Willkommen zu den Tagebuch-Einblicken in eine der renommiertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz.
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Mittwoch, 2. September 2015

Gstaad-Destinationsstrategie

Lange Zeit war es ruhig rund um das Denkfass von Gstaad 2020+. Dies heisst nicht, dass der Vorstand von Gstaad 2020+ in den letzten Monaten untätig geblieben wäre. Zudem haben sich einzelne Initiativen prächtig weiterentwickelt. Das Fondueland Gstaad erfreut sich grosser Beliebtheit und das Label „Gstaad Authentique“ wird langsam flügge.

Anfangs Jahr wurde mit sämtlichen Anspruchsgruppen Gespräche geführt. Man blickte einerseits auf die letzten drei Jahre zurück und andererseits diskutierte man auch über die Zukunft der Anspruchsgruppenvereinigung. Daraus resultierte, dass dem Denkfass ein ungemein hoher Wert beigemessen wurde. Der Fakt, dass man in diesem Gefäss völlig narrenfrei und unvoreingenommen über die Herausforderungen unserer Destination sprechen kann, sei eine echte Errungenschaft für das Saanenland. Dieses Feedback nahm der Vorstand von Gstaad 2020+ gerne mit für die Planung der künftigen Denkfässer.

Das Jahr 2015 steht ganz im Zeichen einer neuen Destinationsstrategie. Während der letzten drei Jahre, in denen die Probleme der Bergbahnen Destination Gstaad AG akut wurden, stieg das Verlangen nach einem klaren „roten Faden“ für die Entwicklung der Destination. Das vom GST 2010 eingeführte Leitbild genügte diesen Anforderungen nicht mehr. GST startete deshalb im Herbst 2013 mit einem Prozess unter dem Arbeitstitel „Gstaad Group“ und nahm alsbald die Gemeinde Saanen und die BDG AG sowie den Kanton Bern (beco) mit an Bord. Einfach gesagt soll mit der „Gstaad Group“ folgendes Ziel erreicht werden: Destinationsverdichtung gegen innen. Das heisst, dass sämtliche von der Gemeinde Saanen mitfinanzierten touristischen Institutionen wenn möglich noch stärker kooperieren sollen. Es soll ein touristisches Kompetenzzentrum geschaffen werden, welches Mittel bündelt, Mittel einspart und Mittel noch effizienter im Markt und beim Gast einsetzt. Am einfachsten ist die Notwendigkeit eines solchen Zentrums damit zu erklären, dass sowohl GST als auch die BDG AG immer noch getrennte Marketingbudgets und –abteilungen haben. Dies muss sich zwingend ändern. Die Destination muss künftig unter einer Marke, mit einer Strategie und wenn möglich mit einer Firma vermarktet werden. Ein wichtiges Projekt des Prozess „Gstaad Group“ ist denn auch die Schaffung einer gemeinsamen Marketing-Gesellschaft von GST und der BDG AG. Weitere Teilhaber sind dabei natürlich sehr willkommen.

Eine Vision - aber hoffentlich bald Wirklichkeit
So etwas geschieht natürlich nicht von heute auf morgen. Entscheidend dabei ist auch, dass man ein solches Vorhaben unter einer einheitlichen Destinationsstrategie umsetzt. Deshalb überrascht es nicht, dass ein weiteres Hauptprojekt des Prozesses „Gstaad Group“ die Entwicklung einer tragfähigen Strategie für unsere Destination ist. Damit wurde in diesem Frühjahr begonnen. In der Kernprojektgruppe macht der gesamte Vorstand von Gstaad 2020+ mit. Dies ist insofern richtig, als dass er sämtliche relevanten Anspruchsgruppen der Destination vertritt. Die Gruppe wird erweitert mit Gemeindemitgliedern aller vier politischen Gemeinden der Destination sowie mit Mitgliedern der BDG AG.

