Willkommen zu den Tagebuch-Einblicken in eine der renommiertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz.
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Montag, 22. Juni 2015

Marketing-Push, Phase 2

Letzten Freitag, anlässlich der Gemeindeversammlung im Landhaus Saanen, hat auch noch die Gemeinde Saanen mit grosser Mehrheit dem Verlängerungsantrag „Marketing-Push“ zugestimmt. Neben den Gemeinden Lauenen und Gsteig ist Saanen somit die dritte Gemeinde im Bunde, welche dem GST (Gstaad Saanenland Tourismus) das Vertrauen geschenkt hat. Ein herzliches Dankeschön an diese drei Gemeinden. Wir sind überzeugt, dass wir die darin enthaltenen Erwartungen auch erfüllen können.

Der Verein Zweisimmen Tourismus hat diesen Frühling ebenfalls dieselbe Vorlage präsentiert, ist aber leider bereits am Gemeinderat von Zweisimmen gescheitert. Somit fliessen im Jahre 2015 nochmals CHF 600‘000.—zusätzliche Marketingmittel in die Kassen vom GST. Diese Mittel sind – wie vor 4 Jahren bereits so beantragt – zweckgebunden. Sie werden zielgerichtet eingesetzt und zwar für folgende Teilziele:

- Online-Marketing

- Saisonrandkampagnen Markt Schweiz

- Produktorientierte Promotion in den europ. Schlüsselmärkten

- Aufbau neuer Märkte

- Markenschutz

GST hat in den vergangenen drei Jahren – sei dies mittels Medienmitteilungen, Geschäftsberichten, Blogs oder der jährlichen Hauptversammlung – stets dokumentiert, wie das Geld eingesetzt wurde und was es schlussendlich gebracht hat. Gerade letzteres ist natürlich nicht immer so leicht nachzuweisen. Externe Einflüsse, nachhinkendes Nachfrageverhalten oder aber auch Fehlentscheidungen können die erbrachten Resultate leicht verwässern. Deshalb versuche ich anhand einer einfachen Milchbüchleinrechnung ein Gesamtfazit über die Wirkung der eingesetzten Mittel zu ziehen.

Logiernächteentwicklung Hotellerie, deutlich über dem Durchschnitt
Es gibt ein geltendes Grundgesetz für Tourismusorganisationen bzw. Tourismusdirektoren. Entwickelt sich die Logiernächtestatistik schlecht, so ist stets der Tourismusdirektor schuld. Sind die Zahlen positiv, so tragen selbstverständlich nur die Leistungsträger das Wesentliche dazu bei. Irgendwo dazwischen liegt wohl die Wahrheit. Im Geschäftsjahr 2011/12 (Jahr 1 Marketing-Push) wurden rund 303‘000 Hotel-Logiernächte in der Destination Gstaad Saanenland erzielt. 2013/14 (Jahr 3 Marketing-Push) waren es rund 352‘000. Dies entspricht einer Steigerung von 49‘000 Logiernächten. Dafür hat man insgesamt CHF 1‘890‘000.—zusätzliche Marketingmittel investiert. Im Durchschnitt gibt ein Gstaader Gast rund CHF 450.—pro Tag aus. Im Vergleich zu 2011/12 wurden 2013/14 also rund CHF 22‘000‘000.—mehr Wertschöpfung erzielt. Dieser Wert kann sich zweifelsohne sehen lassen und bestätigt im Übrigen die Destinations-Resultate der Tourismusstudie, welche unlängst vom Kanton Bern veröffentlicht wurde.

Langzeitvergleich nach Sternekategorie
Ich bin überzeugt, dass GST an dieser Entwicklung einen positiven Beitrag leisten konnte. Die Neunerprobe dazu lässt sich mit unseren Aktivitäten auf den neuen Märkten belegen. Vor dem Marketing-Push war GST in diesen Märkten nicht präsent. Sukzessive baute man neue Geschäftsbeziehungen in den Golfstaaten, in China, in Südostasien, in Indien sowie in Südamerika auf. Lagen zu Beginn der Messperiode die Gästezahlen aus diesen Märkten kumuliert noch unter 15‘000 Logiernächten pro Jahr, so liegen sie heute bei weit über 20‘000. Es ist zudem ja allgemein bekannt, dass Gäste aus diesen Märkten weit mehr als CHF 450.—pro Tag ausgeben. Somit dürfte die relative Wertschöpfung isoliert auf diese Märkte betrachtet, noch höher liegen.

