Herzlich Willkommen. Dieses Tagebuch vermittelt Einblicke in eine der renommiertesten, profiliertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz aus dem Blickwinkel ihres Tourismusdirektors.


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Freitag, 24. Oktober 2014

Let’s do the Peak Walk!


Atemberaubend…..
107 Meter lang, 80 Zentimeter breit und sicher für 300 Personen auf einmal. Dies sind die wesentlichen Eckdaten der neuen Attraktion „Peak Walk“ auf dem Glacier3000! Die Hängebrücke verbindet erstmalig und einmalig zwei Berggipfel und bietet somit für die Begeher ein emotionales Ereignis sondergleichen. Eine gewisse Portion Nervenkitzel, welche sich in leicht weichen Knien bemerkbar macht, wird mit einer Prise Mut kontrolliert und schon steht man in der Mitte des spektakulären Bauwerks und geniesst das sagenhafte Alpenpanorama. Heute wurde die Hängebrücke mit Prominenz und Medienpräsenz feierlich eingeweiht. Die Glacier 3000 AG zementiert damit ihre Strategie, ihre Position als führender Ausflugsberg im westlichen Alpenbogen weiter auszubauen. Davon profitiert auch die Destination Gstaad Saanenland. Stammen doch sehr viele „Ausflügler“ aus den sogenannten „neuen Märkten“, welche auch von GST (Gstaad Saanenland Tourismus) seit drei Jahren verstärkt bearbeitet werden. Die Zahlen bestätigen diesen Effort, kommen doch Jahr für Jahr mehr Gäste aus China, den Golfstaaten, oder weiteren Wachstumsmärkten ins Saanenland und generieren nicht nur auf dem Glacier3000 die so hoch gepriesene und dringend benötigte touristische Wertschöpfung. 

Der Abenteurer Mike Horn mit MrGstaad
Der PeakWalk unterstreicht aber auch eine andere, ebenfalls zentrale Feststellung in der Schweizer Bergbahnlandschaft. Will man überlebensfähig, bzw. unternehmerisch erfolgreich bleiben, braucht es innovative Investitionen ins Produkt. Es reicht heutzutage nicht aus, wenn man lediglich Bahnen ersetzt bzw. erneuert. Eine erfolgreiche Bergbahnunternehmung stellt sich nicht nur die Frage, wie komfortabel und effizient man die Gäste von A nach B transportiert, sondern fragt sich primär, für welche touristische Produkte sie stehen will. Aus den Antworten folgen dann die touristischen Leistungsketten, welche die Bergbahngesellschaft mit verschiedenen weiteren Leistungsträgern kombiniert, um dem Gast das ultimative „Sightfeeling“ zu bieten. Weg also vom klassischen Personentransporteur hin zum modernen Tourismusunternehmen. 
Scex Rouge, einer der Gipfel
Eine kleine Frage bleibt. Wurde das heute Datum für die feierliche Einweihung und Medienkonferenz rein zufällig gewählt? Zwei weitere bahnbezogene Grossereignisse stehen nämlich heute Abend im Berner Oberland an. Zum einen findet in der Tennishalle Gstaad die mit Spannung erwartete Gemeindeversammlung zur Zukunft der BDG AG (Bergbahnen Destination Gstaad AG) statt. Gleichzeitig kommt es auch vor der Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau zu einem „Showdown“. Die Grindelwaldner stimmen über das umstrittene V-Projekt der Jungfraubahnen ab. Für Spannung quer durch das ganze Berner Oberland ist also gesagt. Sinnbildlich dafür steht der PeakWalk, welcher die beiden Gipfel „View Point“ (Vorgipfel) und „Scex Rouge“ von Ost nach West miteinander verbindet. Let’s do it!

Donnerstag, 23. Oktober 2014

11 % Plus im Sommer 2014 und Vorfreude auf den Winter!

