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Samstag, 6. Februar 2010

Auf dem Weg zu einem neuen Wahrzeichen für Gstaad

Der Architekturwettbewerb für das geplante Kulturzentrum Les Arts Gstaad hat einen klaren Gewinner. Unter den  von Architekturteams aus neun Ländern eingereichten Arbeiten wurde der Beitrag des international renommierten französischen Architekten Rudi Ricciotti mit dem ersten Preis prämiert. Sein Konzept gliedert das grosse erforderliche Raumvolumen geschickt in die umliegende Topografie und Dörflichkeit ein und schafft für Gstaad einen neuen, markanten visuellen Bezugspunkt in Form einer wellenförmigen Holzskulptur. Die Jury des Wettbewerbs beurteilte das Konzept von Rudi Ricchotti als ideales Projekt. Denn es beachtet nicht nur die Topografie und Architektur des sensiblen dörflichen Umfelds, sondern erreicht im Gebäudeinneren Überraschung und schafft gleichzeitig ein architektonisches Symbol.

Die mit internationalen Architekturfachleuten, aber auch Vertretern von Standortgemeinde, Tourismus und Gästen besetzte Wettbewerbsjury hatte keine leichte Aufgabe zu lösen. Ihr lagen einundzwanzig Wettbewerbsbeiträge vor. Diese liessen sich gundsätzlich in drei Kategorien einteilen: Erstens die klassische blockartige oberirdische Anordnung aller erforderlichen Baukörper, zweitens an das Gelände angepasste oberirdische Bauformen und schliesslich solche, die für das Kulturzentrum ein symbolhaftes Wahrzeichen vorschlugen. Obsiegt hat nun eine Variante aus der letztgenannten Kategorie. Sie reduziert den oberirdischen Teil des Zentrums auf das Wesentliche, nämlich das Konzerthaus. Durch die Unterbringung aller übrigen Bauteile unter dem Boden wird einerseits das Dorfumfeld geschont. Andererseits entsteht dadurch die Möglichkeit, ein in seinem Volumen vertretbares neues Wahrzeichen für Gstaad zu bilden. Die Anlage hat darüber hinaus weitere, auf den ersten Blick nicht erkennbare Werte. Dadurch, dass sich die Anlagen mehrheitlich unter Tag befinden, kann sich der Besucher im Gebäude auf Kunst und Musik konzentrieren, und dies in einer Ausgestaltung, die stark an Lord Yehudi Menuhins Vision eines Konzertsaales im Berg erinnert. Verlässt der Besucher das Gebäude, tritt er von einer zu Träumen verführenden Musik- und Kunstwelt in die herrliche Alpennatur.

Der Wettbewerbs-Sieger Rudy Ricciotti wird sein Projekt in Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft, unterstützt durch eine Delegation der Jury, weiter entwickeln. Parallel dazu wurde die Finanzierung des Projektes nun intensiv in Angriff genommen.

Les Arts Gstaad ist ein ausserordentlich spannendes Projekt. Ich freue mich auf seine weitere Konkretisierung und hoffe, das dieses Jahrhundertprojektes bereits 2013, genau 100 Jahre nach dem Bau des Gstaader Wahrzeichens, des Palace Hotels, seine Türen öffnen wird!

Text: Roger Seifritz

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