Steigerungslauf der neuen Märkte
Doch wie geht es nun weiter? Der Verlängerungsantrag wurde lediglich für ein Jahr gewährt. Fürs laufende Geschäftsjahr 2014/15 ändert sich nichts. Die Hälfte davon ist ja bereits vorbei und wir haben für dieses Jahr unter der Annahme einer Verlängerung budgetiert. Fürs nächste Geschäftsjahr laufen bereits die Vorbereitungen. Seit rund zwei Jahren gibt es das Projekt „Gstaad Marketing AG“. Dies beinhaltet im Wesentlichen den Zusammenschluss des Destinationsmarketings (GST) mit dem Bergbahnmarketing (BDG AG). An dem Projekt ist neben dem GST und der BDG AG auch die Gemeinde Saanen beteiligt. Die Mitarbeit der Gemeinde Saanen in diesem Projekt ist für die Neuregelung der Marketingbeiträge essentiell. Hat sie doch ein legitimes Interesse daran, dass der wichtigste Wirtschaftsfaktor im Saanenland nicht an Bedeutung verliert. Zudem ruft die ganze Branche nach Kooperationen und Bündelung der Mittel. Dieses Denken ist mittlerweile auch im Saanenland angekommen. Somit dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wir die neue Marketing-AG lancieren können. Ich bin zuversichtlich, dass dies spätestens im 2016 passieren wird.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus im Kanton Bern

Ambitiös verkündete der Kanton Bern respektive die BE! Tourismus AG letzthin das Ziel, zur Nummer 1 der Tourismuskantone zu werden. In den letzten Jahren tat sich einiges, was darauf hindeuten lässt, dass dieses Ziel tatsächlich auch bald mal zur Realität werden kann. 2012 wurde vom Kanton Bern und von den sechs Berner Destinationen die BE! Tourismus AG gegründet. Sie hat den primären Auftrag, Marketingmittel zu bündeln um sie dann in den europäischen Kernmärkten zu investieren. Diese Zentralisierung ist für die Destinationen eine grosse Entlastung und zusätzlich auch ein Gewinn an Effizienz.

Vor diesem Hintergrund und mit dem Wunsch über die aktuellsten Zahlen zu verfügen, wurde eine Studie in Auftrag gegeben. Aufgezeigt werden die Entwicklung von 2011 bis 2013 und die damit einhergehende volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus im Kanton Bern.

In einer so umfangreich dargelegten Studie kann man vieles herleiten, interpretieren, vergleichen und analysieren. Sich dabei beispielsweise aber rein nur auf die Logiernächtezahlen bzw. Gästefrequenzen zu orientieren, wäre ziemlich einseitig und undifferenziert. Der Grund liegt vor allem darin, dass die sechs Berner Destinationen (Bern, Oberland Mitte, Interlaken, Jungfrau Region, Jura-3-Seenland und Gstaad Saanenland) grosse Unterschiede hinsichtlich geografischer Grösse, Einwohnerzahl, touristischen Infrastrukturen sowie weiteren relevanten Indikatoren aufweisen. Nachfolgend deshalb nur ein kurzer Auszug aus der Studie, welche Sie gerne unter diesem Link vertiefter studieren können.

Erfreulich ist, dass die Studie für die untersuchte Zeitperiode eine insgesamt positive Entwicklung im Berner Tourismus aufweist. So haben beispielsweise die Gästefrequenzen und die Gesamtnachfrage deutlich zugenommen. Gstaad Saanenland und die Destination Interlaken weisen bei beiden Werten die höchste Zuwachsrate auf und liegen dabei deutlich über den kantonalen Durchschnittswerten.