Nach einigen ersten Workshops in der Projektgruppe fand nun Ende August ein erstes Denkfass zum Thema „Destinationsstrategie“ statt. Ziel dieser Veranstaltung war es, dass die Mitglieder von Gstaad 2020+ aus erster Hand über das Projekt „Gstaad Group“ informiert wurden und erste Resultate aus dem Projekt „Destinationsstrategie“ kritisch reflektiert werden konnten. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wird die Projektgruppe zu einem ersten Vorschlag einer Destinationsstrategie weiterverarbeiten und –verdichten. In einem weiteren Denkfass im Spätherbst soll dann dieser Vorschlag die Feuertaufe überstehen. Danach werden letzte Anpassungen vorgenommen, mit dem Ziel, dass die Destination ihre Strategie aufs Jahresende hin feierlich verabschieden und danach mit der Umsetzung beginnen kann.

Der inhaltliche Fahrplan der Destinationsstrategie
Sie können sicher verstehen, dass ich inhaltlich noch nichts Konkreteres zur Destinationsstrategie sagen kann und darf. Ich kann Sie aber beruhigen: das Saanenland wird nicht um 180 Grad umgekrempelt (obwohl dies vielleicht in gewissen Bereichen nicht schaden würde). Vielmehr stärkt man die Stärken, überlässt die Schwächen den Gesetzen des Marktes und tut vor allem eines: Man fokussiert. Weniger ist oft mehr. In der Destination Gstaad Saanenland darf kein Wunschkonzert mehr herrschen, keine Verzettelung mehr grassieren. Denn künftig werden wir uns dies kaum noch leisten können.

Mittwoch, 19. August 2015

Verschnaufpause

Der Sommer legt diese Woche eine kleine Verschnaufpause ein. Ein idealer Zeitpunkt für eine Sommerzwischenbilanz. Dafür blenden wir aber zuerst zurück in den Januar 2015. Die Schweizerische Nationalbank liess den Mindestkurs gegenüber dem Euro fallen und löste damit eine Hochkonjunktur bei den Tourismusprognostikern aus. Der Schweizer Tourismus war während Wochen dem Untergang geweiht. So schrieben es zumindest die Medien. Für den alpinen Raum rechnete man für die Sommersaison von Rückgängen von bis zu 17 %. Verzweifelt versuchte man die Glut der Hoffnung zu schüren. Synergiepotentiale nutzen, Kooperationen eingehen, fokussieren, Produkt- und Angebotsgestaltung oder aber auch Rabattitis waren die Schlagwörter der Stunde und sie sind es teilweise heute noch.

Die Schweiz muss man in vielen Angelegenheiten bzw. Themen differenziert betrachten. Dies gilt auch für das Thema Tourismus. Nicht jede Region bzw. Destination gehört diesen Sommer zu den Verlierern. Natürlich, einige Destinationen sind diesen Sommer regelrecht getaucht. Andere wiederum, allen voran die Städte, konnten gegenüber dem letzten Sommer sogar zulegen. Die Destination Gstaad Saanenland kann – wenn man lediglich die Logiernächteentwicklung anschaut – mit dem bisherigen Verlauf der Sommersaison (Mai – Ende Juli) zufrieden sein.

Mit zwei passablen Monaten Juni und Juli konnte der Logiernächterückstand aus der Wintersaison beinahe aufgeholt werden. Natürlich haben auch wir einen Rückgang aus dem Heimmarkt sowie aus den meisten europäischen Kernmärkten zu beklagen. Dieser konnte aber durch starke Zuwächse aus anderen Märkten – allen voran UK und Wachstumsmärkte – fast wieder kompensiert werden. Von November 2014 bis Ende Juli 2015 liegen wir somit mit 0.7 % zurück, verglichen mit der Vorjahresperiode. Betrachtet man rein nur den Sommer, so liegt die Destination von Mai bis Ende Juli 1.8 % über dem Vorjahr. Für die zweite Saisonhälfte muss allerdings aufgrund diverser Prognosen gesagt werden, dass die guten Vorjahreszahlen wohl nicht erreicht werden können. Das Tourismusjahr 14/15 dürfte wohl deshalb mit einem leichten Minus abschliessen. Kommt noch hinzu, dass allgemein die Tendenz herrscht, dass zwar Gäste in der Destination verweilen, es wird jedoch weniger mit ihnen umgesetzt. Die Konsumfreudigkeit ist zurückhaltender und das Hotelzimmer bzw. die Ferienwohnung wurde oft zu günstigeren Konditionen ausgehandelt als noch im letzten Jahr.

