Herzlich Willkommen. Dieses Tagebuch vermittelt Einblicke in eine der renommiertesten, profiliertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz aus dem Blickwinkel ihres Tourismusdirektors.


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Dienstag, 11. Juni 2013

Weltcupsieg für Gstaad-Scott!

Die Fahrt mit dem Mietwagen von Edinburgh Airport durch die schottischen Highlands nach Fort William dauerte epische zweieinhalb Stunden. Bei angenehmen 24 Grad und Sonnenschein bot die Landschaft überwältigende Momente.


Fort William ist mit etwa 9.766 Einwohnern die größte Stadt der westlichen schottischen Highlands. Sie liegt am Ufer des Loch Linnhe, am südlichen Ende des Great Glen und war dieses Wochenende Austragungsort für das erste Mountainbike Downhill Weltcuprennen der Saison. Anlass genug, um unserem Team die Ehre zu erweisen. Die Mädels und Jungs legten sich dann auch kräftig ins Zeug und überzeugten mit sportlichen Spitzenleistungen. Allen voran eines der grössten Talente im Downhill-Sport: Noel Niederberger. Er gewann in beeindruckender Manier die Junioren-Konkurrenz. Herzliche Gratulation Noel! You just smoked your competition in the junior category! Diesen Satz habe ich von der Teamwebsite zitiert. Wer sich übrigens einen Eindruck über die Strecke verschaffen will, dem empfehle ich das Video von Claudio Caluori (Teammanager und ehemaliger Spitzenfahrer).

Beeindruckend war auch, wie die Zuschauer am vergangenen Wochenende in Scharen an die Wettkämpfe kamen. Alles in allem waren an beiden Renntagen ca. 25‘000 Zuschauer vor Ort. Nochmals zur Erinnerung: Die beiden Grossstädte Glasgow und Edinburgh liegen beide mehr als zweieinhalb Stunden Fahrzeit entfernt. Fort William liegt weder an einer Autobahn, noch an einer effizienten Bahnlinie. Von Lausanne oder von Bern aus ist man im Verhältnis viel schneller und einfacher in Gstaad und die Anfahrt ist landschaftlich ebenfalls sehr reizvoll.


Viele Zuschauer fanden sich im Zielraum ein, wo sie das Spektakel auf Grossleinwand verfolgten. Ebenso viele begaben sich aber mit der Ben Nevis Gondelbahn zum Startgelände und wanderten dann neben der Strecke zum Ziel hinunter. Dies bescherte der Bergbahn eine schöne Zahl an Frequenzen und das attraktive Mountainbike Angebot fand dadurch Aufnahme in die Wahrnehmung der Besucher. Gleichzeitig stellten die Zuschauer fest, dass in den Wintermonaten an gleicher Stelle ein kleines, aber feines Skigebiet existiert. Cross Marketing at it’s best.



Als Tourismusdirektor darf bzw. muss man manchmal träumen: Mountainbike Weltcup in Gstaad! Quasi die Streif oder das Lauberhorn Rennen des Sommers. Und zwar nicht als Eintagsfliege, sondern als nachhaltiger Event, welcher sich in unseren Reigen der Gstaader Top Events einreiht. Dies funktioniert natürlich nur glaubwürdig, wenn wir diesen Weltcup in eine attraktive Mountainbike Landschaft einbetten können. Wir arbeiten daran und werden weiter darüber informieren.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Schweizer Ferientag – oder wie das feu sacré nach Bern kam

Als er auf die Bühne des Berner Kursaals trat, ging ein Raunen durch die rund 1500 anwesenden Schweizer Touristiker. Der für seine meist zutreffenden Prognosen bekannte Muotathaler Wetterschmöcker Martin Horat hatte gestern seinen grossen Auftritt und was er verkündete war wie ein Stich in die Herzen der Anwesenden. Der Sommer 2013 wird wohl nicht den Status eines Jahrhundert-Sommers erreichen. Mehrheitlich nass und trüb soll er sein. Erst im Herbst kann die Branche aufatmen. Doch lässt sich mit ein paar goldenen Herbsttagen das Sommerloch aufholen?