Die Entwicklung der touristischen Bruttowertschöpfung kann sich ebenfalls sehen lassen. In der untersuchten Zeitperiode hat sich diese im ganzen Kanton Bern um 5.9 % gesteigert. Den stärksten Zuwachs verzeichnet hier Gstaad Saanenland mit 16.2%. Weiter wurde auch der Tourismusanteil am lokalen BIP untersucht. Auch hier zeigt sich deutlich, dass Gstaad Saanenlad am stärksten zugelegt hat und der Tourismus dort mit einem Anteil von 50.7 % am meisten zum lokalen BIP beiträgt.

Quelle: Berechnungen und Schätzungen Rütter Soceco

Diese Zuwachsraten können als Bestätigung dafür gesehen werden, dass der Kanton und die Destinationen in den letzten Jahren die richtigen Anstrengungen unternommen haben. Diese lagen vor allem in der Bewältigung von strukturellen und marktorientierten Herausforderungen. Sicher ist aber, dass die Zeiten nach wie vor fordernd bleiben. Sinkende Nachfrage im Wintertourismus, ein unvorteilhafter Wechselkurs oder volatile Zielmärkte gilt es aktuell und wohl auch künftig zu managen. Die sechs Destinationen stehen dabei aber nicht alleine auf weiter Flur. Sie finden Unterstützung in der BE! Tourismus AG und im beco, dem Amt für die Berner Wirtschaft. Dies gibt Sicherheit und Vertrauen und stärkt die Verbundenheit, gemeinsam für den wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus einzustehen.

Montag, 1. Juni 2015

Open doors@GST


Der letzte Schliff vor dem grossen Tag
Als ich am letzten Samstag das Haus des Gastes in Gstaad betrat, dachte ich noch das wird ein ruhiger Tag. Ich malte mir gedanklich schon aus, dass ich in meinem Büro das eine oder andere erledigen konnte und hin und wieder jemand bei mir reinschaute. Das die Mitarbeitenden zwar alle einen super Job – top Organisation, vorbildlicher Einsatz – gemacht haben, aber schlussendlich das Besucherinteresse auf einem bescheidenen Niveau blieb.

Falsch gedacht.

Nicht ganz, der Tag der offenen Tür war ja super organisiert und das Team hat natürlich alles gegeben, aber hinsichtlich des Besucherstroms wurden sämtliche meiner Erwartungen voll und ganz übertroffen! Dafür ist mein Team verantwortlich. Mit Charme, Gelassenheit und hoher Fachkompetenz konnte es unsere Gäste nach allen Regeln der Kunst begeistern. Von der ersten Minute an hat alles funktioniert und es muss sich im Saanenland wohl wie ein Lauffeuer rumgesprochen haben, was im HDG abgeht. Bis 17.00 h hielt der Andrang an und wir zählten sage und schreibe mehr als 500 Besucher. Wow!

Die Funktionsweise der PR-Abteilung anhand eines Beispiels
Seit der Fusion der verschiedenen Verkehrsvereine im Saanenland, welche in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts vollzogen wurde, war dies der erste Besuchstag von Gstaad Saanenland Tourismus (GST). GST hat sich in all den Jahren vom klassischen Kurverein zum Vollservice-Tourismusdienstleister entwickelt. Diese Entwicklung ist aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen.


Das Aufgabenspektrum ist vielseitig und geht weit über die typischen Info- und Beratungsdienste hinaus. Der beste Überblick über unsere Aufgaben bietet nach wie vor der Geschäftsbericht oder eben dann ein Tag der offenen Tür. In all den Jahren haben wir nämlich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass wir zwar lückenlos über unsere Tätigkeiten informieren – meistens via Medienmitteilungen, Newsletter, Hauptversammlung, Geschäftsbericht, Website, etc. – aber dann doch immer wieder feststellen, wie wenig die Einwohner des Saanenlandes eigentlich über uns wissen. Ein Tag der offenen Tür hat gegenüber dieser Einweg-Kommunikation natürlich den Vorteil, dass wir durch das persönliche Gespräch näher an die wichtige Basis einer Tourismusdestination rücken. Diese Nähe ist absolut notwendig, um bei der einheimischen Bevölkerung Goodwill und Verständnis zu schaffen. GST ist zu einem grossen Teil durch öffentliche Beiträge und Abgaben finanziert. Da ist es verständlich, wenn gewisse Aktivitäten argwöhnisch beobachtet und vielleicht sogar kritisiert werden.

Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt
Letzten Samstag hat GST alles dafür gegeben, um jeglichem Argwohn oder Misstrauen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der wendige Segler „GST“ hat den Wellen getrotzt und ist sicher im Bestimmungshafen eingelaufen. Dort rüstet er sich nun für weitere Expeditionen und Grosstaten.

Allen Beteiligten, Gästen und Angehörigen meinen herzlichen Dank für diesen tollen Tag!
Meine Tür ist auch sonst offen

Freitag, 22. Mai 2015

#CharmingGstaad

„Liebe Hoteliers, Liebe GST'ler,

Wir gratulieren euch mit einem lauten Muhen und viel Glockengebimmel zu eurer gelungenen Zusammenarbeit. Wir fühlen uns geehrt, dass ihr uns zu eurer Charme Offensive eingeladen habt und danken für das uns entgegen gebrachte Vertrauen! Wir waren stolz, das Saanenland vertreten zu dürfen.

Nach einem schönen Marsch durch Zürich und Lausanne geniessen wir nun die frischen Gräser und Kräuter in unserer Vorsass und schon bald auf Alp Beust.

Jeunesse und Harfe“


Jeunesse oder Harfe?
„Wir kommen auf Sie zu.“ Unter diesem Motto machten sich Hoteliers und Touristiker zusammen mit Jeunesse und Harfe am 20. und 21. Mai auf den Weg nach Zürich und Lausanne. Mit dieser Charme Offensive setzte man in Zeiten von Social Media und Schnelllebigkeit ein starkes Zeichen für Gastlichkeit und Qualität im Tourismus allgemein und in der Region Gstaad im Besonderen. Die Planung der Aktion wurde noch vor dem Euroknick am 15.1.2015 in Angriff genommen. Sie wurde von einer Online-Promotion unter dem Titel „wo ist Tessa“ flankiert. Ziel war es, im wichtigen Schweizer Markt Sympathien zu schaffen, neue Wege im Tourismus-Marketing zu beschreiten und gezielt mit potenziellen Gästen in persönlichen Kontakt zu treten.

Gruppenbild in Zürich
Mit dem Entscheid, eine solche Aktion im Heimmarkt durchzuführen, lagen wir im Nachhinein betrachtet völlig richtig. Auch die Landesorganisation Schweiz Tourismus ist sich der Wichtigkeit des Heimmarkt bewusst und startet diesen Sommer ebenfalls mit einer grossen Offensive (#VERLIEBTINDIESCHWEIZ). Seit vielen Jahren bilden unsere Gäste aus der Schweiz das starke Rückgrat unserer Destination mit mehr als 60 % Anteil. Dies muss mit aller Kreativität, Innovation und Kraft gehalten bzw. noch weiter ausgebaut werden. Trotz der grossen währungspolitischen Herausforderungen.


Die Kampagne setzt auf interaktive Elemente und lässt den potentiellen Gast dank eines kreativen und humorvollen Ansatzes an einer spannenden Geschichte teilhaben. Sie sollen die Werte hinter der Marke „Gstaad“ und die Palette möglicher Ferienerlebnisse spielerisch selbst entdecken. Menschliche Nähe, Herzlichkeit und Gastfreundschaft sind hier die zentralen Botschaften. Gleichzeitig lädt die Kampagne zur virtuellen Suche nach der Kuh Tessa ein, die dem Gstaader Bauern Tinu aus dem Stall ausgebüchst ist. Wer sie findet, kann einen attraktiven Preis gewinnen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass die beiden Freundinnen von Tessa, Jeunesse und Harfe, bei ihrer Suche in Lausanne und Zürich leider erfolglos waren. Tessa geniesst also immer noch irgendwo das Flohnerleben.


Mensch und Tier gingen aufeinander zu und reagierten erfreut und amüsiert auf die spannenden Begegnungen. Die Passanten wurden zudem angebotenen Spezialitäten der Region, Hobelkäse und Trockenfleisch, verwöhnt. 

