Meine ersten 7 Monate als Direktor von Gstaad Saanenland Tourismus liegen nach dem Jahreswechsel hinter mir. Ich erlebte eine spannende erste Sommersaison, die im Zeichen der Euroschwäche und der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung leider nicht zu den herausragenden Saisons gehört hat. Es folgte ein versöhnlicher Herbst, welcher unsere Gäste mit Traumwetter bis weit in den November hinein beglückte. Es begann das Zittern um die weisse Pracht, die sich dann aber pünktlich auf Mitte Dezember im Saanenland breit machte. Tagtäglich macht es mir eine riesen Freude, durch die verschneite Promenade von Gstaad zu meinem Büro zu stapfen. Möge uns der Winter noch ein paar Monate ein treuer Begleiter sein.
Im Frühling kann ich dann auch definitiv Bilanz über mein erstes Jahr im Saanenland ziehen. Warum es ein Jahr braucht, bis man sich in Gstaad ins neue Amt eingearbeitet hat, kann ich inzwischen sehr gut nachvollziehen. Am Anfang hatte ich durchaus eine Vorstellung vom klassischen Rollenverständnis eines Kurdirektors. Heute weiss ich, was es tatsächlich bedeutet, einer zu sein. Bei dem intensiven und vielseitigen Pensum, was es zu bewältigen gilt, stelle sich früher oder später Demut und Respekt gegenüber dem Saanenland und seiner Bevölkerung von selbst ein. Unheimlich dankbar bin ich deshalb meinem motivierten und hilfsbereiten Team beim GST, welches mich immer wieder in die richtige Balance bringt. Ebenfalls dankbar bin ich für das Feedback der rund „7000“ Tourismusexperten in der Region. Es trägt zu meiner Erkenntnis bei, dass es in meiner Tätigkeit essentiell ist, das Saanenland in seiner Ganzheitlichkeit möglichst komplett zu erfassen. Nur so kann es gelingen, die touristischen Weichen für die Zukunft in die richtige Richtung zu stellen.
Subjektiv betrachtet ist es immer ein bisschen schwieriger, für sich konkrete Erfolge der ersten 7 Monate auszumachen. Fakt ist aber, dass eine umfangreiche Umstrukturierung bei Gstaad Saanenland Tourismus so gut wie abgeschlossen ist, im Weiterentwicklungsprozess unter dem Titel „Gstaad 2020+“ bereits deutliche Impulse gesetzt wurden und eine neue Marketing-Ausrichtung mit der dazugehörigen Mittelbeschaffung demnächst an den Start gehen kann. Blicke ich auf unsere Mitbewerber, so stelle ich fest, dass die Marketing-Decke vom GST relativ dünn ist. In den vergangenen 7 Monaten wurde aber intensiv daran gearbeitet, diesen Umstand zu verbessern. Ein Ergebnis davon, ist nun auch die Intensivierung der Social-Media-Aktivitäten und damit die Wiederaufnahme des „MrGstaad-Blogs“, in dem ich in unregelmässigen Abständen Themen aus den Bereichen Tourismuspolitik, Angebotsentwicklung, aber auch persönliche Aspekte aufgreifen werde, um den Lesern einen Einblick in meinen Alltag zu gewähren. Ich freue mich, wenn dieser Blog bei den Lesern gut ankommt.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen fröhlichen Jahreswechsel und nur das Beste fürs 2012. Bis bald auf dieser Plattform.
Freitag, 30. Dezember 2011
Freitag, 17. Dezember 2010
Danke Blake!
Blake Edwards ist tot. Der grosse amerikanische Filmregisseur und Oscar-Preisträger starb gestern an einer Lungenentzündung. In seiner über vierzigjährigen Movie-Director- und Produzentenkarriere schuf Edwards Filmlegenden. Sein Genre war die Filmkomödie. Edwards war dabei kein Anhänger des billigen Gags. Sein Kino mit Kassenschlagern wie "Pink Panther", "Breakfeast at Tiffany's" oder "Victor and Victoria" zeichnete sich durch eine kunstvolle Doppelbödigkeit, Spannung zwischen den Oberflächenreizen und Ernsthaftigkeit aus. Mit Pink Panther und Inspektor Clouseau schuf er Figuren, die Bestand haben.
Blake Edwards war zusammen mit seiner Gattin, der britischen Schauspielerin Julie Andrews, ein begeisterter und sehr gerne gesehener Gstaader Gast. Seine Liebe zu Gstaad trug er bis in seine Filme hinein. So spielte eine entscheidende Szene in "The Return of the Pink Panther" in Gstaad, indem der Filmheld Inspektor Clouseau nach Gstaad gelockt wird. Der Film begeisterte damit nicht nur Edwards' Fangemeinde, sondern ganz besonders die Gstaader Bevölkerung.
