Willkommen zu den Tagebuch-Einblicken in eine der renommiertesten und genussreichsten Ferienregionen der Schweiz.
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Donnerstag, 28. Januar 2016

Deux im Schnee – ein Pilotprojekt

Schon Vico Torriani hat es besungen

Meine obligatorische Schulzeit ist schon eine Weile her. Die Primar- und Sekundarschule absolvierte ich von 1980 – 1989. Damals galt noch die Devise „alles fährt Ski“. Die Erfolge von Erika Hess, Pirmin Zurbriggen & Co. lassen grüssen. Wir Schüler aus dem Mittelland wurden im Rahmen der Schulaktivitäten schon früh mit dem Schneesport konfrontiert. Sei dies auf Langlauflatten querfeldein durch die verschneite Mittellandebene oder mittels Skiausflügen nach Bumbach oder in den Gantrisch. Ab der fünften Klasse durfte bzw. musste man dann für eine Woche ins Skilager. Es gab praktisch keine Ausnahmen. Für mich persönlich waren diese Skilager die Schulhighlights des Winter-Halbjahres. Ein Höhepunkt jagte den anderen. Fremde, neue Orte (Adelboden, Evolène, Villars, Leukerbad), heldenhafte Skisafaris, delikate Lagerküche, Lagerstreiche, Lagerdisco, Lager-Schätzli, usw. Alles war dabei. Für mich wären allein diese vielen schönen Erinnerungen Grund genug, um jedes Jahr in die Schweizer Berge in den Skiurlaub zu fahren. Aber das muss ich ja nicht, ich habe ja meine Leidenschaft schon zum Beruf gemacht und wohne in Gstaad und habe das Winter-Paradies vor der Haustüre.


Zum Link

Doch die Zeiten ändern sich. Mit dem Ende meiner obligatorischen Schulzeit wurde wohl auch der Niedergang (ich habe nichts damit zu tun) der Schulskilager eingeläutet. Dieser Niedergang setzt sich bis heute fort. Der fundamentale Nachfragewandel sowie demografische und gesellschaftliche Veränderungen sind dafür verantwortlich. Für die alpinen Tourismusdestinationen eine ernstzunehmende Entwicklung. Die jungen Leute sind die Gäste von morgen. Wird der Schneesport an Schulen nicht mehr so gefördert wie früher, drohen der Branche mittel- bis langfristig wichtige Kundensegmente wegzubrechen. Dies ist allgemein bekannt und deshalb nicht näher auszuführen. Jetzt gibt es verschiedene Strategien (nicht vollzählig und nicht abschliessend), wie man diesem Trend entgegenwirken kann.
  1. Man tut nichts, schaut zu und lässt es geschehen
  2. Man setzt sowieso nicht mehr auf den Schneesport, reduziert die Anlagen bzw. das Angebot und baut den Sommer aus
  3. Man setzt für die kommenden 3 – 4 Jahrzehnte noch auf Schneesport, investiert in Qualität vor Quantität, reduziert die Anlagen und fokussiert sich erlebnisorientiert auf das Produkt „Schneesport“, indem man auf innovative Art und Weise das Thema bespielt.

Sportlich unterwegs bei besten Verhältnissen

GST hat sich in einem kleinen, aber feinen Projekt der dritten Strategie gewidmet. Ein Pilotprojekt mit zwei ambitionierten Zielen ist im Januar 2016 in Gstaad an den Start gegangen: Vor dem Hintergrund des interkulturellen Austauschs über den „Röschtigraben“ hinweg und der Nachwuchsförderung für den Schneesport trafen sich zehn Klassen aus den Kantonen Bern, Genf und Zürich zu zweisprachigen Schneesportlagern unter dem Titel „Deux im Schnee“. Gemeinsam im Schnee, zusammen im Ferienheim, bei weiteren Freizeitaktivitäten und im Kontakt mit der lokalen Bevölkerung sollten sie Sprachbarrieren überwinden und damit den Zusammenhalt der Schweiz fördern. Lesen Sie dazu bitte unsere ausführliche Medienmitteilung. Das Pilotprojekt endet diesen Freitag. Soviel steht jetzt schon bereits fest, bevor die beteiligten Partner ein ordentliches Debriefing machen. Falls irgendwie möglich, müsste fürs 2017 eine Reprise in Angriff genommen werden. Deux im Schnee hat nämlich die nachfolgenden Ziele voll erfüllt.
  1. Förderung der schneesportlichen Aktivitäten der Bevölkerung, insbesondere der Jugend
  2. Förderung des soziokulturellen Austausches an Schulen durch Schneesport- und Lageraktivitäten über die Sprachbarrieren hinaus
  3. Förderung des Wintertourismus allgemein, die Tradition der Skilager weiter führen
  4. Die Infrastruktur der Destination besser ausnützen, insbesondere während der Nebensaison
  5. Das Image der Destination verbessern
  6. Mediale Aufmerksamkeit gewinnen