Den Passanten in Lausanne schmeckts
„Wir wollen unsere Kunden aus ihrem Alltag in unsere Markenwelt einladen und mit ihnen ins Gespräch kommen, um ihre Bedürfniswelt bei der Feriengestaltung noch besser kennen zu lernen“, erläutert Marketingleiter Reto Tschannen die Motivation der Hoteliers, mit Sack und Pack in die Züricher Innenstadt zu reisen. „Die Inspiration für diese Aktion lieferte die Frage, wie wir uns in Zeiten überbordender Reizüberflutung effizient abheben und unsere Gäste optimal erreichen können“, ergänzt Christian Hoefliger, Präsident des Hoteliervereins Gstaad Saanenland. „Denn unsere Kernkompetenz als Hoteliers ist und bleibt der Mensch und seine Bedürfnisse.“ Wie recht Christian Höfliger mit dieser Aussage doch hat. Sie gilt im Übrigen nicht nur für die Hotellerie, sondern für alle tourismusrelevanten Bereiche. Ohne den Menschen und seine Bedürfnisse zu kennen sind wir im internationalen Wettbewerb chancenlos.

Selfie machen und sofort posten
Reto Tschannen (ganz rechts) hat grossen Spass
Wie bereits erwähnt, haben wir Tessa weder in Zürich, noch in Lausanne gefunden. Bitte unterstützen Sie uns bei der Suche. Jeunesse und Harfe vermissen ihre Freundin und können sich einen Alpsommer ohne Tessa nicht vorstellen. Danke und Ihnen allen schöne Pfingsten!

Jeunesse und Harve - zwei beliebte Fotosujets, aber wo ist Tessa?

Dienstag, 19. Mai 2015

Winterbilanz 14/15


An der „kalten Sophie“ kam der Winter für ein paar Stunden zurück ins Saanenland und deckte uns mit seiner weissen Pracht zu. Obwohl mitten im Frühling war dies keine Seltenheit. Schliesslich leben wir in einer Bergdestination und mit Wetterkapriolen muss man immer rechnen. Trotzdem fasse ich den Schneefall der letzten Woche als ein deutliches Zeichen auf, um mit der Winterbilanz den Winter 14/15 definitiv abzuschliessen.

Schneegetobe im Mai
Von November 2014 bis Ende April 2015 verzeichnete die Destination Gstaad Saanenland in der Hotellerie ein Minus an Logiernächten von rund 1.5 Prozent gegenüber der vergleichbaren Vorjahresperiode. Waren Dezember, Januar und Februar noch starke Monate, tauchte der März regelrecht unter (-22.5 % gegenüber dem Vorjahr). Einerseits kann sicher der Euroknick dafür verantwortlich gemacht werden – gerade aus den europäischen Kernmärkten fehlten die Gäste massiv –, andererseits muss man auch berücksichtigen, dass die Schulferien diesen Winter gänzlich in den Februar fielen. Der April konnte dank Ostern und den dadurch länger geöffneten Hotels noch einiges vom zuvor eingefahrenen Minus kompensieren.

Interessant zu beobachten ist es, wie die durch den Euroknick betroffenen Märkte im vergangenen Winter abgeschnitten haben. Von November 2014 bis Ende April 2015 blieben die Hauptmärkte einigermassen stabil. Schweiz (- 1.4 %), Deutschland (- 1.9 %) und Frankreich (- 1.1 %) liegen unter den von Schweiz Tourismus prognostizierten Minuswerten (je nach Markt wurde ein Minus von bis zu 17 % vorausgesagt). Einzig die Gäste aus dem Markt „BeNeLux“ weisen ein stärkeres Minus von 6.8 % auf, während Gäste aus Grossbritannien erfreulicherweise sogar um 11.2 % zulegten.

Blickt man über die klassischen europäischen Grenzen hinaus, waren die Währungsturbulenzen in Russland für das Saanenland, insbesondere für die Fünfsterne-Hotellerie, schwerwiegender. Letzten Winter ging die Anzahl russischer Gäste um 31.1 % zurück. Dieser Rückgang konnte diesen Winter durch die von der Destination bearbeiteten weiteren Fernmärkten nicht aufgefangen werden. 