Mit Blake Edwards ist ein über Jahrzehnte treuer Wahl-Gstaader heimgegangen, der seinem Ferienort viel gegeben hat. Herzlichen Dank dafür, Blake, und unser aller Beileid an Deine Gattin Julie Andrews und Kinder.
Text: Roger Seifritz
Blake Edwards war zusammen mit seiner Gattin, der britischen Schauspielerin Julie Andrews, ein begeisterter und sehr gerne gesehener Gstaader Gast. Seine Liebe zu Gstaad trug er bis in seine Filme hinein. So spielte eine entscheidende Szene in "The Return of the Pink Panther" in Gstaad, indem der Filmheld Inspektor Clouseau nach Gstaad gelockt wird. Der Film begeisterte damit nicht nur Edwards' Fangemeinde, sondern ganz besonders die Gstaader Bevölkerung.
Mit Blake Edwards ist ein über Jahrzehnte treuer Wahl-Gstaader heimgegangen, der seinem Ferienort viel gegeben hat. Herzlichen Dank dafür, Blake, und unser aller Beileid an Deine Gattin Julie Andrews und Kinder.
Text: Roger Seifritz
Sonntag, 12. Dezember 2010
Des Ratings wahrer Kern
Es ist Vorweihnachtszeit und damit die hohe Zeit der Ratings. Fast täglich werden wir mit irgendwelchen Bewertungen und Tests konfrontiert. Geprüft wird dabei alles, vom Weihnachtsschinken bis zum Skischuh, vom Lady-Rasierapparat bis zur Bankdienstleistung und natürlich kommen auch Skigebiete und Wintersport-Orte an die Reihe. Ob solche Tests immer auch halten, was sie versprechen?
In einer kürzlich in den Schweizer Medien veröffentlichten Wintersport-Studie der Beratungsfirma Mountain Management erfährt man Überraschendes. Unter den Top Ten der vierzig gefragtesten Skigebiete der Alpen sollen sich ausgerechnet die beiden Schweizer Aushängeschilder Zermatt und St. Moritz nicht befinden, dafür zum Beispiel das Haslital und die Aletsch-Arena. Gstaad schaffte es gerade einmal auf Rang 20. Frust also bei den Betroffenen? Grundsätzlich freut sich natürlich jeder, der in einer Bewertung oben aus schwingt. Denn Ratings sind gewissermassen ein Gütesiegel und helfen im Verkauf. Ratings gibt es aber auch fast wie Sand am Meer. In der breiten Bevölkerung sind sie deshalb rasch wieder vergessen.
Die Moral von der Geschichte: Freue Dich ob der guten Bewertungen und nütze diese konsequent aus. Im Winter 2010/11 sind dies zum Beispiel das hervorragenden Langlauf-Rating des deutschen Automobilclubs ADAC ("Gstaad gehört zu den 3 besten Langlaufdestinationen der Alpen") oder die fantastischen Hotelratings der Destination (BILANZ, SONNTAGSZEITUNG). Und übrigens: Im erwähnten Rating wird vor allem bemängelt, dass in Gstaad neben der Piste wenig laufen soll. Hier stellt sich einmal die Frage, ob dieses Element für das Publikum der Ferienregion Gstaad wirklich relevant ist. Zudem scheint dieser Aspekt durchaus auch anders bewertet zu werden. In einer Leserumfrage von "20minuten" schafft es Gstaad auch in diesem Bereich unter die Top Ten.
Text: Roger Seifritz
In einer kürzlich in den Schweizer Medien veröffentlichten Wintersport-Studie der Beratungsfirma Mountain Management erfährt man Überraschendes. Unter den Top Ten der vierzig gefragtesten Skigebiete der Alpen sollen sich ausgerechnet die beiden Schweizer Aushängeschilder Zermatt und St. Moritz nicht befinden, dafür zum Beispiel das Haslital und die Aletsch-Arena. Gstaad schaffte es gerade einmal auf Rang 20. Frust also bei den Betroffenen? Grundsätzlich freut sich natürlich jeder, der in einer Bewertung oben aus schwingt. Denn Ratings sind gewissermassen ein Gütesiegel und helfen im Verkauf. Ratings gibt es aber auch fast wie Sand am Meer. In der breiten Bevölkerung sind sie deshalb rasch wieder vergessen.
