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Montag, 1. März 2010

Die weitere Entwicklung der Ferienregion: Wofür Gstaad Saanenland Tourismus sich einsetzt

Was macht den Erfolg einer Ferienregion aus? Es ist ihre Fähigkeit, die Erwartungen ihrer Gäste bestmöglichst zu erfüllen. Diese Aufgabe stellt hohe Anforderungen, denn Tourismus ist anders als ein industrielles Produkt immer ein Mosaik von Einzel-Leistungen. Dazu gehören Natur- und Umfeldfaktoren ebenso wie Leistungen von Hotels, Bergbahnen, Gastronomiebetrieben, Detailhandelsanbietern, Outdoor-Unternehmen und so weiter. Die wahre Herausforderung für eine Tourismusregion besteht deshalb darin, aus der Vielzahl von Teil-Leistungen einen für den Gast stimmigen Gesamteindruck zu komponieren. Gstaad hat diese Aufgabe bisher sehr gut gelöst, offensichtlich sogar besser als viele andere alpine Ferienregionen. Das Saanenland erarbeitete sich ohne das Vorhandensein natürlicher Alleinstellungsmerkmale wie zum Beispiel eines Matterhorns oder eines hübschen Sees ein starkes, eigenständiges Profil. International wird Gstaad heute als alpiner Ferienort des Genusses und Lifestyles wahrgenommen. Dieses Image erwarb es sich über Generationen hinweg in konsequenter Arbeit. Seit einigen Jahren verstärkt die Ferienregion diesen Anspruch noch mit dem Leitmotiv "come up, slow down", einem Gegenentwurf zur durch Hektik und Überreizung geprägten Gesellschaft unserer Tage.

Gstaad könnte sich somit auf die Pflege seiner vielen Stammgäste und Fans konzentrieren und seine Vorteile weiter ausbauen, wenn das dafür erforderliche Leistungs-Fundament nicht in den vergangenen Jahren einige Risse erhalten hätte. Ein wesentlicher Grund dafür ist die enorme Nachfrage nach Liegenschaften. Sie führt zu einem bisher nicht gekannten Bauboom, der wiederum die Dörfer verändert, Wohnraum für Einheimische verringert und eine Neidkultur nährt. Das alles beinhaltet Zündstoff. Neben diesen in der Bevölkerung stark diskutierten Herausforderungen bestehen jedoch noch weitere Themen, die für die touristische Entwicklung der Region relevant sind. Weil sie ausserhalb der öffentlichen Diskussion liegen, werden sie weniger stark wahrgenommen. Eines ist jedoch sicher: Das Saanenland befindet sich, wie letztmals Ende der achtziger und anfangs der neunziger Jahre, an einem Scheideweg.
Gstaad Saanenland Tourismus, der regionale Tourismusverband,  hat in den vergangenen Monaten die wesentlichen touristischen Herausforderungen der Destination identifiziert. In einem Diskussionsprozess mit den Branchenverbänden der Hotellerie, des Gewerbes, der Landwirtschaft sowie den Gemeindebehörden wurden die gefundenen Thesen überprüft. Eines der Resultate davon ist der Entwurf eines neuen strategischen Leitbildes für Gstaad Saanenland Tourismus selber. Es legt fest, wofür sich die Tourismus-Organisation hinsichtlich der weiteren touristischen Entwicklung der Region einsetzen will. Das Leitbild soll Mitte März durch die Verbands-Mitglieder genehmigt werden. Nachfolgend will Gstaad Saanenland Tourismus zusammen mit den Partnern den eingeleiteten Visionsprozess weiter führen. Dies mit dem erklärten Ziel, einen neuen "Regionsvertrag" zu vereinbaren, der die weitere touristische Entwicklung der Region sichern soll. Ich freue mich auf diesen spannenden Prozess!


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Text: Roger Seifritz

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