Das laufende Tourismusjahr
Für das vorliegende Sommerergebnis zeichnen vor allem das schöne und stabile Wetter, sehr gut besuchte Events und die hervorragenden Leistungen unserer Gastgeber verantwortlich. Letzteres konnte man kürzlich in der Sonntagszeitung bestätigt finden. In einem gross angelegten Vergleich der Gastgeberqualitäten resultierte für Gstaad Saanenland der beeindruckende zweite Platz. Die Bewertungen wurden aus allen relevanten Online-Portalen zusammengezogen und ausgewertet. Das Schöne daran ist, dass nicht irgendwelche Gastro- und Hotelkritiker beigezogen wurden, sondern die ehrlichste aller Bewertungen, nämlich die des Gastes.

Hier logieren die zufriedensten Gäste der Schweiz
Der Gast ist schlussendlich auch der Schlüssel zum Erfolg. Kreatives Marketing, innovative Produkt- und Angebotsgestaltung oder die allerbeste Gästebetreuung. Setzen sich all diese relevanten Kriterien über die Bedürfnisse des Gastes hinweg, bleibt der Erfolg aus. So einfach ist das.

Freitag, 31. Juli 2015

Sportlich, kulturell und kulinarisch, einfach top!

Der diesjährige Juli hatte es in sich. Endlich wiedermal war so richtig Sommer! Die schweisstreibenden Temperaturen sorgten dafür, dass zahlreiche Gäste aus dem Unterland dem Ruf der „Sommerfrische in den Bergen“ folgten. Nebst dem sommerlichen Bergerlebnis mit Wandern, Biken oder einfach auch nur die Seele baumeln lassen bot das Saanenland darüber hinaus die altbewährten Event-Klassiker.

 Sommerfrische in den Bergen auf dem G3000
Den Reigen eröffnete das Beachvolleyball-Turnier, welches dieses Jahr erstmals unter dem neuen Namen „Gstaad Major“ auftrat. Während der ganzen Woche profitierten die Organisatoren, Athleten und Zuschauer vom Prachtswetter und verwandelten dabei die Arena in einen Schmelztiegel der Emotionen, sportlichen Höchstleistungen und prickelndem Entertainment.

 Gold und Silber für Brasilien
Dicht darauf gefolgt, bot das Davidoff Saveurs ein Spektakel für den Gaumen, welcher davon kaum genug kriegen konnte. Dieses Jahr jährt sich die kulinarische Genusswoche bereits zum 20. Mal. Wir gratulieren und sagen danke für dieses starke Zeichen. Das Davidoff Saveurs unterstreicht in perfekter Art und Weise die strategische Positionierung vom Saanenland als Genussregion.

 Eine sommerliche Nachspeise
Voll im Gange sind zurzeit das Gstaad Menuhin Festival sowie das Swiss Open Gstaad. Letzteres wird auch gerne als das „Wimbledon der Alpen“ bezeichnet und feiert heuer das hundertjährige Jubiläum! Wir ziehen den Hut vor solch einer grandiosen Konstanz und danken dem Turnier dafür, dass Gstaad dadurch ein Stück Tennisgeschichte mitschreiben durfte. Wer mehr über die Geschichte des Swiss Open Gstaad erfahren möchte kann dies am besten tun, indem er/sie sich das Jubiläumsmagazin beschafft und zwar bei uns am Schalter des Tourismusbüros an der Promenade 41 in Gstaad oder beim Turnierorganisator, der Grand Chelem SA.