Jubiläumsplakat von Matthias Gnehm
Im Winter 1864/65 beginnt in den Bündner Bergen der Siegeszug des Wintertourismus. Dem Lockruf der Berge folgten in erster Linie abenteuerlustige Deutsche und Engländer. Vom Bündnerland aus wurde die alpine Bergwelt mit dem Wintervirus angesteckt und blieb bis heute davon infiziert. In den darauffolgenden Jahrzehnten prägte der einheimische Pionier- und Unternehmergeist die Entwicklung in den Schweizer Bergen. Prächtige Hotels, Internate, die Eisen- und Bergbahnen sowie der Strassenbau sorgten dafür, dass die Alpenwelt von West nach Ost und von Nord nach Süd touristisch erschlossen wurde. Mit der Erfindung neuer Sportarten wie Skilaufen oder Skispringen sowie einer gesellschaftlichen Veränderung vom Arbeitervolk zur freizeitorientierten Gesellschaft wurden Wintersport und Winterferien zu einer Volksbewegung.

Die Schweizer Botschaft mitten in Berlin
Der Zeitpunkt hätte von Schweiz Tourismus nicht besser gewählt werden können. Pünktlich, zum ersten Wintereinbruch in der Saison 2014/15 begannen diese Woche in der Schweizer Botschaft in Berlin die Feierlichkeiten zum 150 Jahre Jubiläum „150 Jahre Wintertourismus in der Schweiz“. Geladen waren Prominenz aus Politik und Gesellschaft sowie wichtige Meinungsbildner aus der deutschen Medien- und Tourismusindustrie. Weitere Anlässe, u.a. auch in Zürich, stehen noch bevor. Auch meine Wenigkeit durfte am Anlass teilnehmen. Gstaad Saanenland hat eine über hundertjährige Tradition als Tourismusregion und trug mit einigen Pionierglanzleistungen in der Hotellerie oder in der Seilbahnentwicklung vieles dazu bei, dass die Marke „Schweiz“ als Winterwunderland zur Legende wurde.

Gebannt und gut gelaunt warten die geladenen Gäste auf das Lichtspektakel...
 
welches dann auch sogleich folgte...
Während der Winter 2014/15 schon seine ersten Spuren hinterlassen hat, steht das Tourismusjahr 2013/14 in seinen letzten Zügen. Es endet am 31.10.2014. Der Winter 2013/14 lieferte noch relativ verhaltene Übernachtungszahlen, der Sommer konnte dafür einiges an Boden gut machen. Von Mai bis Ende September legten die Übernachtungen in der Hotellerie um gut 11 % gegenüber der Vorjahresperiode zu. Dies ist auf dem Papier ein Spitzenwert, muss aber durch die Tatsache relativiert werden, dass gegenüber dem Vorjahr zwei Beherbergungsbetriebe über ein massiv vergrössertes Bettenangebot verfügen. Nichts desto trotz kann gesagt werden, dass der Kuchen grösser geworden ist. Es kamen diesen Sommer mehr Gäste ins Saanenland als noch im letzten Jahr und dies obwohl vielerorts wegen dem schlechten Wetter gejammert wurde. Von November 2013 bis Ende September 2014 liegt die Destination rund 3.5 % gegenüber der Vorjahresperiode im Plus. Die Baisse vom Tourismusjahr 2011/12 wäre nach der zweiten Steigerung in Folge damit definitiv ausgemerzt. Noch gilt es die Oktoberzahlen abzuwarten. Bekanntlich sind aber die Verschiebungen in diesem Monat nur noch gering, da die Mehrheit der Beherberger leider schon geschlossen hat. Eigentlich schade, ist doch der Herbst eine wunderbare Jahreszeit. Unten Nebelsuppe und oben stahlblauer Himmel gepaart mit einem weiss gezuckertem Bergpanorama. 

