eine der renommiertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz.
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Freitag, 21. März 2014

Dankeschön @ Elevation 1049


Heute Abend darf ich im Hotel Alpine Lodge anlässlich eines Dankesapéro der LUMA-Stiftung ein paar Worte zu einem Highlight des diesjährigen Winters sagen. Es war die LUMA-Stiftung, welche einen grossen Anteil daran hatte, dass das Projekt Elevation 1049 Realität wurde und uns diesen Winter einen neuen Zugang zur zeitgenössischen Schweizer Kunst eröffnete. Nachfolgend meine Rede, ungekürzt und ungeschminkt.

„Kunst und Tourismus haben viele Gemeinsamkeiten.

  • Es sind beides Themen, wo der Mann oder die Frau von der Strasse problemlos mitdiskutieren. Und das ist auch gut so. Es dient der breiten Meinungsbildung und dem Verständnis über beide Themen. So geschehen auch im Saanenland. Ich erinnere da zum Beispiel an die wundervolle Reportage der Sendung Kulturplatz vom Schweizer Fernsehen.
  • Kunst generiert Schlagzeilen – marode Bergbahnen oder leere Hotelbetten ebenfalls.
  • Es gibt viele Kunstexperten – mindestens genauso viele Tourismusexperten gibt es.
  • Kunstwerke ziehen Menschen aus nah und fern an – gute touristische Produkte ebenfalls.
  • Manchmal ist ein Kunstwerk – oder mehrere davon – ein solches touristisches Produkt und die Menschen strömen in Scharen in ein Museum oder eben zu Elevation 1049 ins Saanenland. Deshalb arbeiten Touristiker und Kulturschaffende dann oft eng und gut zusammen.
Die Aufzählung ist bei Weitem noch nicht abschliessend. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Kunst und Tourismus besteht aber darin, dass Kunst ein menschliches Kulturprodukt ist, welches durch einen kreativen Prozess entstanden ist. Dies ist im Tourismus nicht immer so. Manchmal haben Tourismusregionen auch einfach nur Schwein gehabt und profitieren vom

Jahrmillionen alten Entstehungsprozess unserer Erde. Unzählige Touristen sind überall dort, wo es schöne Berge, Flora und Fauna zu bestaunen gibt.

Unser Trafohäuschen vor der Verwandlung

Über den kreativen Prozess bei der Entstehung von Kunst erhitzen sich zuweilen die Gemüter. Wann ist etwas kreativ und wann nicht? Sie kennen die nachfolgende Aussage nur zu gut: „Was! Das soll Kunst sein? Das bringt sogar meine kleine Tochter besser hin!“ Ich habe mir dazu eine relativ simple Erklärung zurecht gelegt. Kunst ist dann Kunst, wenn sie die Menschen zum Reden bringt und sie dabei ihren Emotionen freien Lauf lassen können. Egal ob positiv oder negativ. Kunst muss die Menschen berühren, sie zum Nachdenken oder zum Debattieren anregen. In der heutigen Multioptionsgesellschaft wahrlich ein anspruchsvolles Unterfangen. Nur einen Klick auf dem Smartphone und man ist sofort anderswo mit seinen Gedanken.


Nach der Verwandlung

Elevation 1049 war grosse Kunst. Es hat die Menschen zum Reden gebracht. Sie sind extra angereist, um im Saanenland zeitgenössische Schweizer Kunst zu entdecken. Man hat gewisse Werke mürrisch oder wehmütig betrachtet, andere wiederum mit einem herzhaften Lacher quittiert.

Spannen wir den Bogen nun wieder zurück zum artverwandten Thema „Tourismus“. Damit Elevation 1049 entstehen konnte, haben viele Menschen zusammen gearbeitet und ihr Bestens gegeben. Menschen, denen Kunst und/oder das Saanenland sehr viel bedeutet. Kunst war im Saanenland plötzlich ein Stammtischthema und dies ist durchaus mit einem Ritterschlag vergleichbar. Es gab zahlreiche Schlagzeilen auf der ganzen Welt und das Saanenland wurde zum Nabel der zeitgenössischen Schweizer Kunst.

Ugo Rondinone vor seinem Werk

Für all dies möchte ich den Menschen in und rund um Elevation 1049 im Namen unserer Destination herzlich danken. Und wer weiss, vielleicht hat unser blaues Trafohäuschen von Ugo Rondinone eine symbolische Bedeutung? Es bleibt nämlich so belassen. Dies könnte man durchaus in dem Sinne verstehen, dass es so als Platzhalter für die nächste Elevation 1049 dienen könnte, welche dann vielleicht in 2 – 3 Jahren erneut wieder im Saanenland stattfinden könnte.

"Manchmal ist der Wunsch Vater des Gedankens.“





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