Sie machten es möglich

Ich bin mir sicher, dass einige dieser Schüler in 20 Jahren ihren Kindern davon erzählen, wie toll es damals in Gstaad im Skilager war. Vielleicht tun sie dies dann sogar in der gemieteten Ferienwohnung in Schönried oder in der Hotelsuite in Gstaad. Alles ist möglich.

Gruppenbild zum Abschied

Montag, 25. Januar 2016

Fatbike, ein neues Trend-Schneesportgerät?

Wer kriegt die beste Startposition?

Als ich am letzten Donnerstagabend aufs Podium durfte, um die Athleten zu begrüssen, habe ich mich unter anderem damit vorgestellt, dass ich in meiner Funktion als MrGstaad auch zuständig fürs Wetter und für die Schneeverhältnisse sei. Ich konnte dies zum Glück mit einer gewissen Leichtigkeit tun, präsentierte sich doch das Saanenland in den letzten Tagen von seiner schönsten, winterlichen Seite. Ideale Voraussetzungen also, um das erste Snow Bike Festival Gstaad zu eröffnen.

Think and race pink!

Im Herbst 2013 haben wir sie gegründet, die Gstaad Bike World GmbH, mit dem klaren Ziel, die Destination Gstaad Saanenland hinsichtlich Bikepositionierung zu schärfen. Rund zweieinhalb Jahre sind inzwischen vergangen und es erfüllt mich mit Stolz, dass wir einen ersten internationalen Event mit grossem Entwicklungspotential in die Destination holen konnten. Die Gstaad Bike World hat den Anspruch, das Thema Bike ganzheitlich zu betrachten. Deshalb erstaunt es nicht, dass wir neben dem klassischen Mountainbike, das E-Bike, das Roadbike oder eben auch das Fatbike in die Produkt- und Angebotsgestaltung einbauen. Zugegeben, im Kernbereich „Mountainbike“ verzögert sich die Weiterentwicklung ein bisschen. Gründe dafür sind mannigfaltig. Zum einen wurde das Thema „Mountainbike“ inzwischen zu einer kantonalen Angelegenheit (Richtplanung), was zum Beispiel die Entwicklung bzw. die Signalisierung von Routen betrifft. Dies führt leider zu gewissen zeitlichen Verzögerungen, welche wir nicht beeinflussen können. Zum anderen braucht die Umsetzung eines Bikeparks an einem bestimmten Berg einfach ein bisschen mehr Geduld und Geld als gedacht (komplexes Partner- bzw. Anspruchsgruppenmanagement). Doch wir sind ebenfalls sehr froh darüber, dass junge Einheimische mit unserer Unterstützung bereits schon zweimal den „Rellerli Ride Rookies Contest“ durchführen konnten. Ebenfalls ein starkes Zeichen für die Weiterentwicklung zur Bikedestination. Produkt- und Angebotsgestaltung in den Bereichen E-Bike und Roadbike sind naturgegeben wesentlich einfacher.

Eine Parforce-Leistung auf dem Fatbike-Tandem

Doch nun zurück zum sportlichen Teil des Snow Bike Festival Gstaad. Während drei Tagen konnte man im Saanenland Fatbike-Sport auf höchstem Niveau erleben. Das Schöne daran ist, dass dieser Sport (noch) völlig heterogen unterwegs ist. Ein buntes Völkchen von Fatbike-Enthusiasten belebt die Szenerie. Vom Profi bis zum absoluten Freizeit-Fatbiker, alles ist dabei. Dies gibt dem Sport den Spirit, welcher vielleicht bei anderen, kommerzialisierteren Disziplinen längst verloren gegangen ist. Hoffentlich wird dies noch ein bisschen so bleiben. Denn gerade für die Medien sind solche ungeschminkte, ehrliche Geschichten Gold wert. Das Medieninteresse war auf jeden Fall ungemein hoch und bereits mit der ersten Austragung schafften wir es in die ZDF-Sportreportage. Kommt hinzu, dass auf den Social Media die Post regelrecht abging. Ganz im Sinne der Gesamtklassementersten, welche mit ihren Resultaten für die Austragung 2017 die Messlatte bereits sehr hoch angesetzt haben.