Dienstag, 14. Oktober 2014

Der Gourmör hat wieder was zu schmökern und der Statistiker was zu vergleichen

Mit grosser Spannung wurde er erwartet, am Montag vor einer Woche ist er erschienen. Der neue Gourmet-Führer „GaultMillau 2015“. Gstaad Saanenland Tourismus gratuliert Peter Knogl zur Auszeichnung „Koch des Jahres 2015“ und bedauert es beinahe schon fast ein bisschen, dass er nach seinem Besuch anlässlich des Davidoff Saveurs 2011 nicht gleich im Saanenland hängen geblieben ist. Dass sich aber das Saanenland kulinarisch auch nicht lumpen lassen muss, zeigt die neuste Auflage der Gourmetfibel auf eindrückliche Art und Weise. Sage und schreibe 270 der begehrten GaultMillau Punkte wurden im Saanenland erkocht. Die ist ein absoluter Spitzenwert und manifestiert die genussorientierte Positionierung der Tourismusmarke „Gstaad“. Den ausgezeichneten Restaurants und ihren Köchen gebührt ein herzliches Dankeschön für diese kulinarische Befeuerung in den Feinschmecker-Himmel.  

kein Mehrgänger, aber dafür herzhaft gut und authentisch

Wie letztes Jahr wage ich mich auch diesmal wieder an einen Restaurant-Vergleich zwischen „befreundeten“ Destinationen und nehme gleich vorweg, dass auch dieses Mal diejenige Statistik bevorzugt wird, welche vom Verfasser auch am besten beeinflusst werden kann.

Für dieses Jahr hat mein Statistik-Team die Relation zwischen den bewirtschafteten Betten und der Anzahl GaultMillau Punkte unter die Lupe genommen. Dabei erscheint natürlich das Saanenland bzw. die Gemeinde Saanen an erster Stelle, noch vor Bern, Zürich oder Basel. Eine kleine alpine Destination schlägt also die Schweizer Grossstädte klar und deutlich. Aber schauen Sie doch am besten selbst.

Ich kann gut verstehen, dass dies dem einen oder anderem Leser zu viel Zahlenspielerei ist. Deshalb nehmen Sie sich doch am besten den neuen GaultMillau Führer zur Hand und lassen ihn in übertragenem Sinne von ihrem Verstand, über ihr Herz hin zu ihrem Gaumen wandern. Das bebilderte und textreiche Buch ist ja auch ein beliebter Reiseführer. Vielleicht führt Sie ja dann ihre kulinarische Reise zu uns ins Saanenland? Ich würde mich auf jeden Fall sehr darüber freuen. 

Mittwoch, 3. September 2014

Enjoy Switzerland & Gstaad 2020plus

In meinem Blog habe ich schon das eine oder andere Wort über den Verein „Gstaad 2020plus“ verloren. Den Verein gibt es jetzt schon zwei Jahre, die Bewegung 2020plus sogar schon seit dem Jahr 2009. Die Grundidee von damals ist immer noch dieselbe. Man will das Saanenland nachhaltig weiterentwickeln. Unter dem Lead des Hoteliervereins Gstaad Saanenland und Gstaad Saanenland Tourismus formierten sich im 2011 die relevanten Anspruchsgruppen (Gewerbe, Hotellerie, Landwirtschaft, Gemeinden, Events, etc.) aus dem Saanenland und tagten fortan regelmässig im sog. „Denkfass“. Bald merkte man, dass man erste Zeichen setzen wollte. 2012 entstand dann der Verein und gleichzeitig wurde für eine Laufzeit von zwei Jahren die Zusammenarbeit mit Enjoy Switzerland vereinbart. Der Schritt vom Denken zum Handeln war vollzogen.

