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Donnerstag, 11. Februar 2010

Wäre Bern das bessere Vancouver 2010?

Am kommenden Samstag beginnen in Vancouver die Olympischen Winterspiele 2010. Wir freuen uns auf spannende Wettkämpfe, schöne Wintersport-Bilder und natürlich Spitzenleistungen unserer Schweizer Athleten. Olympische Winterspiele sind für alpine Feriendestinationen wie Gstaad immer ein besonderer Anlass. Sie rücken das normale Weltgeschehen für einmal etwas in den Hintergrund und machen Platz für etwas vom Wichtigsten, das es für uns Skigebiete gibt: Schneesport mit vielen glücklichen Gesichtern.

Vancouver 2010 bewegt bei mir persönlich allerdings noch mehr. Der Start der Spiele weckt nämlich Erinnerungen. Vor ziemlich genau zehn Jahren arbeiteten wir in Gstaad aktiv an der damaligen Olympiakandidatur Bern 2010. Wäre sie zum Zug gekommen, würde Gstaad in den nächsten Wochen als damals vorgesehener Austragungsort der nordischen Disziplinen die weltbesten Skispringer und Langläufer willkommen heissen, mit "unseren" Schweizer Aushängeschildern und Medaillenkandidaten Simon Ammann oder Dario Cologna am Start.

Die Olympia-Kandidatur Bern 2010 hat damals im Jahr 2001 gegen den nationalen Mitbewerber Davos obsiegt. Nach einem wuchtigen Nein der Berner Stimmbürger für einen Kandidaturkredit wurde sie nachfolgend jedoch zurück gezogen. Für unsere Kandidatur waren wir damals Feuer und Flamme. Wir glaubten, dass unserem Land wieder einmal etwas "Grosses" gut tun würde. Wir sahen in Olympischen Winterspielen ein Symbol für eine weltoffene Schweiz. Eine Chance zudem, unser Land als Schneesportnation mit vielen positiven Botschaften ins Zentrum des internationalen Interesses zu rücken. Wie paradox erscheint es heute, dass wir genau jetzt diese positiven Botschaften besonders nötig hätten, nachdem die Schweiz zurzeit im Trommelfeuer der weltweiten Finanzämter steht und als eine nur auf ihren eigenen Nutzen besonnene (Steuer-)Pirateninsel diffamiert wird.

Ob Bern 2010 besser gewesen wäre als Vancouver 2010? In einem sicher: Wir haben zurzeit haufenweise Schnee, währendem es in Vancouver, Whistler & Co. eher regnet.

Text: Roger Seifritz

Kommentare:

  1. Ob Bern das bessere Vancouver wäre weiss ich nicht. Auf jeden Fall wären wir nicht schlechter!

    Was ich aber weiss ist, dass es momentan in der Schweiz unmöglich ist so ein Event zu organisieren. (Zu)Viele von uns beschränken sich auf's Trittbrettfahren, beleidigt und ängstlich zu sein und nicht vergessen dazu unbedingt auf elendiglich hohem Niveau jammern!

    Olympische Winterspiele in der Schweiz? Diese Frage würde von der Mehrheit der Bevölkerung mit Argumenten wie: zu teuer, bringt nichts, gibt nur Probleme etc. abgeschmettert.

    Zum Glück gibt es immer wieder Idealisten die es versuchen. Wer weiss irgendwann lichtet sich vielleicht die Nebeldecke und wir packen diese Chance uns der Welt als offenes und fortschrittliches Land zu präsentieren. Was wir eigentlich sind, aber unbedingt verbergen wollen. Es könnten ja sonst zu viele kommen...

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  2. ihrem kommentar gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen Hr. von Allmen.
    leider stellen wir uns in der schweiz das bein meist selbst.
    idealisten braucht es, aber auch denen geht mal der saft aus wenn sie ständig auf stein stossen und neues meist wie sie erwähnen aus angst oder dergleichen abgelehnt wird und lieber auf der alten schiene weitergefahren wird.
    es gewinnt nur der der was riskiert, jammern kann jeder.

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  3. Lieber Erich von Allmen. Sie haben es auf den Punkt gebracht. In der Schweiz würden wir anstatt Vorfreude auf kommende Spiele zu zeigen, Arena Sendungen füllen wo sich Populisten, Narzissten und Zwangsneurotiker über zu hohe Kosten, die natürlich die politischen Gegner zu verantworten hätten, auslassen. Statt mitzufiebern würden wir in Frage stellen ob ein eventueller CH-Olympiasieger, denn nicht zu viel verdienen würde. Der Blick würde über das womöglich exorbitante Salär des CEO der Spiele, Dölf Ogi, titeln und die Ökos bereits im Vorfeld den Einsatz von Schneekanonen verhindern. Wir könnten nur hoffen, dass Eisschnelllaufen in Bern stattfinden würde, damit wir uns wenigstens über Holländische Fans erfreuen könnten, die uns beibringen würden, dass ein solcher Event primär ein gesellschaftliches, völkerverbindendes, grossartiges Ereignis ist.

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