Herzlich Willkommen. Dieses Tagebuch vermittelt Einblicke in eine der renommiertesten, profiliertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz aus dem Blickwinkel ihres Tourismusdirektors.


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Dienstag, 31. Juli 2012

Der olympische Gedanke – dabei sein ist alles


Der Countdown läuft. Nur noch wenige Stunden und dann startet mein persönliches Olympia-Abenteuer in London. Vom Flughafen Bern führt mich meine Reise über den London City Airport direkt zum House of Switzerland, www.houseofswitzerland.org, welches dann für rund drei Tage mein „Arbeitsplatz“ sein wird. Das House of Switzerland ist das offizielle Schweizer Gästehaus, das anlässlich der Olympischen Spiele aufgebaut, eingerichtet und während der Dauer der Spiele betrieben wird. Es steht unter der Projektleitung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten sowie von Präsenz Schweiz. Zusammen mit öffentlichen Partnern und solchen aus der Privatwirtschaft wurde es finanziert und dient während den olympischen Spielen als Treffpunkt für Fans, Sponsoren, Athleten, Medienvertretern und allerlei weiteren Leuten, welche den Swiss Spirit erleben wollen.

Grossbritannien und die Schweiz, speziell das Berner Oberland, pflegen in Sachen Tourismus innige und langjährige Beziehungen. So waren es schliesslich die Briten, welche als erste Touristen in Scharen die Schweiz bereisten. Unter dem Namen „Bernese Oberland – Jungfrau“ leistet auch die Destination Gstaad Saanenland ihren Beitrag und dies mit grosser Freude und Begeisterung. Das Berner Oberland sowie die Region Bern zeigen sich im House of Switzerland einerseits von ihrer traditionellen Seite und andererseits aber auch als innovative Schweizer Destination. In dieser Inszenierung hat auch der Saaner Scherenschnittkünstler Ueli Hauswirth einen Auftritt.

Diese Gemeinschaftsaktion zwischen dem beco, der Region Bern, dem Berner Oberland und den Jungfraubahnen ist als Beispiel zu sehen, wie künftige ähnliche Projekte über die neue Marketing AG des Kantons Bern (habe in meinem Blog schon darüber berichtet) zu laufen haben. Wie mein Einsatz für das Saanenland, für das Berner Oberland und für die Schweiz aussehen wird bzw. ausgesehen hat, erzähle ich dann in einem nächsten Blog nach meiner Rückkehr. Fortsetzung folgt.

Freitag, 27. Juli 2012

Sommerzwischenbilanz

Der Sommer zeigt sich heute hier im Saanenland in seiner schönsten Blüte. Zeit für eine kurze Saison-Zwischenbilanz. Leider bleibt auch unsere Gegend nicht von den Unsicherheiten auf den europäischen Finanzmärkten verschont. Dies zeigt sich vor allem im Buchungsverhalten, welches zunehmend kurzfristiger wird sowie im generellen Ausgabe- und Konsumverhalten unserer Gäste aus den europäischen Kernmärkten. Die Monate Mai und Juni kumuliert haben aber gezeigt, dass die Gäste aus den Niederlanden, aus Belgien und aus Frankreich dem Saanenland die Treue halten. Erstaunlicherweise konnten diese Märkte in der Hotellogiernächtestatistik gegenüber dem Vorjahr sogar zulegen. Rückhalt bieten uns auch unsere Schweizer Gäste. Die Übernachtungszahlen liegen im Mai und im Juni etwa gleich auf wie im Vorjahr. Sehr erfreulich läuft unser Geschäft mit der Vermietung von Ferienwohnungen. GST vermittelt rund 220 Objekte in der Region und liegt in der Sommersaison um ca. 23 % über dem Vorjahr. Positive Wirkung zeigt hier die seit diesem Frühjahr zusätzliche Vermarktung über Buchungsplattformen von Drittanbietern. Etwa ein Viertel aller Ferienwohnungs-Buchungen wurde inzwischen über diese neu erschlossenen Kanäle getätigt.