Die Moral von der Geschichte: Freue Dich ob der guten Bewertungen und nütze diese konsequent aus. Im Winter 2010/11 sind dies zum Beispiel das hervorragenden Langlauf-Rating des deutschen Automobilclubs ADAC ("Gstaad gehört zu den 3 besten Langlaufdestinationen der Alpen") oder die fantastischen Hotelratings der Destination (BILANZ, SONNTAGSZEITUNG). Und übrigens: Im erwähnten Rating wird vor allem bemängelt, dass in Gstaad neben der Piste wenig laufen soll. Hier stellt sich einmal die Frage, ob dieses Element für das Publikum der Ferienregion Gstaad wirklich relevant ist. Zudem scheint dieser Aspekt durchaus auch anders bewertet zu werden. In einer Leserumfrage von "20minuten" schafft es Gstaad auch in diesem Bereich unter die Top Ten.
Text: Roger Seifritz
Montag, 6. Dezember 2010
Guter Saison-Auftakt
Der frühe Wintereinbruch bringt Schwung! Nachdem die Anzahl der Kundenanfragen bisher im Vergleich zu den Vorjahren unterdurchschnittlich war, bringt Frau Holle die Trendwende. Die Anfragen nahmen, Schnee sei Dank, sowohl online als auch über unsere anderen Kommunikationskanäle deutlich zu. Das letzte Wochenende setzte diesem kurzfristigen Trend nun die Krone auf. Bei für diese Jahreszeit erstaunlich guten Schneebedingungen erzielten die Bergbahnen ihr bestes Wochenergebnis der letzten zehn Jahre. Mich freut's und meine Befürchtungen betreffend Euro rücken für einmal etwas in den Hintegrund.
Text: Roger Seifritz
Text: Roger Seifritz
Freitag, 22. Oktober 2010
Gstaad ohne Mr.Gstaad?
Meine Zeit als "Mr.Gstaad" ist gezählt. Noch etwa 150 Tage bleiben mir, bevor ich als CEO zur Schweizer Reisekasse REKA wechseln werde. Diese Nachricht, am Mittwoch in den Medien, ist in der Ferienregion Gstaad wie eine Bombe eingeschlagen. Seither habe ich über 300 Emails und Anrufe erhalten, und der Strom reisst noch nicht ab. Sie haben praktisch alle den gleichen Inhalt: "Es ist schade, dass Du gehst, Mr.Gstaad. Du hast Gstaad gut getan".
Ich habe zwar gewusst, dass "Mr.Gstaad" nicht nur ein Label ist, das ich besetzt habe, sondern dass man mir dieses Pseudonym durchaus zubilligt. Ich hätte es allerdings nicht für möglich gehalten, dass die Verbundenheit so gross wäre. Das bewegt mich tief. Die mit meinem baldigen Weggang verbundenen Ängste kann ich durchaus verstehen. Kontinuität ist für eine Tourismusdestination wichtig. Sie hat Gstaad in den vergangenen 13 Jahren tatsächlich einiges gebracht. Diese 13 Jahre führten bei mir aber auch zu Scheuklappen. Das ist die andere Seite der Medaille.
Neue Besen kehren gut, heisst ein Sprichwort. Wer nach mir kommt, geht ohne Prägungen an sich stellende Herausforderungen heran, mit Frische und Unverdorbenheit. Die Gefahr, dass es nicht wieder 13 Jahre werden, ist zwar da. Aber auch die Chance auf neue Denkansätze. In diesem Sinne kommt nach Mr.Gstaad wieder ein Mr.Gstaad (oder vielleicht sogar eine Mrs.Gstaad?).
Und übrigens: Der Countdown läuft zwar, aber der alte "Mr. Gstaad" ist noch nicht weg. Wer weiss, vielleicht wirkt ja die Gewissheit, neue Ufer erreichen zu können, befreiend im Denken und Handeln.....
Text: Roger Seifritz
Ich habe zwar gewusst, dass "Mr.Gstaad" nicht nur ein Label ist, das ich besetzt habe, sondern dass man mir dieses Pseudonym durchaus zubilligt. Ich hätte es allerdings nicht für möglich gehalten, dass die Verbundenheit so gross wäre. Das bewegt mich tief. Die mit meinem baldigen Weggang verbundenen Ängste kann ich durchaus verstehen. Kontinuität ist für eine Tourismusdestination wichtig. Sie hat Gstaad in den vergangenen 13 Jahren tatsächlich einiges gebracht. Diese 13 Jahre führten bei mir aber auch zu Scheuklappen. Das ist die andere Seite der Medaille.