Martin Horat im Gespräch mit dem Moderator Kurt Aeschbacher
Nebst den desaströsen Sommerprognosen gab es noch weitere Erkenntnisse am gestrigen Ferientag in Bern. Das Stelldichein der Schweizer Tourismusbranche. Alljährlich finden wir uns in einer anderen Destination ein und erfahren, wie Schweiz Tourismus die Lage analysiert und die Zukunft plant. Ein jeweiliges Motto prägt den Tag. Für dieses Jahr war das Leitthema durch das „le feu sacré“ bestimmt. Das «le feu sacré» im Sinne von Leidenschaft. Wie kann man Leidenschaft im Tourismus erkennen, zulassen und fördern? Eine simple Fragestellung, auf welche aber gestern nicht sämtliche Antworten gefunden wurden.

Wir durften dennoch einen abwechslungsreichen Tag erleben. Dies auch dank charismatischen Persönlichkeiten, wie Herrn Bundesrat Alain Berset oder Mike Müller alias Burri Hanspeter. Eloquent führte Kurt Aeschbacher durchs Programm und Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, bewies, dass er und seine Crew mit dem nötigen feu sacré unterwegs sind. Ihm und seinem Team gebührt ein herzliches Dankeschön für die hervorragende Organisation des Ferientages sowie für die partnerschaftliche Zusammenarbeit während des ganzen Jahres.

Doch nun zurück zu einem der beliebtesten Themen in der Tourismusbranche: dem Wetter. Es scheint, als würde Petrus noch einen Gang höher schalten, nachdem Martin Horat gestern einen üblen Sommer prophezeite. Doch schauen Sie selbst und werfen Sie einen aktuellen Blick aus meinem Bürofenster. Wir haben heute den 29.5.2013 und es kam in der Vergangenheit schon sehr oft vor, dass nach solchen völlig normalen „Rückschlägen“ dann doch die Sonne Einzug hielt und für einen trockenen und heissen Sommer sorgte. Wetter hin oder her, ich freue mich auf den Sommer 2013 und bin gespannt, was er uns bringen wird.


Freitag, 24. Mai 2013

Winterbilanz 12/13

Das nachfolgende Foto wurde heute Morgen von meinem Büro aus gemacht.



Noch hat der Frühling im Saanenland nicht so richtig Einzug gehalten. Angesichts der aktuellen Wetterverhältnisse – es ist Schnee bis auf 600 Meter angesagt – ist es angebracht, eine Bilanz über die vergangene Wintersaison zu ziehen:

Trotz guten Schneeverhältnissen war der vergangene Winter leider nur mässig erfolgreich, konnten doch die Bergbahnen nur minim davon profitieren. Für Tagesausflügler und Kurzaufenthalter waren die Wochenenden hinsichtlich der Wetterprognosen oft zu unsicher. Dies wirkte sich negativ auf das kurzfristige Buchungsverhalten unserer Gäste aus. Immerhin konnten die Logiernächte in der Hotellerie von November 2012 – April 2013 um rund 8.7 % gegenüber der Vorjahresperiode gesteigert werden. Dies ist wahrlich ein stolzer Wert. Neu eröffnete Hotels wie die Hamilton Lodge oder The Alpina Gstaad beeinflussten dieses positive Ergebnis massgeblich, relativieren es aber dadurch auch.

Trotz verhaltenem Winter kann man dennoch sagen, dass die Talsohle nach drei relativ schwachen Tourismusjahren wohl erreicht ist. Dies vornehmlich aus zwei Gründen: Die Umsätze in den über GST vermieteten Ferienwohnungen haben das Vorjahresergebnis deutlich und zwar um rund 19 % übertroffen. Erfreulich ist auch, dass unser Stammmarkt Schweiz um 7 % zugelegt hat und sich unsere europäischen Kernmärkte – mit Ausnahme UK – in einer Erholungsphase befinden. Aus Deutschland kamen rund 4 % mehr Gäste, aus Frankreich rund 15 % mehr und aus den BeNeLux-Ländern gar erstaunliche 25 % mehr. Wenn man nun den vergangenen Winter mit dem Logiernächte-Durchschnitt der letzten drei Wintersaisons vergleicht, stellt man fest, dass die Saison 12/13 rund 3 % über dem Durchschnitt liegt.

Die Hoteliers, Bergbahnen und Detaillisten der Ferienregion Gstaad blicken ebenfalls mit gemischten Gefühlen auf die vergangene Wintersaison zurück, wie Umfrageergebnisse bestätigen. Für die Zukunft hält diese unsichere Stimmung an. Viele Leistungsträger realisieren, dass gewisse Schritte nun eingeläutet bzw. auch umgesetzt werden müssen. Das „Turn- Around-Projekt“ BDG, Projekte aus 2020plus oder unsere Bestrebungen, die Bikeregion Gstaad nachhaltig weiter zu entwickeln, sind konkrete Beispiele dazu.

