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Montag, 2. Juli 2012

Die Chalberhöniwand bezwungen

Gstaad, 30.6.2012 – der bisher heisseste Tag des Jahres. Was macht ein Tourismusdirektor, wenn er mal einen freien Tag einzieht? Er erkundet das Saanenland. Nachdem ich es mir für einige Stunden auf meiner Terrasse gemütlich gemacht habe, ich las Zeitung und diverse Zeitschriften, begann ich mit dem Studium meiner Wanderkarte. Ich suchte nach einer Trailrunning-Strecke, die meinen Puls am späteren Nachmittag noch ein bisschen nach oben schnellen lassen sollte. Ich wurde fündig und machte mich für das „kleine“ Abenteuer parat. Ich schnürte meine Joggingschuhe, rüstete mich mit mp3-Player, Sonnenbrille und Pulsuhr aus. Bevor ich meine Wohnung in Gstaad verliess, tauchte ich meine Jogging-Klamotten in frisches Wasser. Dadurch erfuhr ich eine angenehme Kühlung auf meinem Körper, während ich die ersten Kilometer Richtung Saanen hinter mich brachte.

Bei Kilometer 3, ein paar hundert Meter hinter dem Fussballplatz des FC Sarina, begann die Steigung durch den Allmiwald. Ein gut gekennzeichneter Bergwanderweg führte mich Meter um Meter höher weg vom Talboden. Zuerst war es ein breiter Waldweg, der auch mit Mountain Bikes gut zu befahren ist. Nach den ersten gut 300 Höhenmetern wurde der Weg immer schmaler und steiler. Zudem war er teilweise auch stark bewachsen. Das machte das „kleine“ Abenteuer noch authentischer. Kam hinzu, dass mir während des ganzen Aufstieges keine Menschenseele begegnet war. Einige Male durchbrach ich kunstvoll gewobene Spinnennetze, die quer über den Bergwanderweg gespannt waren. Meine Begleiter waren einzig und allein ein Heer von Bremsen und Fliegen, welche sich unerbittlich und mit stoischer Ruhe an meinem Schweiss und Blut satt fressen wollten. Doch so wie ich mich gegen den Anstieg wehrte, wehrte ich mich auch gegen das „Ungeziefer“. Während des Anstieges gelang es nur einer Bremse, mich zu stechen. Sie bezahlte ihre Gier mit dem Leben.

Nach rund 650 Höhenmetern erreichte ich ein kleines Plateau zwischen der „Dorfflüe“ und der „unteren Dorfflüeh“. Richtung letztere setzte ich meine Tour ohne Pause fort und fand mich bald in einem Zick-Zack Abstieg Richtung Saanen wieder. Die steile Wand spuckte mich dann auf Höhe Fussballplatz wieder aus und ich konnte gemütlich an der Saane entlang Richtung Gstaad heimtraben. Fazit meiner Trailrunning-Strecke; 15 Km, rund 650 Höhenmeter, authentisch, gefrässig und steil. Je nach Kondition muss man für die Tour joggender Weise rund 90 bis 120 Minuten einplanen. Viel Spass!

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