Neue Besen kehren gut, heisst ein Sprichwort. Wer nach mir kommt, geht ohne Prägungen an sich stellende Herausforderungen heran, mit Frische und Unverdorbenheit. Die Gefahr, dass es nicht wieder 13 Jahre werden, ist zwar da. Aber auch die Chance auf neue Denkansätze. In diesem Sinne kommt nach Mr.Gstaad wieder ein Mr.Gstaad (oder vielleicht sogar eine Mrs.Gstaad?).
Und übrigens: Der Countdown läuft zwar, aber der alte "Mr. Gstaad" ist noch nicht weg. Wer weiss, vielleicht wirkt ja die Gewissheit, neue Ufer erreichen zu können, befreiend im Denken und Handeln.....
Text: Roger Seifritz
Freitag, 9. Juli 2010
Der höchste Strand der Welt
Es ist schon erstaunlich. Eine Alpin-Destination sichert sich vor über 10 Jahren in der Trendsportart Beach Volleyball exklusiv für die Schweiz ein World Tour-Turnier und steigert dessen Attraktivität von Jahr zu Jahr. Inzwischen begrüsst das SWATCH FIVB World Tour Gstaad Grand Slam ca. 60'000 Besucher jährlich. An die Anfänge erinnere ich mich noch gut. Mit wenig Know how in diesem Sport, dafür mir umso mehr Mut, Einsatz und Willen schaffte es die Crew rund um den umtriebigen Turnierchef Ruedi Kunz, vom internationalen Verband eine World Tour Lizenz zu ergattern - trotz damals geringer Unterstützung des nationalen Verbandes. Ich erinnere mich auch noch an unseren symbolischen Beach Volleyball Kick off Match an einem kalten Winterabend auf dem tief verschneiten Turnierareal mitten in Gstaad, zur gegenseitigen Beschwörung unseres Willens.
Nach über 10 Jahren und sogar einer Weltmeisterschaft (2007) ist das Beach Volleyball World Tour-Turnier ein tragender Bestandteil im Sommerprogramm der Ferienregion Gstaad. Die anfänglichen Kritiker sowie diejenigen, die die Initianten damals belächelt haben, sind weitgehend verstummt. Das Turnier wird durch die grosse Mehrheit der lokalen Bevölkerung aktiv mitgetragen. Es ist nicht einfach nur ein Event, sondern inzwischen für viele ein Identifikationspunkt. Die Tatsache, dass Beach Volleyball nur bedingt zum Image der Marke Gstaad passt und die Hotels (noch) nicht vollständig füllt, ist dabei eher nebensächlich. Denn immerhin spielt sich das Turnier auf höchstem internationalem Niveau ab und bringt Jahr für Jahr zu einem Zeitpunkt Auslastung in die Region, der ohne dieses Turnier bedeutend flauer wäre. Und Hand auf's Herz: Etwas Strand-Feeling schafft Emotionen, die gut tun.
Text: Roger Seifritz
Nach über 10 Jahren und sogar einer Weltmeisterschaft (2007) ist das Beach Volleyball World Tour-Turnier ein tragender Bestandteil im Sommerprogramm der Ferienregion Gstaad. Die anfänglichen Kritiker sowie diejenigen, die die Initianten damals belächelt haben, sind weitgehend verstummt. Das Turnier wird durch die grosse Mehrheit der lokalen Bevölkerung aktiv mitgetragen. Es ist nicht einfach nur ein Event, sondern inzwischen für viele ein Identifikationspunkt. Die Tatsache, dass Beach Volleyball nur bedingt zum Image der Marke Gstaad passt und die Hotels (noch) nicht vollständig füllt, ist dabei eher nebensächlich. Denn immerhin spielt sich das Turnier auf höchstem internationalem Niveau ab und bringt Jahr für Jahr zu einem Zeitpunkt Auslastung in die Region, der ohne dieses Turnier bedeutend flauer wäre. Und Hand auf's Herz: Etwas Strand-Feeling schafft Emotionen, die gut tun.
Text: Roger Seifritz
Dienstag, 6. Juli 2010
Vom (T)Euro und dem Spiel mit dem Bumerang
Der „Euro wird zum Teuro“ hiess es damals, als in diversen EU-Ländern die europäische Einheitswährung eingeführt wurde. Hinter diese Aussage stand die verbreitete Angst, dass die Währungsinsel Schweiz in einem Meer von Euroländern touristisch im Nachteil sein werde. Bewahrheitet hat sich die These bisher nicht, wohl auch dank einer über Jahre hohen Stabilität des Eurokurses gegenüber dem Schweizer Franken. Doch jetzt ist das (T)euro-Gespenst zurück. Der Kurs bröckelt und bröckelt und erreicht gegenüber der Fluchtwährung Schweizer Franken historische Tiefstände. Müssen wir uns also auf massive Einbrüche aus dem Euro-Raum einstellen?
