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Freitag, 22. Oktober 2010

Gstaad ohne Mr.Gstaad?

Meine Zeit als "Mr.Gstaad" ist gezählt. Noch etwa 150 Tage bleiben mir, bevor ich als CEO zur Schweizer Reisekasse REKA wechseln werde. Diese Nachricht, am Mittwoch in den Medien, ist in der Ferienregion Gstaad wie eine Bombe eingeschlagen. Seither habe ich über 300 Emails und Anrufe erhalten, und der Strom reisst noch nicht ab. Sie haben praktisch alle den gleichen Inhalt: "Es ist schade, dass Du gehst, Mr.Gstaad. Du hast Gstaad gut getan".

Ich habe zwar gewusst, dass "Mr.Gstaad" nicht nur ein Label ist, das ich besetzt habe, sondern dass man mir dieses Pseudonym durchaus zubilligt. Ich hätte es allerdings nicht für möglich gehalten, dass die Verbundenheit so gross wäre. Das bewegt mich tief. Die mit meinem baldigen Weggang verbundenen Ängste kann ich durchaus verstehen. Kontinuität ist für eine Tourismusdestination wichtig. Sie hat Gstaad in den vergangenen 13 Jahren tatsächlich einiges gebracht. Diese 13 Jahre führten bei mir aber auch zu Scheuklappen. Das ist die andere Seite der Medaille.

Neue Besen kehren gut, heisst ein Sprichwort. Wer nach mir kommt, geht ohne Prägungen an sich stellende Herausforderungen heran, mit Frische und Unverdorbenheit. Die Gefahr, dass es nicht wieder 13 Jahre werden, ist zwar da. Aber auch die Chance auf neue Denkansätze. In diesem Sinne kommt nach Mr.Gstaad wieder ein Mr.Gstaad (oder vielleicht sogar eine Mrs.Gstaad?).

Und übrigens: Der Countdown läuft zwar, aber der alte "Mr. Gstaad" ist noch nicht weg. Wer weiss, vielleicht wirkt ja die Gewissheit, neue Ufer erreichen zu können, befreiend im Denken und Handeln.....

Text: Roger Seifritz

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