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Donnerstag, 6. September 2012

"Pauschalbescheuerte gegen Pauschalbesteuerte"

Gerne zitiere ich an dieser Stelle den Leitsatz 10 aus dem GST-Leitbild von 2010 http://www.gstaad.ch/de/page.cfm/Medien/Geschaeftsberichte, welches noch immer seine Gültigkeit hat:

„Wir nehmen zu allen politischen Fragen Stellung, die mit dem Tourismus in Verbindung stehen und versuchen bereits in der konzeptionellen Phase unseren Einfluss geltend zu machen.“

Zu politischen Themen nimmt GST gemäss seinem Leitbild grundsätzlich eine neutrale Haltung ein, ausser in tourismuspolitischen Fragen. Es ist offensichtlich, dass die Pauschalbesteuerung unserer Region mehr Positives als Negatives gebracht hat und sich deshalb auch fördernd auf die volkswirtschaftliche Gesamtentwicklung des Saanenlandes ausgewirkt hat. Dadurch profitiert auch die Tourismuswirtschaft überdurchschnittlich. Aus diesem Grund setzt sich GST für die Pauschalbesteuerung ein und ist seit 2010 Mitglied in der Interessengemeinschaft für Arbeitsplätze im Berggebiet. www.arbeitimberggebiet.ch

Pauschalbescheuerte gegen Pauschalbesteuerte, Oberland gegen Unterland, Arm gegen Reich, Unterdrückte gegen Profiteure, Neid und Missgunst gegen Mäzenatentum, Profilierungssucht gegen Sachlichkeit. Die Liste der Schlagzeilen in diesem Wahlkampf ist schier endlos und deshalb auch ein gefundenes Fressen für die Medien. Die Kampagnen-Reiter der UNIA preschen im Galopp voraus und setzen dabei auf plakative Effekthascherei. Zu hoch ist der Profilierungswillen ihrer vordersten Vertreter. Man muss sich gezielt die Frage stellen, ob es ihnen primär um ihre ureigenen persönlichen Interessen geht, oder ob sie tatsächlich für den einfachen „Büezer“ oder für die kinderreiche Familie kämpfen? Diese Frage kann ich leider nicht beantworten. Es wäre zu spekulativ und würde dem Gebot der Sachlichkeit widersprechen. Deshalb seien an dieser Stelle nochmals drei sachlich richtige und wichtige Argumente für die Pauschalbesteuerung wiedergegeben:
  •  Keine ungerechte Vorzugsbehandlung: Die Schweizer Pauschalbesteuerung ist stets nur ein Teil der Gesamtbesteuerung des Steuerpflichtigen. Sie dürfen in der Schweiz nicht arbeiten und erzielen deshalb ihre Einkünfte nach wie vor im Ausland. Dort wo sie Renten, Einkommen oder Dividenden beziehen, zahlen sie auch Quellensteuer. Diese Gesamtsteuerbelastung gilt es dringend in die Betrachtung miteinzubeziehen, bevor man ein Urteil fällt.
  • Säge nicht am Ast, auf dem Du sitzt: Pauschal besteuerte Personen sind keine Profiteure, sie sind sehr gute Steuerzahler. Im Durchschnitt bezahlt jeder einzelne von ihnen in der Schweiz pro Jahr über 100‘000 Franken Steuern. Unter Berücksichtigung aller übrigen Abgaben beläuft sich der Gesamtbetrag jährlich über eine Milliarde Franken. Nebst den Steuern spenden sie zudem rund eine halbe Milliarde Franken für gemeinnützige Projekte wie zum Beispiel kulturelle, soziale oder touristische Einrichtungen. Zu guter Letzt sorgen sie für sehr viele volkswirtschaftliche Vorteile, von denen nicht nur einzelne Randregionen profitieren, sondern letztendlich die ganze Schweiz. Hinuntergebrochen auf den Kanton Bern würde ein Ja zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung einen Verlust von ca. 2000 Arbeitsplätzen, vornehmlich im Berggebiet, bedeuten. Die von Pauschalbesteuerten ausgelösten Investitionen und Konsumausgaben würden möglicherweise massiv zurückgehen. Gegenwärtig betragen sie im Kanton Bern ca. 300 Mio. Franken pro Jahr. Die Pauschalsteuer muss deshalb als wichtiger Motor für unsere Volkswirtschaft verstanden werden.
  • Die Pauschalbesteuerung als Standortvorteil: Alleine 10 europäische Länder wie z.B. Grossbritannien, Belgien oder Österreich kennen und nutzen das System der pauschalen Besteuerung in ihrer eigenen Gesetzgebung. Viele dieser Bedingungen sind sogar jetzt schon attraktiver als bei uns. Mit der Abschaffung oder einer übermässigen Verschärfung verlieren wir gänzlich an Attraktivität und geraten dadurch im internationalen Wettbewerb massiv in Rücklage. Die volkswirtschaftlich negativen Aspekte haben dabei einen Impact auf uns alle.
Fast hätte ich es vergessen: Die Schweiz ist ein friedliches Land, insbesondere das Saanenland. Die Meinungs- und Versammlungsfreiheit ist ein schweizerisches Grundrecht, sofern sie sachlich und konfliktfrei vorgetragen wird. Schenken Sie deshalb an den Meldungen, dass die UNIA trotz Rückzug ihres Demonstrationsgesuchs gleichwohl organisiert ins Saanenland kommen will, keine Beachtung. Sollten trotzdem einige politisch motivierte Wandergruppen das Saanenland am 8.9.2012 besuchen, dann respektieren wir ihr Erholungsbedürfnis getreu nach unserem Slogan „come up – slow down“. Lassen wir uns nicht auf allfällige Provokationen ein, sondern geben wir uns Mühe, die Provokateure in der Entourage der UNIA ins Leere laufen zu lassen. Damit ist Ihnen nämlich am wenigsten gedient. Für uns viel wichtiger ist es, am 23.9.2012 ein doppeltes Nein für die Initiative „Faire Steuern – Für Familien“ sowie für den Gegenvorschlag in die Urne zu legen. Dafür und nur dafür lohnt es sich, die Bevölkerung zu mobilisieren.

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