Die Gewinner wurden mit der Kutsche abgeholt

In diesem Sinne freue ich mich bereits jetzt schon auf den Januar 2017 und es wird dann noch mehr Schnee und noch mehr Sonne geben. Und vielleicht mischt dann auch MrGstaad im Fahrerfeld fleissig mit.

Alle Zuschauer waren begeistert - Alle?

Montag, 18. Januar 2016

NvS – Trainingsloipe

Was war zuerst, das Huhn oder das Ei? Diese Frage beschäftigt uns seit Menschengedenken. Ein bisschen weniger lang, aber auch schon seit rund 150 Jahren stellen wir uns die Frage über die Entstehung des Wintertourismus in der Schweiz. Was war da zuerst, der Wintertourismus oder der Wintersport? Man weiss es nicht so genau. Fakt ist, dass unsere Vorfahren wohl schon vor 4‘500 Jahren das Skifahren praktizierten. Sicher aber mehr als Fortbewegungsmittel denn als sportliche Freizeitbeschäftigung. Eine sportliche Freizeitgesellschaft begann sich bekanntlich ja erst im späten 19. Jahrhundert zu entwickeln. Für die Schweiz bedeutete dies eine Erfolgsgeschichte sondergleichen. Es entstanden zahlreiche Tourismusregionen, welche insbesondere in den 50ern, 60ern und 70ern des 20. Jahrhunderts regelrecht boomten.

Nathalie auf Ihrer Loipe
 
Mit dem aufstrebenden Wintertourismus sehr eng verbunden ist der steile Aufstieg des Wintersports. Die Schweiz brachte bekanntlich unzählige hervorragende Wintersportler heraus. Jüngstes Beispiel ist die Spitzenlangläuferin Nathalie von Siebenthal (NvS). Sie steht für eine neue Generation Wintersportler, welche den nordischen Disziplinen neues Leben einhauchen. Bodenständig, sympathisch, leistungsstark. Ob Langlauf, Skispringen oder Biathlon, alle drei Disziplinen erlebten in den letzten 20 Jahren ein erstaunliches Revival. Die Wintersportfans begeistern sich mehr und mehr für den nordischen Skisport, sei es als Zuschauer oder als Sportler. Diese Entwicklung nehmen die Industrie, oder aber auch die Wintersportdestinationen in ihre Produkte bzw. Angebote auf.

und so ist sie gelaufen, eine erste Richtzeit



Das Saanenland hat zwar im Moment keine Skisprunganlage mehr, aber dafür stehen wir in der Gunst des deutschen ADAC ziemlich hoch, was Langlaufen betrifft. Gemäss ihrer Bewertung gehört unsere Destination zu den 10 besten Langlaufdestinationen im Alpenraum. Unser Langlaufgebiet ist vielfältig und die Loipen präsentieren sich in bester Qualität. Das Gebiet reicht von 1‘000 m bis sage und schreibe 3‘000 m über Meer. Schneesicherheit ist somit garantiert.

Feierlich wird das Band durchschnitten

Im knallharten Wettbewerb im alpinen Tourismus reicht es aber seit langem nicht mehr, nur schöne Loipen in einer schönen Landschaft zu haben. Das haben andere auch. Vielmehr ist heute Innovation in der Produktentwicklung bzw. Erlebnisinszenierung gefragt. Diese kann das entscheidende Differenzierungsmerkmal, welches für den Buchungsentscheid massgeblich ist, hervorbringen. Ein solches Differenzierungsmerkmal wurde letzten Freitag in Turbach einer sehr interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Feierlich wurde die erste NvS – Trainingsloipe eröffnet. Künftig können sich ambitionierte Langläufer mit der von NvS gelaufenen Rundenzeit messen. Dazu wurde auf dem „Ausdauer-Facebook“ Strava extra ein sogenanntes Segment registriert. Wer nun am Ende einer Wintersaison die beste Zeit – neben der von NvS – gelaufen ist, kann sich auf eine Überraschung freuen. Ich bin dafür schon fleissig am Trainieren. Leider bin ich als MrGstaad vom offiziellen Wettbewerb ausgeschlossen. Andere sollen ja auch mal die Chance haben zum Gewinnen (schmunzelnd).

Der Korb links ist als Rennproviant für die Langlauf-Schweizermeisterschaften in Zweisimmen gedacht

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Fürs 2016 nur das Beste!