Diesen Pokal gab es vor 100 Jahren zu gewinnen
Das Gstaad Menuhin Festival feiert übrigens nächstes Jahr auch einen runden Geburtstag. 2016 dürfen wir die 60. Austragung feiern. Wir dürfen jetzt schon gespannt sein, was das Jubiläumsjahr 2016 für Überraschungen mit sich bringt. Das Gstaad Menuhin Festival dauert dieses Jahr noch bis Anfangs September und wartet mit vielen phantastischen Künstlern der E-Musik auf.

Ein lauer Sommerabend anlässlich der Eröffnung des Menuhin Festivals
Im August ziehe ich dann hier auf diesem Blog eine erste Sommerbilanz und berichte direkt vom Hublot Polo Gold Cup Gstaad, welcher dieses Jahr ebenfalls einen runden Geburtstag feiern darf. Es sind ebenfalls 20 Jahre und wir hoffen, es kommen noch mindestens 20 weitere Jahre hinzu. Chapeau!

Montag, 6. Juli 2015

Speed up. Slow down.

Nein, bei der vorangehenden Überschrift handelt es sich nicht um eine Modifizierung unseres Claims „Gstaad, come up – slow down“. Und ich will Sie auch nicht schon wieder mit einem Rennrad-Blog langweilen. 2015 steht bei Gstaad Saanenland Tourismus und der Gstaad Bike World bekanntlicherweise eindeutig im Zeichen des dynamischen Sportgeräts, über welches ich in einigen Blogs ja schon berichtet habe. Aber das nachfolgende Meisterwerk will ich Ihnen dennoch nicht vorenthalten. Gefilmt wurde es mit unseren Inputs und Mithilfe von Tom Malecha. Seine Firma „Filme von draussen“ ist bekannt für stimmungsvolle Geschichten im Outdoorbereich. Hauptakteure im Film sind die wunderschöne Landschaft in und ums Saanenland, ein Scott Solace sowie der Radsport-Enthusiast Alain Rumpf.


Noch ein kleiner Nachtrag. Wir drehen nicht nur schöne Radsportfilme. Zusammen mit unseren Partnern haben wir für den kommenden Herbst ein schönes Produkt zusammengestellt. Wir führen die ersten Scott-Genuss-Testtage durch. Lesen Sie dazu unser Angebot. Nun wünsche ich Ihnen weiterhin unvergessliche Stunden im Rennrad- oder Bikesattel. Speed up. Slow down.

MrGstaad macht Pause

Montag, 22. Juni 2015

Marketing-Push, Phase 2

Letzten Freitag, anlässlich der Gemeindeversammlung im Landhaus Saanen, hat auch noch die Gemeinde Saanen mit grosser Mehrheit dem Verlängerungsantrag „Marketing-Push“ zugestimmt. Neben den Gemeinden Lauenen und Gsteig ist Saanen somit die dritte Gemeinde im Bunde, welche dem GST (Gstaad Saanenland Tourismus) das Vertrauen geschenkt hat. Ein herzliches Dankeschön an diese drei Gemeinden. Wir sind überzeugt, dass wir die darin enthaltenen Erwartungen auch erfüllen können.

Der Verein Zweisimmen Tourismus hat diesen Frühling ebenfalls dieselbe Vorlage präsentiert, ist aber leider bereits am Gemeinderat von Zweisimmen gescheitert. Somit fliessen im Jahre 2015 nochmals CHF 600‘000.—zusätzliche Marketingmittel in die Kassen vom GST. Diese Mittel sind – wie vor 4 Jahren bereits so beantragt – zweckgebunden. Sie werden zielgerichtet eingesetzt und zwar für folgende Teilziele:

- Online-Marketing

- Saisonrandkampagnen Markt Schweiz

- Produktorientierte Promotion in den europ. Schlüsselmärkten

- Aufbau neuer Märkte

- Markenschutz

GST hat in den vergangenen drei Jahren – sei dies mittels Medienmitteilungen, Geschäftsberichten, Blogs oder der jährlichen Hauptversammlung – stets dokumentiert, wie das Geld eingesetzt wurde und was es schlussendlich gebracht hat. Gerade letzteres ist natürlich nicht immer so leicht nachzuweisen. Externe Einflüsse, nachhinkendes Nachfrageverhalten oder aber auch Fehlentscheidungen können die erbrachten Resultate leicht verwässern. Deshalb versuche ich anhand einer einfachen Milchbüchleinrechnung ein Gesamtfazit über die Wirkung der eingesetzten Mittel zu ziehen.

Logiernächteentwicklung Hotellerie, deutlich über dem Durchschnitt
Es gibt ein geltendes Grundgesetz für Tourismusorganisationen bzw. Tourismusdirektoren. Entwickelt sich die Logiernächtestatistik schlecht, so ist stets der Tourismusdirektor schuld. Sind die Zahlen positiv, so tragen selbstverständlich nur die Leistungsträger das Wesentliche dazu bei. Irgendwo dazwischen liegt wohl die Wahrheit. Im Geschäftsjahr 2011/12 (Jahr 1 Marketing-Push) wurden rund 303‘000 Hotel-Logiernächte in der Destination Gstaad Saanenland erzielt. 2013/14 (Jahr 3 Marketing-Push) waren es rund 352‘000. Dies entspricht einer Steigerung von 49‘000 Logiernächten. Dafür hat man insgesamt CHF 1‘890‘000.—zusätzliche Marketingmittel investiert. Im Durchschnitt gibt ein Gstaader Gast rund CHF 450.—pro Tag aus. Im Vergleich zu 2011/12 wurden 2013/14 also rund CHF 22‘000‘000.—mehr Wertschöpfung erzielt. Dieser Wert kann sich zweifelsohne sehen lassen und bestätigt im Übrigen die Destinations-Resultate der Tourismusstudie, welche unlängst vom Kanton Bern veröffentlicht wurde.

Langzeitvergleich nach Sternekategorie
Ich bin überzeugt, dass GST an dieser Entwicklung einen positiven Beitrag leisten konnte. Die Neunerprobe dazu lässt sich mit unseren Aktivitäten auf den neuen Märkten belegen. Vor dem Marketing-Push war GST in diesen Märkten nicht präsent. Sukzessive baute man neue Geschäftsbeziehungen in den Golfstaaten, in China, in Südostasien, in Indien sowie in Südamerika auf. Lagen zu Beginn der Messperiode die Gästezahlen aus diesen Märkten kumuliert noch unter 15‘000 Logiernächten pro Jahr, so liegen sie heute bei weit über 20‘000. Es ist zudem ja allgemein bekannt, dass Gäste aus diesen Märkten weit mehr als CHF 450.—pro Tag ausgeben. Somit dürfte die relative Wertschöpfung isoliert auf diese Märkte betrachtet, noch höher liegen.

Steigerungslauf der neuen Märkte
Doch wie geht es nun weiter? Der Verlängerungsantrag wurde lediglich für ein Jahr gewährt. Fürs laufende Geschäftsjahr 2014/15 ändert sich nichts. Die Hälfte davon ist ja bereits vorbei und wir haben für dieses Jahr unter der Annahme einer Verlängerung budgetiert. Fürs nächste Geschäftsjahr laufen bereits die Vorbereitungen. Seit rund zwei Jahren gibt es das Projekt „Gstaad Marketing AG“. Dies beinhaltet im Wesentlichen den Zusammenschluss des Destinationsmarketings (GST) mit dem Bergbahnmarketing (BDG AG). An dem Projekt ist neben dem GST und der BDG AG auch die Gemeinde Saanen beteiligt. Die Mitarbeit der Gemeinde Saanen in diesem Projekt ist für die Neuregelung der Marketingbeiträge essentiell. Hat sie doch ein legitimes Interesse daran, dass der wichtigste Wirtschaftsfaktor im Saanenland nicht an Bedeutung verliert. Zudem ruft die ganze Branche nach Kooperationen und Bündelung der Mittel. Dieses Denken ist mittlerweile auch im Saanenland angekommen. Somit dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis wir die neue Marketing-AG lancieren können. Ich bin zuversichtlich, dass dies spätestens im 2016 passieren wird.