Somit lässt sich die erste Hälfte der Sommersaison damit zusammenfassen, dass sich die touristische Nachfrage in etwa auf Vorjahresniveau entwickelt. Unsere Sommer Top Events wie das Menuhin Festival, die Beachvolleyball World Tour, das Crédit Agricole Suisse Open, der Hublot Polo Gold Cup oder die Country Night, aber auch die Saison Highlights wie der Glacier 3000 Run oder das Rellerli Schwingfest als Publikumsmagneten beleben das Geschäft. In unsicheren Zeiten wie den jetzigen sorgen sie für eine gewisse Planbarkeit für unsere Leistungsträger. Man darf deshalb sehr gespannt sein, wie die Monate Juli und August ausfallen werden. Erst dann lässt sich abschätzen, ob die Sommersaison ihren positiven Start weiter fortsetzen kann. Eines ist klar, für Kurzentschlossene wird es auch diesen Sommer in jeder Kategorie noch freie Zimmer haben. In diesem Sinne; Come up–slow down!

Montag, 2. Juli 2012

Die Chalberhöniwand bezwungen

Gstaad, 30.6.2012 – der bisher heisseste Tag des Jahres. Was macht ein Tourismusdirektor, wenn er mal einen freien Tag einzieht? Er erkundet das Saanenland. Nachdem ich es mir für einige Stunden auf meiner Terrasse gemütlich gemacht habe, ich las Zeitung und diverse Zeitschriften, begann ich mit dem Studium meiner Wanderkarte. Ich suchte nach einer Trailrunning-Strecke, die meinen Puls am späteren Nachmittag noch ein bisschen nach oben schnellen lassen sollte. Ich wurde fündig und machte mich für das „kleine“ Abenteuer parat. Ich schnürte meine Joggingschuhe, rüstete mich mit mp3-Player, Sonnenbrille und Pulsuhr aus. Bevor ich meine Wohnung in Gstaad verliess, tauchte ich meine Jogging-Klamotten in frisches Wasser. Dadurch erfuhr ich eine angenehme Kühlung auf meinem Körper, während ich die ersten Kilometer Richtung Saanen hinter mich brachte.

Bei Kilometer 3, ein paar hundert Meter hinter dem Fussballplatz des FC Sarina, begann die Steigung durch den Allmiwald. Ein gut gekennzeichneter Bergwanderweg führte mich Meter um Meter höher weg vom Talboden. Zuerst war es ein breiter Waldweg, der auch mit Mountain Bikes gut zu befahren ist. Nach den ersten gut 300 Höhenmetern wurde der Weg immer schmaler und steiler. Zudem war er teilweise auch stark bewachsen. Das machte das „kleine“ Abenteuer noch authentischer. Kam hinzu, dass mir während des ganzen Aufstieges keine Menschenseele begegnet war. Einige Male durchbrach ich kunstvoll gewobene Spinnennetze, die quer über den Bergwanderweg gespannt waren. Meine Begleiter waren einzig und allein ein Heer von Bremsen und Fliegen, welche sich unerbittlich und mit stoischer Ruhe an meinem Schweiss und Blut satt fressen wollten. Doch so wie ich mich gegen den Anstieg wehrte, wehrte ich mich auch gegen das „Ungeziefer“. Während des Anstieges gelang es nur einer Bremse, mich zu stechen. Sie bezahlte ihre Gier mit dem Leben.

Nach rund 650 Höhenmetern erreichte ich ein kleines Plateau zwischen der „Dorfflüe“ und der „unteren Dorfflüeh“. Richtung letztere setzte ich meine Tour ohne Pause fort und fand mich bald in einem Zick-Zack Abstieg Richtung Saanen wieder. Die steile Wand spuckte mich dann auf Höhe Fussballplatz wieder aus und ich konnte gemütlich an der Saane entlang Richtung Gstaad heimtraben. Fazit meiner Trailrunning-Strecke; 15 Km, rund 650 Höhenmeter, authentisch, gefrässig und steil. Je nach Kondition muss man für die Tour joggender Weise rund 90 bis 120 Minuten einplanen. Viel Spass!