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Freitag, 18. Mai 2012

Neue Impulse zur Destinationsentwicklung – wie alles begann – ein Weg in drei Phasen

Die Initiative Gstaad 2020+ ist jetzt ein Verein. Am Mittwoch, 16. Mai 2012 genehmigte die Vereinsversammlung die Statuten und bestellte den Vorstand (Medienmitteilung 18.05.2012: http://www.gstaad.ch/de/page.cfm/Medien/Medienmitteilungen/146129). Dies ist das Ende eines wichtigen Prozessschrittes, welcher seine Anfänge bereits im Jahre 2009 hatte. Damals diskutierte der Hotelierverein Gstaad Saanenland vertieft über die Weiterentwicklung des Saanenlandes. Parallel dazu entwickelte Gstaad Saanenland Tourismus ein neues Leitbild (Leitbild von GST.), welches an der Hauptversammlung im Frühjahr 2010 verabschiedet wurde. Beide Vereine hatten in Ihren Bestrebungen das Hauptziel, die Region nachhaltig weiterzuentwickeln. Nachhaltig unter dem Aspekt von volkswirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Kriterien. Im Herbst 2010 startete dann ein gemeinsamer und neuartiger Meinungsbildungsprozess. In einem kleinen Kreis diskutierten Vertreter von Gstaad Saanenland Tourismus und dem Hotelierverein über die Zukunft der Destination. Eine der zentralen Erkenntnisse dabei war die nötige Integration möglichst vieler Interessengruppen in den Prozess. Diese Phase kann man als Initialisierungsphase von 2020+ bezeichnen.

In einem weiteren Schritt wurde dann im Frühjahr die Initiative verschiedenen Interessenvertretern vorgestellt. Diese Interessenvertreter setzten sich aus den Anspruchsgruppen Landwirtschaft, Gewerbe, Hotellerie, Politik, Bahnen, Schneesport, Bergsport, Privatschulen, Tourismus und Events zusammen. Sämtliche angefragten Anspruchsgruppen waren begeistert von der Idee und bereit, daran auch aktiv mitzuarbeiten. Ab April 2011 traf man sich dann jeweils in regelmässigen Abständen zu sogenannten „Denkfass-Meetings“, wo man zuerst die für die Region wichtigsten Fragen und Themen identifizierte und danach priorisierte. So wurde beispielsweise das Thema „Innovation“ sehr hoch bewertet. Innovation ist einer der wesentlichen Treiber für die Weiterentwicklung einer Region. Für 2020+ heisst dies nun konkret, dass man Wege und Möglichkeiten sucht, wie man innovative Ideen im Saanenland und den angrenzenden Gebieten fördern und unterstützen kann. Dabei muss es sich im Idealfall um innovative Ideen in allen Bereichen der Nachhaltigkeit handeln.

Aber auch rein touristische Themen wie die Angebotsentwicklung erfuhren eine hohe Priorisierung durch die Initiative 2020+. Im Sommer 2011 fand dann eine Art Kreativphase statt. In Unterprojekt-gruppen wurden die priorisierten Themen weiter verfeinert, teilweise bis zur Umsetzungsreife. Erste Umsetzungsbeispiele wie die Lancierung einer „3Generationen-Kampagne“, oder die öffentliche Diskussion über das Thema „Exzellenz“ zeugen davon. Trotz allem Enthusiasmus geriet dann der eingeschlagene Weg leicht ins Stocken. Es waren viele Ideen vorhanden, doch der Schritt vom Denken zum Handeln war nicht so leicht umzusetzen. Man merkte, dass es an einer Struktur und an Ressourcen fehlte. Bis dahin war man ja eigentlich ein loser Debattierclub, der sich in einem unverbindlichen Rahmen zu einem regelmässigen Austausch traf. Dies wollte man ändern und eine Art „Regionenvertrag“ implementieren. Ein Vertrag, an dem alle beteiligten Parteien verbindlich festhalten und ein gemeinsames Ziel vor Augen haben. Mit der Gründung des Vereins fand die sogenannte Findungsphase ihren Abschluss und die Initiative 2020+ hat nun ihre eigene rechtliche Identität.

Nun wird die sogenannte Umsetzungsphase eingeläutet. Der Verein 2020+ bezweckt die volkswirtschaftliche Weiterentwicklung des Saanenlandes inkl. der angrenzenden Gebiete. Mit den entsprechenden finanziellen Mitteln will man nun die Umsetzung der vorhandenen, aber auch neuen, Themen vorantreiben. Dazu stellt man einen Projektleiter ein, der das Projektportfolio koordiniert und die Projektgruppen unterstützt. Zudem amtet der Projektleiter als Bindeglied zum Vorstand des Vereins sowie zu möglichen Partnern. Eine wichtige Partnerschaft wurde bereits eingegangen. Für die Dauer von zwei Jahren arbeitet der Verein 2020+ mit „Enjoy Switzerland“, dem Impulsprogramm für Angebotsentwicklung und Qualitätsmanagement von Schweiz Tourismus zusammen (http://www.stnet.ch/de.cfm/home/enjoy/).

Ich bin stolz und hoch motiviert, in diesem Verein mitarbeiten zu können. Es ist einer Region hoch anzurechnen, einen derart integrativen Weg gehen zu wollen. In meiner bisherigen Amtszeit als Tourismusdirektor von Gstaad Saanenland Tourismus konnte ich diese Eigenschaft bereits als eine der grossen Stärken des Saanenlandes ausmachen. Man will Herausforderungen gemeinsam angehen und ausdiskutieren. Auch wenn – wie überall – gewisse Eigeninteressen vorhanden sind, ist trotzdem allen bewusst, dass nur der gemeinsame Weg ein Garant für einen nachhaltigen Erfolg ist.

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