Aufgrund des momentan stark wechselhaften Frühlingswetters, sind die Hoffnungen auf einen stabilen schönen Sommer umso grösser. Blicken wir zuversichtlich nach vorne! Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende. Es gibt ja bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung und Ausrüstung.

Montag, 13. Mai 2013

Brazil News

Wieso in Brasilien investieren? Im Rahmen unserer Marketing-Push Gelder stellten wir uns diese Frage intensiv. Natürlich; alle lieben Brasilien! Heute aber nicht mehr nur wegen der Sandstrände, des Karnevals oder der Caïpirinhas. Brasilien hat sich zu einem Markt entwickelt, den man von der touristischen Bearbeitung her nicht mehr vernachlässigen kann. Mit seinen rund 200 Mio Einwohnern – 32 Mio. davon leben in den Metropolen Rio de Janeiro und Sao Paulo – und einer historisch niedrigen Arbeitslosenquote von 5.4 % bietet dieses Land die besten Voraussetzungen für eine intensivierte Marktbearbeitung. Die brasilianische Wirtschaft befindet sich in einer Wachstumsphase, welche durch eine stetig wachsende Mittelschicht bestätigt wird. Weiter kommt hinzu, dass sich hiesige Leistungsträger mit dem Empfang und der Betreuung von brasilianischen Gästen wohl ein bisschen leichter tun, vergleicht man dies beispielweise mit Gästen aus Märkten wie Indien oder den Golfstaaten. Dies ist allerdings eine Aussage, die sich so natürlich nicht verallgemeinern lässt, sondern alleine auf gewissen Feedbacks von Leistungsträgern beruht.

Mit den Fussballweltmeisterschaften (2014) und den Olympischen Spielen (2016) stehen zwei Grossereignisse an, welche dieses Land der Welt näher bringen wird und dies durchaus auch im umgekehrten Sinne. Es ist mehr Geld zum Reisen da und der Brasilianer liebt es, neue Ziele zu entdecken. Europa bleibt dabei die wichtigste Destination nebst dem Inland-Reisemarkt.

In dieser Phase ist es von entscheidender Bedeutung, dass das Saanenland rechtzeitig auf die Landkarte der Reiseziele unzähliger Brasilianer gerät. Wir haben dazu eine hervorragende Ausgangslage. Einerseits sind wir eine attraktive Skidestination und andererseits bieten wir als Zwischenstopp einer Touringreise eine ideale Oase der Erholung zwischen Mailand, Paris, Genf oder dem Jungfraujoch. Dabei kommen uns die unterschiedlichen Jahreszeiten aufgrund Brasiliens Lage auf der Südhalbkugel entgegen. Der Brasilianer reist vor allem während unserer Nebensaison in den Monaten Januar, Mai, Juni, Juli und September.

Das Wolkenkratzer-Meer von der 22 Millionen-Stadt Sao Paolo
Mitte April durfte ich dieses faszinierende Land während drei Wochen besuchen, zuerst geschäftlich und dann privat zu Ferienzwecken. Während der ersten Woche nahm Gstaad Saanenland Tourismus auf Einladung der Veranstalter an der Travelweek teil. Die grösste High-End Reisemesse von ganz Südamerika, wo sich Aussteller, Reiseagenturen und Touroperators nun bereits schon zum dritten Mal trafen. Bereits letztes Jahr war Gstaad Saanenland Tourismus vertreten. Im Rahmen unserer Marketing-Push-Aktivitäten wurde diese Präsenz nun auf dieses Jahr hin ausgebaut. Während rund 4 Tagen hiess es dann pausenlos, die Destination vorstellen, immer und immer wieder. In rund 80 Meetings wurden die Vorzüge vom Saanenland, sowohl im Winter wie auch im Sommer, gepriesen. Dies mit dem Wissen, dass an der ganzen Veranstaltung nur Topdestinationen und Top-Hotels zugelassen waren. Neben Gstaad Saanenland Tourismus waren auch noch das Hotel Ermitage, das Bellevue sowie The Alpina Gstaad mit von der Partie. Auch sie hatten die ähnliche Menge an Meetings zu bewältigen. Umso besser für uns als Destination. Somit ging der Name Gstaad rund 320mal über den Gesprächstisch und wir konnten damit wichtige Akzente setzen. Wir werden auch für nächstes Jahr weiter am Ball bleiben und ziehen dann nach einer dreijährigen Präsenz erstmals verlässlich Bilanz, inwieweit sich unsere Investments in konkrete Resultate innerhalb unserer Destination auswirken.