Logiernächtestatistik November - April, Tourismusjahr 14/15
Wie üblich können in der aktuellen Tourismusstatistik nur verlässliche Angaben über die Logiernächte in der Hotellerie gemacht werden. Die getätigten Umsätze oder die Übernachtungen in der Parahotellerie werden von dieser Statistik nicht erfasst. Diese Werte erfassen wir aufgrund von repräsentativen Umfragen und aus den Zahlen der von uns vermieteten Ferienwohnungen. Laut der Umfrage sind die Umsätze in der Hotellerie stabil geblieben. Rund 60 % der befragten Betriebe beurteilten die Umsatzentwicklung etwa gleich wie im Vorjahr, 13 % sogar ein bisschen besser und 26 % leicht schlechter als im Vorjahr. Die Umsätze der von Gstaad Saanenland Tourismus vermieteten Ferienwohnungen gingen um rund 10% zurück. Dies ist mehrheitlich darauf zurückzuführen, dass im Monat Dezember die Wohnungen vermehrt von den Eigentümern genutzt wurden und im Monat März die kurzfristigen Buchungen quasi ausgeblieben sind. Die Bergbahnen Destination Gstaad AG handelte sich aufgrund des sehr späten Winteranfangs bereits zu Beginn der Saison einen starken Umsatzrückgang ein, welcher in den darauffolgenden Monaten nicht mehr aufgeholt werden konnte. Erfreulich ist aber, dass gegenüber dem Vorjahr mehr Saisonabonnemente verkauft werden konnten.

Aus der repräsentativen Winterumfrage bei der Hotellerie
Auch diesen Winter gilt es ein gemischtes Fazit zu ziehen. Ab Januar 2015 waren die Voraussetzungen für Winterurlaub sicher besser als im Vorjahr. Leider wurden aber die währungspolitischen Hürden erhöht. Dies hatte zweifelsohne kurzfristige Auswirkungen auf die Zahlen. Mittelfristig betrachtet, werden aber genau diese Herausforderungen noch stärker ins Gewicht fallen. Die Destination muss dabei trotzdem an ihrem Kurs festhalten und auf Qualität und Produkteinnovation setzen. Sie darf sich nicht einem Preiskampf aussetzen. Definiert sich eine Destination im alpinen Raum nur noch über eine Tiefpreisstrategie, so hat sie von vornherein verloren.

Donnerstag, 23. April 2015

Ferientag reloaded



Der Berg ruft
Der diesjährige Ferientag von Schweiz Tourismus findet zurzeit in Zermatt statt. Wir Touristiker freuen uns, dass wir in dieser Top-Destination zu Gast sein dürfen. Hier am Fusse des Matterhorns vereinen sich die Superlative der wohl eindrücklichsten Bergwelt des Alpenbogens. Seit über 150 Jahren führen die legendären Zermatter Bergführer ihre Gäste auf die Berge.

Das Jahr 2015 ist für Zermatt ein grosses Jubiläumsjahr: 150 Jahre Erstbesteigung Matterhorn. 1865 standen erstmals Menschen auf dem als unbesiegbar geltenden Gipfel. Diese Tatsache wird den ganzen Sommer hinüber gefeiert. Auftakt dazu gibt der Schweizerische Ferientag, die Branchenveranstaltung des Schweizer Tourismus. Nachfolgend ein Zusammenschnitt des Referates von Jürg Schmid, dem Direktor von Schweiz Tourismus.

Jürg Schmid – gut gelaunt vor dem grossen Auftritt
Während Jürg Schmid im letzten Jahr noch die Grand Tour und den Trend zum Sightfeeling propagierte, besann er sich heute auf die unternehmerischen Urtugenden der Schweiz. Der Weg des Schweizer Tourismus heisst Manufaktur statt Masse. Das heisst mitunter, dass die Innovationsfähigkeit in der  Produktentwicklung gesteigert werden muss. Gleichzeitig soll der Kooperationsgrad innerhalb und ausserhalb der Destinationen vertieft werden. Auch der Ferientag besann sich auf diese Tugenden und wartet dieses Jahr mit einem neuen Konzept auf. Statt auf langatmige Plenums-Veranstaltungen zu setzen, entschied man sich, zahlreiche sog. „Break-Out Sessions“ anzubieten. Ein Rezept, welches meiner Meinung nach zukunftsfähig ist.