Sonne satt in der absoluten Hochsaison. Ein Traum, wenn da nur nicht die überdurchschnittlich hohe Anzahl Grünflächen an den sonst, um diese Jahreszeit, tief verschneiten Berghängen auszumachen wäre. Stopp! Wir wollen nicht jammern, sondern wir wollen uns freuen. Wir freuen uns an dem bunten und friedlichen Treiben, welches zurzeit im Saanenland herrscht. Während vor einigen Jahren die Bergbahnen noch mit dem Slogan „unsere Autobahnen sind staufrei“ geworben haben, schaffen es diesen Winter die wenigen, aber sehr gut befahrbaren Pisten beinahe in den Verkehrsfunk. Skilehrer berichten mir von einem friedlichen Massenauflauf auf den Pisten. Man geht quasi auf Tuchfühlung. Der rare Schnee bringt Menschen zusammen und leistet einen wichtigen Beitrag zur internationalen Völkerverständigung. Nennenswerte Unfälle sind zum Glück noch keine passiert. Die Wintersportler verhalten sich diszipliniert, sind zufrieden und freuen sich an dem Traumwetter.

Früh am Morgen und man fährt staufrei

Apropos Verkehrsfunk. Vorgestern Nachmittag schaffte es doch tatsächlich unsere Destination in die Verkehrsmeldungen von Radio SRF. Zwischen Saanen und Gstaad kam es infolge des hohen Verkehrsaufkommens zu minutenlangen Wartezeiten für die Automobilisten. Gut, wer da mit dem Rad unterwegs war. Wie beispielsweise die belgische Familie, welche ihre Skier gar nicht erst aus der Dachbox entlud, sondern schnurstracks zum Velohändler fuhren, um sich dort mit coolen Mountainbikes auszurüsten. Sie absolvierten einige schöne Touren und versprachen mir, im Sommer mit ihren Rennrädern wiederzukommen. Crossmarketing at it’s best!

Auch Fatbiken ist in der Destination nach wie vor möglich

In unseren schmucken Dörfern lässt es sich prima flanieren, unsere sonnigen und einladenden (Berg-) Gasthäuser locken mit ihren Terrassen, mit beinahe schon mediterranem Flair. Alle sind happy. Wir, weil so viele Gäste da sind und unsere Gäste, weil wir uns freuen, dass sie da sind. Dies zeigt sich u.a. auch in der Anzahl der Reklamationen, welche normalerweise um diese Zeit bei uns eingehen. Gstaad Saanenland Tourismus hat ja auch die Funktion einer Ombudsstelle für Tourismus-Kritik, welche die Destination betrifft. Die Reklamationen bewegen sich auf Zwischensaison-Niveau, obwohl ein Vielfaches an Gästen vorhanden ist. Und dies ist auch für Nicht-Statistiker ganz einfach erkennbar. Stau auf Pisten und Strassen, Getümmel in der Promenade von Gstaad, Paparazzi überall.

Für einmal nicht der Lauenensee sondern der Schwarzensee, oberhalb Zweisimmen

Ja und zu guter Letzt freuen sich natürlich auch die Boulevard-Medien über das bunte Treiben in Gstaad und über die hohe Promi-Dichte, wie der beispielhafte Beitrag zeigt. Ich bin froh, dass sie ihre Arbeit so gewissenhaft machen und immer haargenau wissen, wer denn nun in Gstaad weilt und wer mit wem auf dem Skilift anbandelt und wer nach einer feuchtfröhlichen Nacht vom Chauffeur abgeholt werden musste. Danke an die Regenbogenpresse! Ohne euch wäre der Markenname Gstaad nur ein Bruchteil von dem was er heute ist.

Das Saanenland tut uns einfach gut, nicht nur unseren prominenten Gästen, sondern uns allen. Diese Erfahrung durfte unlängst auch Xherdan Shaqiri machen. Letzte Woche war er noch auf Kurzbesuch bei uns. Die Energie und die gute Stimmung oben auf dem Berg, setzte er nach seiner Rückkehr in die Premier League in England gleich mit zwei Wahnsinns-Treffern um. Das nennt man Effizienz.

Mit diesen Gedanken rund um das Treiben in der Hochsaison verabschiede ich mich von Ihnen für dieses Jahr. Das Saanenland wird uns auch im 2016 gut tun. Ich danke für ihre Treue zu diesem Blog und wünsche Ihnen und ihren Lieben fürs 2016 nur das Beste!

Weil es so schön war – Party am Lauenensee

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