Willkommen zu den Tagebuch-Einblicken in eine der renommiertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz.
Herzlichen Dank für Ihre Kommentare zu gelesenen Artikeln.


Mittwoch, 17. März 2010

Gstaader Polo Gold Cup ade?

Am 26. März stimmt die Gemeindeversammlung von Saanen über einen Beitrag in der Höhe von 200'000.- Franken für die Sanierung des Polofeldes ab. Gegen den entsprechenden Gemeinderatsbeschluss wurde das Referendum ergriffen. Die Initianten argumentieren unter anderem, dass der Beitrag zu hoch sei. Ist er dies tatsächlich?


Der Polo Gold Cup hat seit 15 Jahren einen festen Platz im Event-Kalender der Ferienregion Gstaad. Er ist der einzige Event, der das im Sommerhalbjahr unzureichend vertretene Luxussegment direkt anspricht. Er ist somit für die Luxushotellerie und Betriebe im Luxussegment von zentraler Bedeutung. Zudem lockt der Anlass eine steigende Anzahl von Zweitwohnungsgästen ins Saanenland, die sonst im Sommer ihre Appartements und Chalets nicht nutzen. Dies ist positiv zu werten. Der Gstaader Polo Event hat ausserdem Entwicklungspotenzial. Das Turnier, seit zwei Jahren Teil der internationalen Polo-Tour, zieht immer mehr Teams und hochkarätige Spieler an. Dies steigert seine Attraktivität.

Der zur Diskussion stehende Gemeinde-Beitrag ist kein Betriebsbeitrag, sondern ein Beitrag an die Sanierung der Polo-Infrastruktur. Der hauptsächlich durch Sponsoren und die Poloclub-Mitglieder getragene Polo Gold Club ist aus betrieblicher Sicht nämlich finanziell gesund. Ähnlich den anderen Gstaader Grossanlässen ist die der Club aber nicht in der Lage, Infrastrukturen vollumfänglich aus Eigenmitteln zu finanzieren. Für die Gemeinde Saanen ist der zur Diskussion stehende Infrastruktur-Beitrag nichts Unübliches. Im Gegenteil, sie investiert regelmässig in Infrastrukturen, die Grundlage für Gstaader Top-Events sind.

Bei der Abstimmung geht es letztlich nicht um die Höhe des Beitrages, sondern darum, ob Gstaad ein Polo-Turnier im Sommer und die dazu passenden Gäste will oder nicht. Ein Nein würde ein negatives Signal aussenden, einerseits an viele Gstaader Stammgäste, aber auch an die Welt. Gstaad ist (zwar nicht nur, aber auch) eine Prestige-Destination. Ohne Polo würde sie um eine wichtige Facette ärmer.

Text: Roger Seifritz

Kommentare:

  1. die interessen der luxus hotels sind natürlich nachvollziehbar. aber polo ist eine sportart, die nur von superreichen gespielt oder geguckt wird. und superreiche haben im moment ein massives imageproblem.

    ich bin nicht so sicher, dass ein nein nur ein negatives signal sein muss. für viele "normale" touristen wäre das auch ein sympathische zeichen aus dem sanenland.

    btw frage ich mich, ob die polo gemeinde nicht besser daran getan hätte, die 200'000 gleich selbst aus der portokasse zu bezahlen. solche beträge geben luxuskunden ja an einem einzigen shoppingnachmittag aus.

    AntwortenLöschen
  2. Man sollte den Wert einer solchen Veranstaltung für die Marke einer Destination nicht unterschätzen. Es geht ja nicht darum, wieviele Leute sich für Polo oder das Poloturnier interessieren oder das Turnier vor Ort verfolgen. Das Polo-Turnier trägt zur ganz besonderen Ausstrahlung von Gstaad bei – eine Ausstrahlung, von der sich auch «normale Touristen» anziehen lassen und Gstaad den Reiz des Besonderen verleiht. Das Wegfallen des Polo-Turniers wäre ein Signal gegen aussen, das dem Markenkern von Gstaad bestimmt Schaden zufügen würde.

    AntwortenLöschen


Herzlichen Dank für Ihre Kommentare zu gelesenen Artikeln!