Zermatt unplugged - umfunktioniert
Selbsterkenntnis und Selbstfindung in Verbindung mit karitativen Einsätzen – das sog. „Volunteering“ – kann ein neuer touristischer Megatrend für die Schweiz werden. Das Bekenntnis zur totalen Qualität ist dabei eine Selbstverständlichkeit.

Die viel zitierte Schweizer Unfreundlichkeit entpuppt sich oft als rein innerschweizerisches Thema. Studien belegen, dass die Schweizer Gastfreundschaft im internationalen Vergleich stets hervorragend abschneidet. Trotzdem braucht es einen offensiven Umgang mit der Thematik. Das Motto muss dabei lauten: „Unsere Herzen sind grösser als unsere Preise.“

Das Marketing von Schweiz Tourismus wurde mittelfristig angepasst. Es wurden strategische Handlungsfelder geschaffen. Neu sind dies Sommer, Winter, MICE, Städte und Touring. Ab 2017 kommt dann eine neue Differenzierung in Richtung Naturliebhaber. Eine konsequente Fokussierung auf Ganzheitlichkeit, ökologische Nachhaltigkeit sowie auf das Erlebnis bietet Potential für eine Steigerung der Wertschöpfung. In diesem Zusammenhang verkündet Jürg Schmid die neue strategische Partnerschaft mit bmc. Er sieht in der Schweiz das perfekte Fahrradland, mit welchem ein Naturerlebnis nicht besser kombiniert werden kann. MrGstaad gratuliert zu diesem Statement und freut sich, dass neben Gstaad Saanenland Tourismus nun auch die Landesorganisation das Fahrrad auf die strategische Landkarte genommen hat.

Aber auch in der Kunst sieht Jürg Schmid ein grosses Differenzierungspotential. Die Schweiz hat keinen Louvre, sie ist einer. Zahlreiche Museen und Kulturveranstaltungen bieten Kunst- und Kulturerlebnisse auf höchstem Niveau.

Für den Winter sieht Jürg Schmid die Herausforderungen nicht primär klimatisch, sondern vielmehr demografisch. Die westliche Gesellschaft ist „skigesättigt“ und sieht mit zunehmender Überalterung ein Sicherheitsrisiko auf den Pisten. Für den Winter müssen somit alternative Produkte entwickelt werden sowie eine Koexzellenz von Speed und Genuss geschaffen werden.
Sebi und Paul in der Manufaktur
Jede Zeit hat seine Werbung. Es ist Zeit, von Sebi und Paul Abschied – sie werden uns fehlen – zu nehmen. Künftig werden der Gast und seine Erlebnisse ins Zentrum der Kommunikation gestellt. Das Zauberwort in der Kommunikation heisst dabei „Amoureuxdelasuisse“. Auch der legendäre Buzz Aldrin wurde von Amors Pfeil getroffen, wohl gleich mehrfach, wie das von MrGstaad am Ferientag heimlich gedrehte Video beweist.



  video
 Der Mann im Mond steht auf die Schweiz

Freitag, 17. April 2015

„Mir sind mit em Velo da…..“

Die Stärkung vor dem Start

Was mit einem Wettbewerb anlässlich der diesjährigen Hauptversammlung von Gstaad Saanenland Tourismus begann, fand heute ihren krönenden Abschluss. Die Rennvelo-Ausfahrt von der glücklichen Wettbewerbsgewinnerin Barbara Kernen zusammen mit MrGstaad. Begleitet wurden die beiden von einer ganzen Armada Helfer, welche dafür sorgten, dass Barbara ohne Mühe und Not das Ziel – das Hotel Arc-en-Ciel – in Gstaad erreichte.

Hochkonzentriert nimmt das Peloton Fahrt auf

Gstaad Saanenland Tourismus und die Gstaad Bike World GmbH nahmen die Genuss-Rennvelo-Tour zum Anlass, um über ihr neustes Produkt zu berichten. Erstmals liegt für das Saanenland und die angrenzenden Gebiete ein sogenanntes „Rennvelo-Roadbook“ vor.