Donnerstag, 18. Juni 2015

Die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus im Kanton Bern

Ambitiös verkündete der Kanton Bern respektive die BE! Tourismus AG letzthin das Ziel, zur Nummer 1 der Tourismuskantone zu werden. In den letzten Jahren tat sich einiges, was darauf hindeuten lässt, dass dieses Ziel tatsächlich auch bald mal zur Realität werden kann. 2012 wurde vom Kanton Bern und von den sechs Berner Destinationen die BE! Tourismus AG gegründet. Sie hat den primären Auftrag, Marketingmittel zu bündeln um sie dann in den europäischen Kernmärkten zu investieren. Diese Zentralisierung ist für die Destinationen eine grosse Entlastung und zusätzlich auch ein Gewinn an Effizienz.

Vor diesem Hintergrund und mit dem Wunsch über die aktuellsten Zahlen zu verfügen, wurde eine Studie in Auftrag gegeben. Aufgezeigt werden die Entwicklung von 2011 bis 2013 und die damit einhergehende volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus im Kanton Bern.

In einer so umfangreich dargelegten Studie kann man vieles herleiten, interpretieren, vergleichen und analysieren. Sich dabei beispielsweise aber rein nur auf die Logiernächtezahlen bzw. Gästefrequenzen zu orientieren, wäre ziemlich einseitig und undifferenziert. Der Grund liegt vor allem darin, dass die sechs Berner Destinationen (Bern, Oberland Mitte, Interlaken, Jungfrau Region, Jura-3-Seenland und Gstaad Saanenland) grosse Unterschiede hinsichtlich geografischer Grösse, Einwohnerzahl, touristischen Infrastrukturen sowie weiteren relevanten Indikatoren aufweisen. Nachfolgend deshalb nur ein kurzer Auszug aus der Studie, welche Sie gerne unter diesem Link vertiefter studieren können.

Erfreulich ist, dass die Studie für die untersuchte Zeitperiode eine insgesamt positive Entwicklung im Berner Tourismus aufweist. So haben beispielsweise die Gästefrequenzen und die Gesamtnachfrage deutlich zugenommen. Gstaad Saanenland und die Destination Interlaken weisen bei beiden Werten die höchste Zuwachsrate auf und liegen dabei deutlich über den kantonalen Durchschnittswerten.


Die Entwicklung der touristischen Bruttowertschöpfung kann sich ebenfalls sehen lassen. In der untersuchten Zeitperiode hat sich diese im ganzen Kanton Bern um 5.9 % gesteigert. Den stärksten Zuwachs verzeichnet hier Gstaad Saanenland mit 16.2%. Weiter wurde auch der Tourismusanteil am lokalen BIP untersucht. Auch hier zeigt sich deutlich, dass Gstaad Saanenlad am stärksten zugelegt hat und der Tourismus dort mit einem Anteil von 50.7 % am meisten zum lokalen BIP beiträgt.

