Willkommen zu den Tagebuch-Einblicken in eine der renommiertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz.
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Freitag, 24. Februar 2012

Gstaad in der Hochsaison

Schnee soweit das Auge reicht, blauer Himmel, Sonne satt. So präsentierte sich diese Woche die Winterwunderlandschaft Gstaad unseren Gästen und Einheimischen. Traditionell gehört die dritte Februarwoche je nach Ferienplan zu den am stärksten frequentierten überhaupt. Viele Chaletgäste sind hier, ehemalige Rosey-Schüler halten ihr Alumni-Treffen ab, die Ferienwohnungen sind ausgebucht und in den Hotels ist kaum ein freies Zimmer erhältlich. Mit dem spektakulären und grossartig organisierten High-Fly Event (www.high-fly.ch) wurde letztes Wochenende unsere Powerwoche eingeläutet. Nahtlos sorgten packende Curling-Matches anlässlich der Curling Schweizer Meisterschaften für Nervenkitzel auf den Zuschauerrängen (www.curling-gstaad.ch oder www.curling.ch ). Wer selber aktiv sein wollte, carvte über traumhaft präparierte Pisten, schnallte sich die Langlaufski unter die Füsse, stapfte mit den Schneeschuhen durch die Gegend oder nahm es auf einem gepflegten Winterwanderweg ein bisschen gemütlicher. Nach all den Aktivitäten draussen an der frischen Luft hatten die Wellness und SPA Einrichtungen anschliessend Hochkonjunktur. Es galt zu regenerieren, die Batterien wieder aufzuladen und sich für den Abend in Form zu bringen.

Einer dieser Abende hatte diese Woche etwas ganz Besonderes mit einer ausgewählten Schar von Gästen vor. Im Gstaader Kino wurde ein Dokumentarfilm über das bewegte Leben von Roman Polanski aufgeführt. Der Film mit dem Titel „Roman Polanski: A Film Memoir“ ist im Winter 2009/2010 während des siebenmonatigen Hausarrests in Gstaad entstanden. Im voll besetzten Kino begrüsste Roman Polanski höchstpersönlich die bunt zusammengesetzte Gästeschar. Den Film selbst hat sich der Regisseur dann allerdings nicht angesehen. Zu schmerzhaft wären die Erinnerungen an sein Leben mit vielen Hochs und Tiefs. Der Film fesselte, er bewegte. Nötig dazu waren keine schnellen Schnitte, keine mit Musik untermalten Action-Sequenzen, keine melodramatischen Exzesse. Nein, ein schlichtes Interview zwischen dem Produzenten Andrew Braunsberg und Roman Polanski bildete die Basis für ein 90 minütiges, tief bewegendes, Wechselbad der Gefühle. Die Geschichte von Roman Polanski ist faszinierend, grausam und zugleich voller Hoffnung. Polanski selbst bezeichnet sich denn auch als unverbesserlicher Optimist (http://bernerzeitung.ch/kultur/kino/Gepraegt-gejagt-geachtet/story/16970364).

Wie die meisten im Saal war ich froh, dass nach der Vorführung auf das übliche Apéritif oder Dinner verzichtet wurde. Es wäre für einmal fehl am Platz gewesen, in einer Hochsaisonwoche, wo man sonst gerne Ängste und Sorgen über Bord wirft und sich lieber der seichten Leichtigkeit des Seins widmet. Dies ist ja auch nicht verwerflich, denn schlussendlich sind die Ferien dazu da, Körper und Geist zu reinigen und neuen Schwung für den Alltag zu holen. Mir fällt im Moment keine bessere Region als das Saanenland mit all seinen Facetten ein, wo man dies mit Genuss tun kann.

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