Die Auswirkungen scheinen auf den ersten Blick klar zu sein: Ein höherer Frankenkurs bedeutet für Euro-Gäste höhere Ferienkosten, was zu weniger Ankünften und weniger Gäste-Ausgaben führt. Die Praxis hält dieser These vorerst allerdings nicht stand, zumindest was Gstaad betrifft. So haben in der vergangenen Wintersaison trotz Euro-Sinkflug die Gäste-Ankünfte aus den Euro-Ländern sogar leicht zugenommen. Und die Umsätze in den Betrieben lagen im Durchschnitt nur unwesentlich unter dem Vorjahresniveau. Für den laufenden Sommer liegen die Buchungsstände in etwa auf Vorjahresniveau. Interessant ist zudem die Tatsache, dass offensichtlich nicht alle Euroländer auf Kursschwankungen gleich reagieren. Eine Untersuchung zeigt, dass es bedeutende Unterschiede gibt. So reagieren germanische Länder wie Deutschland oder die Niederlande im Allgemeinen auf Kursveränderungen stärker als der romanische Kulturkreis wie Frankreich, Italien oder Spanien.
Insgesamt wird es wohl wesentlich sein, wie lange die Euro-Schwäche Bestand haben wird. Je länger, desto eher entfalten sich negative Auswirkungen. Die Frage ist, wie darauf reagiert werden soll. Preisdumpingaktionen im Euroraum mit Euro-Spezialaktionen oder das Angebot von Euro-Fixpreisen, wie dies zurzeit z.B. durch das Switzerland Travel Center erfolgt, halte ich für problematisch, zumindest jetzt schon. Ich glaube nicht, dass damit kurzfristig wirklich die erwünschten Zusatzvolumen erzeugt werden können. Vielmehr erfolgt eine Kannibalisierung mit Normalangeboten. Zudem sind die längerfristigen Wirkungen heikel. Denn wenn man im Euroraum einmal mit Billigangeboten und Fixpreisen anfängt, ist ein Rückzug nach Normalisierung der Lage schwierig. „Geiz ist geil“. Es könnte zum Bumerang werden.
Text: Roger Seifritz
Die Auswirkungen scheinen auf den ersten Blick klar zu sein: Ein höherer Frankenkurs bedeutet für Euro-Gäste höhere Ferienkosten, was zu weniger Ankünften und weniger Gäste-Ausgaben führt. Die Praxis hält dieser These vorerst allerdings nicht stand, zumindest was Gstaad betrifft. So haben in der vergangenen Wintersaison trotz Euro-Sinkflug die Gäste-Ankünfte aus den Euro-Ländern sogar leicht zugenommen. Und die Umsätze in den Betrieben lagen im Durchschnitt nur unwesentlich unter dem Vorjahresniveau. Für den laufenden Sommer liegen die Buchungsstände in etwa auf Vorjahresniveau. Interessant ist zudem die Tatsache, dass offensichtlich nicht alle Euroländer auf Kursschwankungen gleich reagieren. Eine Untersuchung zeigt, dass es bedeutende Unterschiede gibt. So reagieren germanische Länder wie Deutschland oder die Niederlande im Allgemeinen auf Kursveränderungen stärker als der romanische Kulturkreis wie Frankreich, Italien oder Spanien.
Insgesamt wird es wohl wesentlich sein, wie lange die Euro-Schwäche Bestand haben wird. Je länger, desto eher entfalten sich negative Auswirkungen. Die Frage ist, wie darauf reagiert werden soll. Preisdumpingaktionen im Euroraum mit Euro-Spezialaktionen oder das Angebot von Euro-Fixpreisen, wie dies zurzeit z.B. durch das Switzerland Travel Center erfolgt, halte ich für problematisch, zumindest jetzt schon. Ich glaube nicht, dass damit kurzfristig wirklich die erwünschten Zusatzvolumen erzeugt werden können. Vielmehr erfolgt eine Kannibalisierung mit Normalangeboten. Zudem sind die längerfristigen Wirkungen heikel. Denn wenn man im Euroraum einmal mit Billigangeboten und Fixpreisen anfängt, ist ein Rückzug nach Normalisierung der Lage schwierig. „Geiz ist geil“. Es könnte zum Bumerang werden.
Text: Roger Seifritz
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