Quelle: Berechnungen und Schätzungen Rütter Soceco

Diese Zuwachsraten können als Bestätigung dafür gesehen werden, dass der Kanton und die Destinationen in den letzten Jahren die richtigen Anstrengungen unternommen haben. Diese lagen vor allem in der Bewältigung von strukturellen und marktorientierten Herausforderungen. Sicher ist aber, dass die Zeiten nach wie vor fordernd bleiben. Sinkende Nachfrage im Wintertourismus, ein unvorteilhafter Wechselkurs oder volatile Zielmärkte gilt es aktuell und wohl auch künftig zu managen. Die sechs Destinationen stehen dabei aber nicht alleine auf weiter Flur. Sie finden Unterstützung in der BE! Tourismus AG und im beco, dem Amt für die Berner Wirtschaft. Dies gibt Sicherheit und Vertrauen und stärkt die Verbundenheit, gemeinsam für den wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus einzustehen.

Montag, 1. Juni 2015

Open doors@GST


Der letzte Schliff vor dem grossen Tag
Als ich am letzten Samstag das Haus des Gastes in Gstaad betrat, dachte ich noch das wird ein ruhiger Tag. Ich malte mir gedanklich schon aus, dass ich in meinem Büro das eine oder andere erledigen konnte und hin und wieder jemand bei mir reinschaute. Das die Mitarbeitenden zwar alle einen super Job – top Organisation, vorbildlicher Einsatz – gemacht haben, aber schlussendlich das Besucherinteresse auf einem bescheidenen Niveau blieb.

Falsch gedacht.

Nicht ganz, der Tag der offenen Tür war ja super organisiert und das Team hat natürlich alles gegeben, aber hinsichtlich des Besucherstroms wurden sämtliche meiner Erwartungen voll und ganz übertroffen! Dafür ist mein Team verantwortlich. Mit Charme, Gelassenheit und hoher Fachkompetenz konnte es unsere Gäste nach allen Regeln der Kunst begeistern. Von der ersten Minute an hat alles funktioniert und es muss sich im Saanenland wohl wie ein Lauffeuer rumgesprochen haben, was im HDG abgeht. Bis 17.00 h hielt der Andrang an und wir zählten sage und schreibe mehr als 500 Besucher. Wow!

Die Funktionsweise der PR-Abteilung anhand eines Beispiels
Seit der Fusion der verschiedenen Verkehrsvereine im Saanenland, welche in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts vollzogen wurde, war dies der erste Besuchstag von Gstaad Saanenland Tourismus (GST). GST hat sich in all den Jahren vom klassischen Kurverein zum Vollservice-Tourismusdienstleister entwickelt. Diese Entwicklung ist aber bei Weitem noch nicht abgeschlossen.


Das Aufgabenspektrum ist vielseitig und geht weit über die typischen Info- und Beratungsdienste hinaus. Der beste Überblick über unsere Aufgaben bietet nach wie vor der Geschäftsbericht oder eben dann ein Tag der offenen Tür. In all den Jahren haben wir nämlich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass wir zwar lückenlos über unsere Tätigkeiten informieren – meistens via Medienmitteilungen, Newsletter, Hauptversammlung, Geschäftsbericht, Website, etc. – aber dann doch immer wieder feststellen, wie wenig die Einwohner des Saanenlandes eigentlich über uns wissen. Ein Tag der offenen Tür hat gegenüber dieser Einweg-Kommunikation natürlich den Vorteil, dass wir durch das persönliche Gespräch näher an die wichtige Basis einer Tourismusdestination rücken. Diese Nähe ist absolut notwendig, um bei der einheimischen Bevölkerung Goodwill und Verständnis zu schaffen. GST ist zu einem grossen Teil durch öffentliche Beiträge und Abgaben finanziert. Da ist es verständlich, wenn gewisse Aktivitäten argwöhnisch beobachtet und vielleicht sogar kritisiert werden.

Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt
Letzten Samstag hat GST alles dafür gegeben, um jeglichem Argwohn oder Misstrauen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der wendige Segler „GST“ hat den Wellen getrotzt und ist sicher im Bestimmungshafen eingelaufen. Dort rüstet er sich nun für weitere Expeditionen und Grosstaten.

Allen Beteiligten, Gästen und Angehörigen meinen herzlichen Dank für diesen tollen Tag!
Meine Tür ist auch sonst offen

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