Unsere Box

Im Einsatz
Falls Sie wieder einmal eine längere Reise planen und diese ausnahmsweise nicht ins Saanenland führen soll (man soll ja zwischendurch auch mal über den Tellerrand schauen), dann kann ich Ihnen Brasilien wärmstens empfehlen. Nach der Travelweek reisten wir rund zwei Wochen durch dieses faszinierende – mit Naturschauspielen vollgespickte – Land und durften vor allem ein hohes Mass an Gastfreundlichkeit gepaart mit einem hohen Service-Level kennen und schätzen lernen.

Ilha de Boipeba

Die Wasserfälle rund um Iguaçu

Montag, 8. April 2013

1986

Zugegeben, mein letzter Blog-Eintrag war ein Aprilscherz, auch wenn sich dieser anscheinend sehr realistisch gelesen hat. Ich erhielt einige Reaktionen per Mail, Telefon oder aber auch persönlich. Eine meiner Mitarbeiterinnen griff sogar zum Telefon und war ausser sich. Unter einem sog. „Superdirektor“ wollte sie den Bettel hinschmeissen. Sie hat es dann zum Glück nicht getan. Leider hatte nur eine Person den Mut, einen Kommentar auf meinem Blog zu hinterlassen. Ein grosses Dankeschön dafür geht an Reto Roundtheworld!

Die neuste Meldung von unserem Partner YB ist jedoch kein Scherz. Schon das zweite Mal seit Beginn unserer Partnerschaft erlebe ich einen Trainerwechsel. Martin Rueda wurde mit sofortiger Wirkung freigestellt. Für die Zukunft wünsche ich Martin Rueda alles Gute.

Eine weitere Meldung, welche sich in den Reigen der Negativ-Schlagzeilen rund um den Berner Traditionsclub einreiht. Der Club steht nach einer enttäuschenden Saison wieder mal vor einem Neuanfang. Nachdem die furios eingeleitete „Phase 3“ ebenso grandios scheiterte, bleibt auch jetzt kein Stein auf dem anderen. Zu gross sind die Altlasten, zu herausfordernd ist die aktuelle Situation. Das Ziel vom sportlichen Erfolg ist in weite Ferne gerückt. Die Fans lechzen nach Toren, nach Spektakel, nach Kontinuität im Erfolg und erhalten dafür den Auftritt einer mut- und kraftlosen Truppe.

Ich wünsche YB, dass es die laufende Saison mit Würde abschliessen kann. Dass nun endlich Ruhe und Stabilität in die Mannschaft und in den Club kommt. Dass mit „feu sacre“ die kommenden Jahre geplant werden können und weise Entscheidungen dazu getroffen werden. Grosse Ziele, wie Meisterschaft und Cup sollten die Messlatte sein. Der Traditionsclub YB wäre ihrer würdig.

1986, damals wurde YB zum letzten Mal Schweizer Meister und zog die Schweizer Fussballwelt mit Spielern wie Georges Bregy, Robert Prytz, Lars Lunde und Dario Zuffi in ihren Bann. Ich war damals 13 Jahre alt. Heute bin ich 40, zumindest eine „fussballerische“ Ewigkeit ist seither vergangen.


Montag, 1. April 2013

Gstaad Holding – Doppelspitze

Am 30. Januar 2013 habe ich an gleicher Stelle über die ausserordentliche Generalversammlung der Bergbahnen Destination Gstaad AG (BDG AG)berichtet. Dabei habe ich im Besonderen auf einen Prozess hingewiesen, welcher von der Gemeinde Saanen Anfangs Januar angestossen wurde. Dieser Prozess hat folgende zwei Hauptziele zum Gegenstand;

1. Gestaltung der zukünftigen Bergbahnlandschaft der Destination

2. Öffentlicher Konsens über aktuelle Situation und Entwicklung der BDG AG

Ein Steuerungsausschuss sowie eine dazugehörende Kerngruppe arbeiten seit Januar 2013 an diesen Zielen. Rekrutiert werden die Mitglieder beider Gremien aus den wichtigsten Anspruchsgruppen wie den beteiligten Gemeinden (Saanen, Rougemont, Gsteig, Lauenen, Zweisimmen und St. Stephan), der BDG AG, Gstaad Saanenland Tourismus (GST) sowie der Gruppe 5. Beiden Gremien werden von der externen Beratungsgesellschaft Trimea begleitet. 