Installation Fondue-Caquelon, Fondueland Gstaad
Während den letzten beiden Jahren leistete man in zahlreichen Arbeitsgruppen hervorragende Arbeit. Betreut durch einen vollamtlichen Projektleiter wurden Ideen entwickelt, diskutiert, wieder verworfen und im besten Falle umgesetzt. Parallel dazu wurde in der Regel viermal pro Jahr ein Denkfass organisiert. Themenschwerpunkte waren da zum Beispiel die Bergbahnen, les Arts, neue Grossevents, Gstaad Bike World, Vereinsinterna sowie die jeweiligen Fortschrittsberichte aus dem Enjoy-Programm. Finanziert wurde diese Phase von 2020plus durch erhöhte Mitgliederbeiträge, einen Beitrag vom beco sowie durch Sach- und Cashleistungen von Enjoy Switzerland. Als Highlights dieser Ära können sicherlich die Neuinszenierung des Berghauses Wispile, der Innovationspreis „Prix de Gessenay“, das Herkunftslabel „Gstaad Authentique“, der Alpness-Trail sowie das Fondueland Gstaad genannt werden. Alle diese Projekte haben den Sprung in den freien Markt geschafft und dürfen sich nun dort beweisen.

Berghaus Wispile – Eingang, vorher
Berghaus Wispile – Eingang, nachher
Letzte Woche fand im Grandhotel Park in Gstaad ein 2020plus-Denkfass statt. Ein Themenschwerpunkt war unter anderem der Abschlussbericht der Zusammenarbeit mit Enjoy Switzerland. Vertragsgemäss lief diese nämlich Ende Juli aus. Ein solches Programm kann nicht ewig dauern. Es ist das Ziel von Enjoy Switzerland, dass innerhalb eines Zeitraums von 2 Jahren sichtbare Ergebnisse erzielt werden sollen. Wir haben darüber einen kleinen Film gemacht, welcher auf kurzweilige Art und Weise die Kernaussagen zur Enjoy-Zusammenarbeit auf den Punkt bringt.

https://www.youtube.com/watch?v=lEylOMzPxVI
Rückblick Zusammenarbeit Gstaad 2020+ und Enjoy Switzerland
Was folgt nun auf die Zusammenarbeit mit Enjoy Switzerland? Der Vorstand vom Verein Gstaad 2020plus hat dazu bereits Ende März 2014 eine Strategie-Klausur gemacht. Mit dem Wissen, dass man unter professioneller Anleitung zusammen mit den verschiedenen Leistungsträgern neue Produkte und Angebote entwickeln kann, dies gleichzeitig aber auch sehr viel Ressourcen (finanziell und personell) benötigt, hat der Verein eine kleine Kurskorrektur unternommen. Schliesslich war es nie das Ziel, mit dem Verein Gstaad 2020plus einen weiteren „Wasserkopf“ aufzubauen. Gstaad 2020plus soll schlank bleiben und konzentriert sich deshalb ab sofort wieder auf seine ursprüngliche Kernaufgabe als gemeinsame Plattform für den Meinungsbildungsprozess und Informationsaustausch der verschiedenen Interessengruppen der Region.

Regelmässig (ca. viermal pro Jahr) wird weiterhin ein Denkfass durchgeführt, in welchem destinationsrelevante Themen und Herausforderungen so kontrovers wie möglich diskutiert werden sollen. Mit dem Ergebnis aus diesen Diskussionen kann 2020plus als Verein Position beziehen und gleichzeitig haben die Mitglieder in ihren jeweiligen Anspruchsgruppen eine Entscheidungsgrundlage. Ich bin sicher, dass uns die Diskussionsthemen in nächster Zeit nicht ausgehen werden. Die zweijährige Enjoy-Phase soll als Initialzündung für eine professionelle und strategisch relevante Produkt- und Angebotsgestaltung verstanden werden. Gefordert sind nun die zahlreichen Leistungsträger der Region sowie Gstaad Saanenland Tourismus. Die Tourismusorganisation soll nämlich künftig vermehrt die Produkt- und Angebotsgestaltung proaktiv mitgestalten und begleiten.