Es bündelt zehn ausgewählte Touren. Ob kurzes Intervall-Training, langes Bergtraining oder gemütliche Tagesausfahrt, für jeden Geschmack und Anspruch sind Touren beschrieben. Die Broschüre enthält zahlreiche Angaben über die Highlights entlang der Strecke, Höhenprofile, Richtungsangaben und Verpflegungstipps. Auf der interaktiven Karte lassen sich die Touren im Detail betrachten und als GPS Datei herunterladen. Jedes Tourenblatt steht im Übrigen zum Ausdrucken bereit.

Ein Beispiel einer Tour aus dem Roadbook

Doch nun zurück zu unserer Tour. Die letzten Tage meinten es gut mit den Rennvelofahrern im Saanenland. Blauer Himmel und Sonne satt, dazu angenehme Temperaturen. Ausgerechnet heute aber zeigt sich der Himmel wolkenverhangen und regnerisch. Für die Equipe „come up, slow down“ ist dies aber kein Grund auf die schweisstreibende Tour zu verzichten. Der Capitain de Route, Markus Zberg, animiert die Fahrerinnen und Fahrer zum Start. Als ehemaliger Radprofi und Vizeweltmeister verbrachte er unzählige Stunden im Sattel und dies nicht nur bei eitlem Sonnenschein. Eine Rennrad-Ausfahrt kann auch bei „schlechtem“ Wetter unheimlich viel Spass machen. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für eine solche Fahrt sind dabei, dass die Ausrüstung stimmt und die Belohnung nach der Fahrt eine umso schönere ist. Beide Kriterien konnten am heutigen Tag locker erfüllt werden, wie der nachfolgende „Rennbericht“ zeigt.

Das Feld bleibt mehr oder weniger kompakt

„Schon die ersten paar Kilometer führten hinauf zum Bergpreis „hors catégorie“, dem Dorf Turbach. Das Feld bummelte dabei in Plauderstimmung die steilen Serpentinen hinauf. Nennenswerte Angriffe waren dabei keine zu vermerken. Man liess sich noch nicht in die Karten schauen. Während einem kleinen Zwischenstopp stellte Ruedi Kistler die sog. „First Box“ – ein Pannen-Notfallset für Biker und Rennvelofahrer – vor. Danach führte uns eine knackige Abfahrt über die Bissen und dem Trom hinunter auf die Strasse Richtung Lauenen. Zurück Richtung Gstaad ging es dann über „Gmünte“, dem letzten Tageshindernis. Eine langgezogene, relativ flache, Steigung, welche im grossen Gang gefahren werden kann. Bis dahin konnte sich noch kein Fahrer vom Feld absetzen. Ein Massensprint musste über den Tagessieg entscheiden. Die Sprint-Anfahrer formierten sich auf der Zielgeraden vor dem Hotel Arc-en-Ciel und brachten dabei ihre Sprint-Asse in die bestmöglichste Windschattenposition. MrGstaad machte sich für Barbara Kernen breit und kämpfte dabei um jeden Meter. Auf dem Zielstrich zeigte sich dann, wer noch am meisten Körner in den Beinen hatte. Hauchdünn setzte sich Barbara Kernen auf ihrem E-Bike durch. Die Dame hat damit den Grundstein für ihre Radkarriere gelegt. Bravo!“

Ruedi Kistler erklärt die First Box

In etwa so lief die heutige Mittagspause von MrGstaad & Co. ab. Einzig das Rennfeeling wurde leicht überzeichnet, den der Genuss-Aspekt stand heute eindeutig an erster Stelle. Wir trotzten dem Wetter mit Erfolg und hatten allen einen riesen Spass an der kurzweiligen Tour. Für unsere Leistung wurden wir mit einem delikaten Fitness-Menue von der Crew vom Hotel Arc-en-Ciel verwöhnt. Gestärkt und ausgeglichen nahmen wir am Nachmittag unsere normale Arbeit wieder auf. Doch eines ist gewiss. Die nächste Rennradrunde wartet schon. In diesem Sinne: „ride with passion and keep on cruising“.

Ruedi Kistler (rechts) im Gespräch mit Markus Zberg

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