Auch ich darf in diesem Prozess mit von der Partie sein und habe sowohl im Steuerungsausschuss, wie auch in der Kerngruppe Einsitz. Nach intensiven drei Monaten mit unzähligen Expertenrunden und hitzigen Debatten haben wir uns zu folgender revolutionärer Stossrichtung entschieden: Mit dem Aufbau einer Gstaad Holding soll ein touristisches Kompetenzzentrum geschaffen werden, welches den GST und die BDG AG vereint. Danach sind GST und die BDG AG Tourismusgeschichte. Ein sogenannter „Super-Direktor“ wird die Geschicke der Holding und ihrer Tochtergesellschaften leiten. Die Holding soll dabei organisch wachsen. In einer ersten Phase werden Armon Cantieni (aktueller Direktor der BDG AG) und ich (aktueller Direktor GST) die Start-Up Holding aufbauen und als Doppelspitze führen. Unsere Aufgabe wird es primär sein, die touristischen Kernkompetenzen zu bündeln und in spezifische Tochtergesellschaften zu überführen. So wurde schon die Idee einer „Beherbergungs-Tochtergesellschaft“ andiskutiert. Diese soll den Kampf gegen die kalten Betten zum Hauptziel haben. Gerade bei dieser Gesellschaft ist es unabdingbar, dass bezogen auf geplante Ansiedelungsprojekte für bewirtschaftete Betten die Unterstützung der Hauptaktionäre (alle Standortgemeinden in unserer Tourismusregion) gewährleistet ist.  

Parallel zur Start-Up Phase leite ich den Rekrutierungsprozess für den „Super-Direktor“. Ein erstes Hearing mit valablen Kandidaten fand dazu bereits am 28.3.2013 anlässlich des ersten „Bernerhof-Gesprächs“ statt. Bevorzugt werden jedoch Kandidaten, welche über einen Hintergrund aus dem Hotelfach oder aus der Immobilienbranche verfügen. Gerade Hoteliers und Immobiliers haben in den letzten Jahren immer wieder mit ihrem profunden Bergbahn- und Tourismuswissen überzeugt. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis Ende Mai. Dossiers können bei mir eingereicht werden. 

Nach Abschluss der Start-Up Phase und Anstellung des „Super-Direktors“ werden sich Armon Cantieni und ich in den Verwaltungsrat der Holding zurückziehen. Nebst dieser anspruchsvollen Tätigkeit gründen wir ein Beratungsunternehmen, welches sich auf Turnaround-Prozesse in der Tourismuswelt spezialisiert. Mit unserem reichen Erfahrungsschatz wollen wir so zur praxisbezogenen Erleuchtung diverser anderer Destinationen oder Tourismusunternehmen einen aktiven Beitrag leisten.

Donnerstag, 28. März 2013

Wintersaison-Zwischenbilanz

Ostern steht vor der Tür und dies im Vergleich mit dem Vorjahr sehr früh. Die Hotels – wenigstens die, die geöffnet haben – sind über die Feiertage gut gebucht. Trotzdem werden evtl. wegen den eher trüben Wetterprognosen sehr viele Tagesgäste fehlen. Gäste, die gerade für die Bergbahnen das Saisonergebnis noch verbessern könnten. Frühlingsskifahren ist in unserem Gebiet ein Hochgenuss, wenn das Wetter stimmt. Egal ob auf dem Glacier3000, auf dem Wasserngrat oder zwischen Zweisimmen/St. Stephan und Schönried.

Die Wintersaison dauert zwar bei uns bis in den Mai hinein. Glacier3000 sei Dank. Dennoch werde ich kurz ein Zwischen-Fazit über den bisherigen Winter ziehen. Die definitive Saisonbilanz folgt dann Mitte Mai. Die Aussagen basieren einerseits auf einer Umfrage bei den Leistungsträgern (Beherbergung und Gewerbe) und andererseits auf einer ersten Analyse zu den Übernachtungszahlen von November bis Ende Februar.

Hotellerie

Bei den Übernachtungszahlen kann man allgemein von einem leichten Aufwärtstrend sprechen, wenn man die aktuelle Wintersaison mit dem Durchschnitt der vergangenen drei Wintersaisons vergleicht. Für die Nennung konkreter Zahlen ist es noch zu früh. Im Zeitraum von November bis inklusive Ende Februar haben sich die Logiernächte in der Hotellerie deutlich positiv entwickelt. Wir liegen erkennbar im Plus gegenüber den Vorjahreszahlen. Grund dafür sind sicher auch die neuen Hotels, die zur Wintersaison eröffnet haben (The Alpina Gstaad, Hamilton Lodge, Saanewald Lodge sowie dem Le Petit Relais). Die Anstrengungen dieser Leistungsträger beflügeln die Statistik. Ca. 50 % der Hoteliers, die auf unsere Umfrage geantwortet haben, bewerten ihren Saisonverlauf als gleichgut bis besser als im Vergleich zum Vorjahr.

Ferienwohnungen

Dieser Bereich zeigt einen noch deutlicheren Anstieg bei der Nachfrage. Dies betrifft vor allem die rund 220 Objekte, die wir über den GST vermieten. Ich werte dies als einen Indikator für die Tatsache, dass das Plus bei den Logiernächten nicht nur auf die neuen Hotels zurückzuführen ist, sondern auch dafür, dass sich die Lage offenbar allgemein normalisiert.

Herkunftsländer der Gäste

Die Zahl der wiederkehrenden Gäste hat wieder zugenommen. Unser Hauptmarkt Schweiz brachte diesen Winter bisher deutlich mehr Gäste ins Saanenland. Auch Gäste aus Deutschland verbringen wieder vermehrt die Ferien in unserer Region. Geradezu mit Erleichterung habe ich festgestellt, dass sich die zuvor arg gebeutelten Märkte Grossbritannien und BeNeLux (Belgien, Niederlande und Luxemburg) erholt haben. Da sich die Schulferien in Frankreich dieses Jahr in den März verschoben haben und ich noch keine Kenntnisse über die Märzzahlen habe, kann ich zu diesem wichtigen Markt noch nichts sagen. Die Anstrengungen in den neuen Märkten China, Indien, Brasilien etc., die wir seit Anfang 2012 bearbeiten, zeigen erste positive Effekte.

Konsumverhalten

Rund 70 % der Hoteliers, die sich an unserer Umfrage beteiligt haben, bewerten das Konsumverhalten als gleich bis deutlich besser als im Vorjahr. Die Stimmung bei den Gewerbebetrieben ist ähnlich positiv. Die Gäste entschliessen sich zu eher kleineren Einkäufen und zeigen ein gesundes Konsumbewusstsein. Sie legen jedoch Wert auf gute Beratung und Qualität und bevorzugen regionale Produkte.

Die Aussichten für den weiteren Saisonverlauf

Ca. 75 % der Hoteliers bewerten den Buchungsstand für März und April gleich oder leicht besser als im Vorjahr. Die günstig liegenden Osterfeiertage werden als Hauptgrund dafür angegeben. Der Trend zur kurzfristigen Buchung hält an.

Bergbahn-Geschäft 
 
An dieser Stelle zitiere ich gerne meinen Kollegen Armon Cantieni. Er ist Direktor Direktor der Bergbahnen Destination Gstaad AG;

„Es ist noch zu früh für eine Saisonbilanz. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Transportumsätze Bahnen (Gstaad Mountain Rides) aktuell knapp 1 % besser im Vergleich zum Vorjahr. Der Januar war etwas besser als im Vorjahr, der Februar fiel eher schlechter aus. Dies ist jedoch zu relativieren, weil die Ferienwochen anders gefallen sind als im Vorjahr. Die Schneeverhältnisse sind anhaltend sehr gut, die sonnigen Wochenenden haben bisher grossteils gefehlt. Die definitive Bilanz zur Wintersaison 2012/2013 ziehen wir Ende April nach Saisonschluss der Bergbahnen Destination Gstaad AG. Skifahren auf dem Glacier3000 ist aber in unserer Region noch bis in den Mai möglich.“

Auch wenn wir jetzt noch nicht im Besitz der März- und Aprilzahlen sind, kann ich für die Wintersaison 12/13 eine positive Bilanz ziehen. Die Schneesportverhältnisse waren während dem ganzen Winter perfekt. Nur das Wetter hätte uns den einen oder anderen Sonnenstrahl mehr bescheren können. Aber wer weiss; vielleicht reisst ja die Wolkendecke während den Osterfeiertagen auf? Oder anders gesagt; es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung bzw. Ausrüstung. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe Ostern. Seien sie aktiv, bewegen Sie sich in der Natur und geniessen Sie die möglichen Regentropfen oder Schneeflocken auf ihrer Nase.